20Jun

Fachgespräch

Die Patientenstiftung – Ein Modell für eine starke Patientenstimme

Inhalt

Die Patientenbelange haben - auch auf Druck der Grünen - in den letzten 15 Jahren im Gesundheitswesen schrittweise an Bedeutung gewonnen. Nicht wegzudenken sind heute die Patientenverbände, die mit viel Engagement die Sicht der Patientinnen und Patienten in den Gremien der Selbstverwaltung vertreten. Trotzdem bleibt noch viel zu tun: Patientinnen und Patienten können sich nicht verlässlich über Leistungen informieren: Informationsplattformen unterliegen keinen verbindlichen Qualitätsstandards, werden nicht verständlich aufbereitet und hängen finanziell meist von Akteuren der Selbstverwaltung ab. Die Finanzierung der Selbsthilfeaktivitäten ist prekär und eine wirksame Vertretung in der Selbstverwaltung ist für die Patientenorganisationen aufgrund ihrer geringen personellen und finanziellen Ausstattung kaum noch zu bewältigen. Zuletzt hat die Vergabe der Unabhängigen Patientenberatung an ein für Krankenkassen und Pharmaunternehmen tätiges Callcenter gezeigt, wie schlecht es um die Würdigung der Patientenbelange steht. Patientinnen und Patienten können nur wenig mitbestimmen – und das obwohl es im Gesundheitswesen zuallererst um ihre Rechte und ihr Wohl geht.

Für all die verschiedenen Aufgaben braucht es eine wirklich unabhängige Institution, die an der Seite der Patientinnen und Patienten steht, und weder unmittelbar noch mittelbar von Politik, Krankenkassen oder Pharmaunternehmen beeinflusst wird. Wir schlagen dafür die Gründung einer Patientenstiftung vor, in der die für die Wahrnehmung der Patientenbelange relevanten Aktivitäten – die Selbsthilfeförderung, die Unabhängige Patientenberatung, die Patientenbeteiligung in der gemeinsamen Selbstverwaltung und die nutzerorientierte Herstellung von Transparenz im Gesundheitswesen – gebündelt und verlässlich finanziert werden. Wichtig ist dabei, dass auch die Selbsthilfe aktiv beteiligt und ihre Besonderheiten berücksichtigt werden.

Wir laden Sie herzlich ein mit uns zu diskutieren, unter welchen Voraussetzungen eine Patientenstiftung den Bürgerinnen und Bürgern eine starke Stimme im Gesundheitssystem verleihen kann.

Das Fachgespräch ist Teil unserer Veranstaltungsreihe zum Thema „PatientInnen in den Mittelpunkt“. Nächster Termin:

17.10.2016 Apps & Co – Was hat der Patient davon?

Programm


11.30Anmeldung
12.00

Begrüßung

Katja Dörner MdB
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

12.10

Einführung

Maria Klein-Schmeink MdB
Sprecherin für Gesundheitspoiltik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

12.20

Erfahrungen eines Patientenbeauftragten

Dirk Meyer
Beauftragter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für Patientinnen und Patienten

12.30

Die Patientenstiftung als Modell für wirksame Patientenbeteiligung

Dr. Stefan Etgeton
Bertelsmann Stiftung

12.45

Podiumsdiskussion mit:

Dr. Martin Danner
BAG Selbsthilfe

Günter Hölling
Verbund unabhängige Patientenberatung e.V.

Dr. Ute Sonntag
Versichertenvertreterin

Dr. Ilona Köster-Steinebach
Verbraucherzentrale Bundesverband

Maria Klein-Schmeink MdB
Sprecherin für Gesundheitspolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Moderation: Dr. Albrecht Kloepfer
Büro für gesundheitspolitische Kommunikation

13.30Mittagsimbiss
14.00Fortsetzung der Diskussion mit Publikumsbeteiligung
14.50

Schlussbemerkung

Maria Klein-Schmeink MdB
Sprecherin für Gesundheitspolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

15.00Ende der Veranstaltung

Anmeldung

Eine namentliche Anmeldung mit Angabe des Geburtsdatums ist für den Zutritt zu den Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages aus Sicherheitsgründen bis zum 15.06.2016 erforderlich. Für den Einlass ist ein Personaldokument erforderlich.

Barrierefreiheit

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Sollten Sie eineN GebärdensprachdolmetscherIn oder eine andere Form der Assistenz benötigen, bitten wir Sie, möglichst bis zum 25.05.2016 mit uns Kontakt aufzunehmen.

Wichtiger Hinweis zum Datenschutz

Alle Daten, die Sie uns im Anmeldeformular übermitteln, werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Erhebung der Daten ist für die Planung der Veranstaltung und die Erstellung der Teilnehmerausweise unumgänglich. Nach Erreichen der Zwecke werden Ihre Daten - sofern Sie keine weiteren Infos möchten - umgehend gelöscht. Bitte beachten Sie bei Ihrer Anmeldung die entsprechenden Optionen.

Anreise

Mit der U- oder S-Bahn bis zur Haltestelle "Hauptbahnhof" oder "Brandenburger Tor" oder mit dem Bus 100 bis zur Haltestelle "Reichstag/Bundestag" oder mit dem Bus TXL bis Haltestelle "Bundeskanzleramt". Über den Eingang Süd (ggü. dem Reichstag) gelangen Sie am Veranstaltungsort. Um in das Paul-Löbe-Haus zu gelangen, benötigen Sie ein amtliches Personaldokument. Eine namentliche Anmeldung mit Angabe des Geburtsdatums ist erforderlich.

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