Kleine Anfrage WM BrasilienPolitische Sportberichterstattung

Fussball und Spielerbeine mit weißen und grünen Stulpen

Die Bundesregierung hat am 10. Juni 2014 unsere Kleine Anfrage zu Protesten im Vorfeld der WM in Brasilien beantwortet. Es bleibt verwunderlich, dass zurzeit das größte Sportereignis des Jahres stattfindet, aber die Bundesregierung sich seltsam politisch teilnahmslos zeigt.

Sportgigantismus – ein Fass ohne Boden

Denn in Brasilien kracht es anlässlich der Fußball-WM ganz gewaltig und es liegt viel zerschlagenes Porzellan im Fußballladen: Überteuerte Stadien, fußballtauglich umgekrempelte Städte, überbordende Sicherheitsmaßnahmen. Aber die Bundesregierung bleibt uninteressiert, obwohl es sich um das größte Sportereignis des Jahres 2014 handelt. Wir meinen: Hoffentlich präsentiert sich das deutsche Team im Quervergleich besser als die Bundesregierung.

Weltsportministerkonferenz 2013 ohne Folgewirkung

Brasilien steht im Mittelpunkt internationaler Sportgroßereignisse. Nicht nur die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wurde nach Brasilien vergeben, sondern auch die Olympischen Sommerspiele 2016 finden in Rio de Janeiro statt. Obwohl diese Termine seit Jahren bekannt sind, hat es die Bundesregierung nach der Weltsportministerkonferenz im Mai 2013 in Berlin versäumt, mit brasilianischen Behörden konkrete Gespräche über die Nachhaltigkeit von Sportgroßveranstaltungen zu führen. Das ist ein schweres Versäumnis, denn letztlich wird es nur dann ein überzeugendes Sportgroßereignis geben, wenn es gelingt, die finanziellen Ausgaben für Sportstättenbau und -nachnutzung in einem angemessenen Rahmen zu halten.

Korruption im Weltsport - Merkel sollte endlich aktiv werden

Es besteht großer politischer Handlungsbedarf im internationalen Sport. Der Weltfußball-Verband FIFA gibt sich weiterhin unbeeindruckt von den massiven Korruptionspraktiken, die mit den WM-Vergabeentscheidungen einher gehen. Eine überzeugende und umfassende Aufklärung der Vorwürfe ist nicht zu erwarten. Dies kann jedoch der Politik nicht egal sein. Bundeskanzlerin Merkel sollte daher ihren Fußball-Trip nach Brasilien zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft für konkrete Politik nutzen. Es sollten endlich die notwendigen Gespräche mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff und anderen Staats- oder Regierungschefs geführt werden, um wirksame Lösungen im Kampf gegen die Korruption im Sport, insbesondere im Fußball, abzustimmen.

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