17 Nov 2020

Online-Reihe Allergien und Lebensmittel - Wissen, was drin ist

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  • Immer mehr Menschen leiden unter Lebensmittelallergien, die sich in Hautausschlag, Übelkeit oder sogar Atemnot bemerkbar machen können.
  • Die Allergeninformation von Lebensmitteln muss deutlich verbessert werden, indem Regeln konsequenter umgesetzt werden.  
  • Gleichzeitig müssen aber auch gesetzliche Regelungen angepasst werden, zum Beispiel bei Spurenkennzeichnungen.

In drei Online-Veranstaltungen in November 2020 diskutierte die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen mit Expert*innen aus Wissenschaft, Gewerkschaften und der Industrie, wie die Weichen für effektive Maßnahmen zur Prävention von allergischen Erkrankungen und einer besseren Versorgung von Betroffenen gestellt werden können. Die absehbaren gesellschaftlichen Folgekosten müssen ebenso wie die individuelle Betroffenheit minimiert werden. In unserem öffentlichen Fachgespräch diskutierten die grünen Abgeordneten Dr. Bettina Hoffmann und Renate Künast mit Sabine Schnadt (Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.) und Dr. Sylvia Pfaff (Food Information Service (FIS) Europe) über Allergien auf Lebensmittel und Lebensmittelzusatzstoffe. Die Veranstaltung wurde von reger Publikumsbeteiligung mit vielen Fragen begleitet.

Sabine Schnadt stellte die vielfältigen Probleme für Lebensmittelallergiker*innen im Alltag dar und forderte, dass die Allergeninformationen bei Lebensmitteln verbessert werden. Zum Beispiel ist lose Ware häufig mangelhaft gekennzeichnet. Wenn Allergene unbeabsichtigt in einem Produkt landen, müssen die Verbraucher*Innen informiert werden. Für die betroffenen Lebensmittelallergiker*innen ist es wichtig, eine verlässliche Information zur Zusammensetzung der Lebensmittel und zu Spurenstoffen zu erhalten. Gleichzeitig muss das Angebot für Anaphylaxie-Schulungen ausgebaut und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Außerdem müssen die Rahmenbedingungen für die Betreuung von Kindern mit Lebensmittelallergien in Kitas und Schulen durch Aufklärung der Betreuungspersonen verbessert werden.

Sylvia Pfaff stellte die Herausforderungen von Allergenen für Lebensmittelhersteller dar. Konkretes Wissen über eingesetzte Allergen und die eigenen Herstellungsprozesse ist essenziell, um ein Allergenmanagement zu etablieren. Allergene müssen an jeder Stelle der Produktion vom Lieferantenmanagement bis zur Schulung der Mitarbeiter*innen und der Kennzeichnung beachtet werden.

Renate Künast forderte, dass Schwellenwerte zur Kennzeichnung von Allergenen eingesetzt werden. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass der Warnhinweis zu Spurenstoffen neu geregelt werden muss, da er aktuell für Allergiker*innen nicht verlässlich ist. Grundlage der Beurteilung muss eine quantitative Risikobewertung sein, die sich an der Gesundheitsrelevanz für allergische Verbraucher orientiert und damit ausreichend Schutz bietet vor schweren allergischen Reaktionen. Außerdem werden unterschiedliche Begriffe für die gleichen Allergene verwendet. Hier muss die Kennzeichnung vereinfacht werden, damit alle Allergiker*innen diese sofort erkennen können, zum Beispiel auch Kinder. Um eine verlässliche Kennzeichnung zu erreichen, bedarf es einer einheitlichen europäischen Regelung für Warnhinweise und Kennzeichnung, beispielsweise durch Definition von Schwellenwerten. Dabei kommt es auch auf die Stärkung der Lebensmittelüberwachung an.

Uhrzeit Programm
18.00

Begrüßung

Dr. Bettina Hoffmann MdB

Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.05

Lebensmittelallergien – Folgen im Alltag und Behandlungsmöglichkeiten

Dipl. oec. troph. Sabine Schnadt

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

18.15

Umgang mit Allergenen in der Lebensmittelherstellung

Dr. Sylvia Pfaff

Food Information Service (FIS) Europe

18.25

Verbraucherschutz durch Lebensmittelkennzeichnung – aktuelle Regelungen und Probleme

Renate Künast MdB

Sprecherin für Ernährungspolitik und Tierschutzpolitik

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.35

Diskussion und Fragen

19.15

Zusammenfassung und Fazit

Dr. Bettina Hoffmann MdB