12 Nov 2020

Online-Reihe Allergien und Arbeit - Farben, Metalle und Co

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  • Allergien sind die häufigste berufsbedingte Erkrankung, fast ein Drittel der Arbeitnehmer*innen sind durch Allergien im Beruf eingeschränkt.  
  • Die Prävention von Allergien muss durch Schutzmaßnahmen gestärkt werden.
  • Der gesetzliche Rahmen für besseren Schutz vor allergischen Erkrankungen ist da, wird aber nicht konsequent umgesetzt.

In drei Online-Veranstaltungen diskutierte die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im November 2020 mit Expert*innen aus Wissenschaft, Gewerkschaften und der Industrie, wie die Weichen für effektive Maßnahmen zur Prävention von allergischen Erkrankungen und einer besseren Versorgung von Betroffenen gestellt werden können, um absehbare gesellschaftliche Folgekosten und individuelle Betroffenheit zu minimieren. In unserem öffentlichen Fachgespräch diskutierten die grünen Abgeordneten Dr. Bettina Hoffmann und Beate Müller-Gemmeke mit Prof. Dr. med. Hans Drexler (Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Universität Erlangen-Nürnberg, Präsident des Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)) und Dr. Reinhold Rühl (ehemaliger Leiter des Zentralreferates Gefahrstoffe der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft).

Die Experten beschrieben die Relevanz der allergischen Erkrankungen am Arbeitsplatz und stellten erfolgreiche Präventionsmaßnahmen vor, beispielsweise Schutzmaßnahmen gegen Latexallergie im medizinischen Bereich oder Maurer-Krätze als Auswirkung der Kontaktallergie auf Chromate im Baubereich. Problematisch ist allerdings, dass wenig auf relevante Allergien am Arbeitsplatz getestet wird, weil diese Tests teuer sind und auch so neue Allergene nicht erkannt werden. Beate Müller-Gemmeke legte den Fokus auf den Blick der Politik auf den Arbeitsschutz. Zentral für Prävention ist sowohl die Aufklärung der Arbeitnehmer*innen als auch die Gefährdungsbeurteilung. Die Information der Arbeitnehmer*innen über Entstehungswege von Allergien spielt dabei eine wichtige Rolle zur Vermeidung der Allergiebildung. Häufig gibt es dort Probleme, wo zum ersten Mal mit bestimmten Stoffen umgegangen wird, während es in erfahrenen Betrieben weniger zur Allergiebildung kommt. Deshalb wurde anschließend diskutiert, ob die Abgabe bestimmter Stoffe nur an entsprechend geschulte Betriebe erfolgen soll.

Die Teilnehmer*innen der Diskussionsrunde waren sich einig, dass Prävention besser ist als Therapie. Der gesetzliche Rahmen für besseren Schutz vor allergischen Erkrankungen ist da, wird aber aus verschiedenen Gründen nicht konsequent umgesetzt. Deshalb muss die Handlungsfähigkeit der Behörden zur Kontrolle gestärkt werden. Außerdem muss die Politik dafür sorgen, dass es genügend Betriebsrät*innen gibt, deren Aufgabe auch die Überwachung des Arbeitsschutzes ist. Im Sinne des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz muss der Fokus auf Minimierung der Allergenbelastung gerichtet werden zusammen mit Etablierung von Frühwarnsystemen, um allergische Erkrankungen am Arbeitsplatz schnellstmöglich zu erkennen und passende Schutzmaßnahmen anzubieten.

Uhrzeit Programm
18.00

Begrüßung

Dr. Bettina Hoffmann MdB

Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.05

Berufsallergien – Relevanz der allergischen Erkrankungen aus Sicht der Arbeitsmedizin, neue Trends, neue Berufsallergene

Prof. Dr. med. Hans Drexler

Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Universität Erlangen-Nürnberg, Präsident des Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)

18.15

Allergien am Arbeitsplatz aus Sicht des Arbeitsschutzes – wie kann der Trend der steigenden Allergien gestoppt werden?

Dr. Reinhold Rühl

Ehemaliger Leiter des Zentralreferates Gefahrstoffe der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

18.25

Arbeitsschutz aus Sicht der Politik - wie kann ein besserer Schutz der Arbeitnehmer*innen vor allergenen Stoffen im Arbeitsalltag erreicht werden?

Beate Müller-Gemmeke MdB

Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.35

Diskussion und Fragen

19.15

Zusammenfassung und Fazit

Dr. Bettina Hoffmann MdB