profil:GRÜN: Nach der Regierungsfraktion jetzt die Ideenwerkstatt – welches Konzept von Opposition verbindet sich damit?

Kuhn: Ideenwerkstatt deshalb, weil wir uns zum Ziel setzen, auch neue Konzepte für die wichtigen Zukunftsfragen zu entwickeln. Zum Beispiel geht es uns um eine soziale Gesellschaft, die die Ausgrenzung der Armen überwindet und allen neue Chancen eröffnet. Ein zukunftsfähiges Konzept wird daraus aber erst, wenn wir es auch finanzieren können.

profil:GRÜN: Die Grünen haben im Wahlkampf arbeitsmarkt- und sozialpolitische Themen stark betont. Wird auch die Fraktion dort einen Schwerpunkt legen?

Kuhn: Ja, und wir haben dafür eine gute Grundlage. Union und SPD haben keine Antwort auf die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, wie sie etwa der demografische Wandel mit sich bringt. Wir hingegen haben sehr früh einen Gerechtigkeitsbegriff entwickelt, der gesellschaftliche Teilhabe und die Eröffnung von Chancen in den Mittelpunkt rückt.

profil:GRÜN: Die erste Auslandsreise als Vorsitzende führte Renate und dich nach Israel und Palästina. Warum?

Kuhn: Mit unserer Reise direkt nach der Wahl wollten wir zeigen, dass wir unsere besondere Verantwortung für die Lösung des Konfliktes zwischen den Israelis und den Palästinensern als grüne Fraktion auch weiterhin aktiv übernehmen wollen. Es gibt einen Weg zum Frieden. Er besteht in einer politischen Lösung jenseits der Gewalt.

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