WM 2014Politische Sportberichterstattung

Die Zeit der Fußballweisheiten bricht wieder an. In Brasilien findet die Fußball-Weltmeisterschaft statt und bei vielen Menschen steht der Zeitraum vom 12. Juni bis 13. Juli fest eingetragen in den Kalendern. Mit einer politischen Sportberichterstattung ergänzen wir die Wahrheit, die auf dem Platz liegt, um Aspekte wie soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz oder Korruption in den großen Sportverbänden.

Seit der Vergabeentscheidung im Jahre 2007 ist der Fokus auf WM-Vorbereitungen und die Situation vor Ort in den Spielorten gerichtet. Brasilien ist darüber hinaus auch wegen der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro zu einem zentralen Platz im internationalen Sport geworden.

Spätestens seit den Massendemonstrationen im Sommer 2013 anlässlich des Fußball-Confederations-Cup werden rund um die WM jedoch viele Fragen gestellt. Denn die Probleme des Landes bei der Vorbereitung drücken sich auch in der Zustimmung zum Turnier innerhalb der brasilianischen Bevölkerung aus: waren bei der Vergabe des Turniers im Jahre 2008 noch 79 Prozent für die WM gewesen, so ist dieser Wert stetig gesunken. Die Zustimmung zur WM betrug im Februar 2014 nur noch 52 Prozent. 

Auf einer Delegationsreise des Innenausschusses hat sich Monika Lazar MdB ein Bild davon machen können, warum die Zustimmung im fußballbegeisterten Brasilien so niedrig ist. Ihr Fazit: Brasilien hätte eine bessere WM verdient.

Hier zeigt sich wieder einmal, dass die Vergabe und Durchführung von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen nicht unpolitisch ist und deshalb auch Standards beispielsweise bei Menschenrechten und Umweltschutz eine stärkere Rolle spielen sollten. Neue Konzepte sind überfällig!

Die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat sich wegen der anhaltenden Korruptionsvorwürfe im Welt-Fußballverband (FIFA) mit einem Brief an DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gewandt. Ihre zentralen Forderungen: Die WM 2022 muss neu vergeben werden und soll nicht wie geplant in Katar stattfinden. Zugleich mahnte sie Reformen bei der FIFA an. In Zukunft soll der Fußballverband dafür Sorge tragen, dass Sportgroßveranstaltung ohne Korruption, Umweltzerstörung oder Menschenrechtsverletzungen stattfinden. "Europa muss vorangehen und den Fußball an die Fans zurückgeben. Die FIFA kann nicht ohne den europäischen Fußball. Aber der Fußball kann ohne diese FIFA."

Im Deutschen Bundestag sollte die Regierung im Umwelt- und Sportausschuss Auskunft zu ihrer Sportpolitik erteilen, das Ergebnis in beiden Ausschüssen ist jedoch mager geblieben. Steffi Lemke dazu: „Ich bin es leid, dass es immer nur bei Geschwätz bleibt, aber die Bundesregierung nichts tut.“

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