09Mai

Fachgespräch

Wer will die Uhr zurückdrehen? Strategien gegen Anti-Feminismus und Homophobie

Inhalt

Darum geht's

Zunehmend schrille Kritik an einer demokratischen Geschlechterpolitik, homophobe Proteste gegen die Bildungspläne oder die Entstehung von Mythen bezüglich Sexualaufklärung in den Schulen. Das alles deutet auf eine neue Qualität anti-emanzipatorischer Bewegungen. Beobachten wir gerade einen gesellschaftlichen Backlash, eine Restaurationsbewegung gegen emanzipatorische Erfolge?

In dem Fachgespräch setzen wir vier Schwerpunkte. Zu Beginn wollen wir über die Vernetzung homophober und antifeministischer Gruppen in Europa diskutieren. Hier versuchen wir deren gemeinsamen Argumentationsmuster auszuloten, um anschließend über erfolgreiche parlamentarische Gegenstrategien nachzudenken.

Anschließend nehmen wir die Angriffe auf Genderkonzepte in den Blick und versuchen zu klären, warum gerade dieses Thema derartig reizt. Gibt es hierbei eine Zunahme oder handelt es sich eher um eine diffuse Ablehnung von einem Teil der Gesellschaft, der Modernisierungen generell ablehnend gegenüber steht? Zudem werden wir überlegen, ob es Erwartungen es an die Wissenschaft gibt, sich in die Debatte einzubringen und was Politik tun kann.

Als nächstes versuchen wir die Frage zu beantworten, wie es um die derzeitige Sexualaufklärung von Kindern und Jugendlichen steht. Welche Rolle haben staatliche Institutionen wie Schule? Was ist „angemessen“ in einer Umwelt, die z.B. in der Werbung und in den klassischen Medien, aber auch in den für Jugendliche besonders relevanten sozialen Netzwerken stark sexualisiert ist? Darüber hinaus wollen wir darüber sprechen, wie tolerant Jugendliche sind und wie viel Vielfalt in unserer Gesellschaft heute gelebt werden kann.

Abschließend analysieren wir die Umdeutungsversuche der Emanzipationsgegner*innen, die gleiche Rechte als Sonderrechte denunzieren. Wer sind die treibenden anti-emanzipatorischen Akteur*innen, die nicht wie früher um den Erhalt des Status Quo zu kämpfen scheinen, sondern um emanzipatorische Rückschritte? Wie sollen Demokrat*innen reagieren, wenn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit menschenfeindliche Äußerungen verbreitet werden?

Wie können wir diesen anti-emanzipatorischen Bewergungen begegnen? Wir laden Sie herzlich ein, mit uns darüber zu diskutieren.

Nach dem Fachgespräch laden wir Sie auch zu unserem Parlamentarischen Regenbogenabend ein.

 

Programm

Programm

12.30Anmeldung und Einlass
13.00

Einführung

Volker Beck MdB

Sprecher für Innenpolitik
Sprecher für Religionspolitik

13.15

Aktivitäten von und Umgang mit Anti-Emanzipations-Bewegungen in Deutschland und Europa

Peter Gerhardt
Journalist

13.40

Diskussion mit Publikumsbeteiligung

Moderation: Kai Gehring MdB
Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung

14.00

Angriffe auf Gender-Konzepte

Prof_in Sabine Hark

Professor_in für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin

Anne Wizorek
Medienberaterin und Netzfeministin

Moderation: Ulle Schauws MdB
Sprecherin für Frauenpolitik
Sprecherin für Kulturpolitik

14.40Diskussion mit Publikumsbeteiligung
15.00

Kaffeepause

15.30

Sexualaufklärung: Selbstbestimmung, Toleranz und Vielfalt

Prof. Dr. Daphne Hahn
Vorsitzende pro familia Bundesverband

Laurel Braddock
ehrenamtliche Beraterin beim Projekt In&Out des Jugendnetzwerks Lamda

N.N.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Moderation: Beate Walter-Rosenheimer MdB
Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung

16.10

Diskussion mit Publikumsbeteiligung

16.30

Gleiche Rechte als Sonderrechte? Die Umdeutungsversuche der Emanzipationsgegner*innen

Dr. Anna Katharina Mangold, LL.M.

Juristin, Universität Frankfurt am Main

Kriss Rudolph
Chefredakteur des Magazins MÄNNER

Moderation: Volker Beck MdB
Sprecher für Innenpolitik
Sprecher für Religionspolitik

17.10

Diskussion mit Publikumsbeteiligung

17.30Ende der Veranstaltung

Anmeldung

Eine namentliche Anmeldung mit Angabe des Geburtsdatums ist für den Zutritt zu den Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages aus Sicherheitsgründen bis zum 03.05.2015 erforderlich. Für den Einlass ist ein Personaldokument erforderlich.

Barrierefreiheit

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Sollten Sie eineN GebärdensprachdolmetscherIn benötigen, bitten wir Sie, mit uns möglichst bis zum 27.04.2015 Kontakt aufzunehmen.

Wichtiger Hinweis zum Datenschutz

Alle Daten, die Sie uns im Anmeldeformular übermitteln, werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Erhebung der Daten ist für die Planung der Veranstaltung, die Erstellung der Teilnehmerausweise sowie aus Sicherheitsgründen (Zutritt zu den Gebäuden des Deutschen Bundestages) unumgänglich. Nach Erreichen der Zwecke werden Ihre Daten - sofern Sie keine weiteren Infos möchten - umgehend gelöscht. Bitte beachten Sie bei Ihrer Anmeldung die entsprechenden Optionen.

Anreise

Um zum Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zu gelangen, fahren Sie mit der Tram, U- oder S-Bahn bis zur Haltestelle "Friedrichstraße" oder per S-Bahn oder Bus 100 bis zur Haltestelle "Brandenburger Tor". Vom Hauptbahnhof sind es zirka 10 Minuten Fußweg, alternativ nutzen Sie von dort die Buslinie TXL bis "Marschallbrücke" oder die U 55 bis Station „Bundestag“.

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