18 Nov 2020

Online-Reihe Allergien und Klimakrise - Wenn die Pollen das ganze Jahr fliegen

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Uhrzeit Programm
18.00

Begrüßung

Dr. Bettina Hoffmann MdB

Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.05

Die Klimakrise macht allergisch(er)?!

Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann

Direktorin Umweltmedizin, Technische Universität München und Universitätsklinikum Augsburg

18.15

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz – Allergieprävention als politische Querschnittsaufgabe

Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB

Sprecherin für Gesundheitsförderung

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.20

Gesunde Erde – gesunde Menschen: Warum wir nicht das Klima retten müssen, sondern uns

Dr. Eckart von Hirschhausen

Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen

18.30

Versorgungssituation der Allergiker*innen aus Sicht der Fachärzt*innen

Prof. Dr. Eckard Hamelmann

1. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI); Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld

18.35

Diskussion und Fragen

19.15

Zusammenfassung und Fazit

Dr. Bettina Hoffmann MdB

  • Die Klimakrise fördert die Entstehung von Allergien.
  • Gesundheit und Einflüsse wie Luftverschmutzung und Klimakrise müssen mehr zusammengedacht werden. Klimaschutz ist auch Gesundheitsschutz.
  • Die medizinische Versorgung von Allergiker*innen muss deutlich verbessert werden.

In drei Online-Veranstaltungen diskutierte die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im November mit Expert*innen aus Wissenschaft, Gewerkschaften und der Industrie, wie die Weichen für effektive Maßnahmen zur Prävention von allergischen Erkrankungen und einer besseren Versorgung von Betroffenen gestellt werden können, um absehbare gesellschaftliche Folgekosten und individuelle Betroffenheit zu minimieren. In unserem öffentlichen Fachgespräch diskutierten die grünen Abgeordneten Dr. Bettina Hoffmann, Dr. Kirsten Kappert-Gonther und Lisa Badum mit Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann (Direktorin Umweltmedizin, Technische Universität München und Universitätsklinikum Augsburg), Dr. Eckart von Hirschhausen (Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen) und Prof. Dr. Eckard Hamelmann (1. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI)) über die Verbindung von Allergien, Luftschadstoffen und der Klimakrise.

Prof. Traidl-Hoffmann stellte dar, dass die aktuelle Zahl der Allergiker*innen in Deutschland aufgrund der Umweltbelastungen von derzeit 30-40 Prozent auf 50 Prozent im Jahr 2025 ansteigen wird. Durch die Klimakrise verlängert sich jetzt schon die Pollensaison, außerdem kommen neue allergene Pollen durch invasive Arten dazu. Damit wird der dringende Handlungsbedarf sowohl im Hinblick auf Allergieprävention, aber noch mehr in Bezug auf die Klimakrise deutlich. Die Diskutierenden waren sich einig, dass die Gesundheitspolitik mehr über den Tellerrand schauen muss, da die Klimakrise auch die Gesundheit gefährdet und solche Faktoren bisher zu wenig beachtet werden. Dr. Eckardt von Hirschhausen forderte deshalb überparteiliche Bündnisse mit Patient*innenorganisationen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Gruppen, denn Klimaschutz ist zugleich Gesundheitsschutz und muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und angegangen werden. Er stellte anschaulich dar, dass eine Vorstellung davon entstehen muss, wie wir gesünder und besser leben können und dass es die Aufgabe der Politik ist, diese zu vermitteln. In den Mittelpunkt gehört sie Lebensqualität. Gemeinsame Güter dürfen nicht zerstört werden, da alle Menschen gleichermaßen später darunter leiden. So würde die Luftverschmutzung alle Menschen betreffen, niemand kann sich davon freikaufen.

Zur Versorgung von Allergiker*innen kritisierte Dr. Kirsten Kappert-Gonther, dass Allergien nicht im Erstattungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen erfasst werden und Allergiker*innen viele Behandlungsmittel aus eigener Tasche bezahlen müssen. Dr. Eckard Hamelmann forderte außerdem, ein Screening-Programm für Allergien und kausale Behandlungsformen früher einzusetzen, bevor die Erkrankung schwerer wird.

Faktoren wie Luftverschmutzung und schädliche Chemikalien, denen auch schon Kinder ausgesetzt sind, haben einen deutlichen Einfluss auf die Entstehung von Allergien. Kinder brauchen mehr Schutz, so müssen indem schädliche Chemikalien und Allergene zum Beispiel in Kinderspielzeug verboten und geahndet werden.