15 Jun 2021

Online-Fachgespräch: Jugend und Politik Direkt – grüne Abgeordnete im Gespräch

Screenshot vom Online-Fachgespräch Direkt - Jugend und Politik am 15.6. 2021
Beim Online Fachgespräch diskutierten Anton Hofreiter (o.l.), Fraktionsvorsitzender, und grüne Abgeordnete mit jungen Erwarchsenen über die Erfahrungen der Pandemie und ihre Wünsche an die Politik. Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag
  • Beim Online-Fachgespräch „Direkt – grüne Abgeordnete im Gespräch“ waren junge Erwachsene dazu eingeladen mit Anton Hofreiter und anderen grünen Abgeordneten über die Fragen zu sprechen, die sie aktuell bewegen.
  • Viele beschäftigte die Auswirkungen der Corona-Krise.
  • Das Thema Generationengerechtigkeit zog sich durch alle Gespräche, gerade bei Fragen zum Klimawandel.

In seinem Eingangsstatement nahm der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter Bezug auf die letzten Monate der Corona-Krise, die starke Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene hatte. Die Folgen der Einschränkungen für Gesundheit, Psyche und Entwicklung sind gravierend und brauchen dringend eine Politik, die Heranwachsende und junge Erwachsene in den Fokus nimmt. Aber auch in Sachen Klimaschutz wird das Thema Generationengerechtigkeit hervorgehoben, wie das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gezeigt hat. Er appellierte eindringlich an die Teilnehmenden, ihr Wahlrecht wahrzunehmen, um die Themen, die ihnen wichtig sind, zu unterstützen.

In verschiedenen kleineren Gruppen konnte dann mit grünen Abgeordneten diskutiert werden. Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik, wollte von den Jugendlichen wissen, wie sie die Zeit der Pandemie empfunden haben und was sie daraus mitnehmen. Die Pandemie stellte viele individuelle Herausforderungen: Angefangen von fehlenden sozialen Kontakten, Schwierigkeiten im Homeschooling, bis hin zu erschwerten Bedingungen bei den Schulabschlussprüfungen und dem Start in die Ausbildung oder ins Studium. Die Teilnehmenden forderten nahezu einstimmig, Jugendlichen mehr Mitsprachemöglichkeiten einzuräumen und sie aktiv in politische Entscheidungsprozesse einzubinden – auf der kommunalen wie auch Landes- und Bundesebene. Als ein konkreter Vorschlag wurde in diesem Zusammenhang die Senkung des Wahlalters (auf 16 Jahre) genannt. Darüber hinaus wünschen sich junge Menschen mehr Investitionen in Bildung und Jugendarbeit und auch in den Ausbau von Angeboten und Infrastrukturen.

Wie ist es eigentlich Berufspolitiker zu sein, war eine Frage von Teilnehmenden an Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule. "Anspruchsvoll für Berufspolitiker*innen ist, die Perspektiven und Bedürfnisse der Gesprächspartner*innen zu kennen und aufzunehmen, ohne jeder Gruppe alles zu versprechen." Denn am Ende geht es darum, die verschiedenen Rollen und Gewichtungen so auszutarieren, dass sie auch in einer Gesamtschau stimmig seien. Sorgen machten sich die Jugendlichen über zu hohe Zugangshürden zum Studium und über die mangelnde Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. So seien Azubis häufig von Rabattaktionen ausgeschlossen, die es für Studierende zuhauf gibt. Auch bekämen Azubis kaum vergünstigte Tickets für den Nahverkehr, während es für Studierende an vielen Orten Semestertickets gebe.

In der Runde mit Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik, diskutierten die jungen Teilnehmenden vor allem Fragen rund um die Bildung. Man war sich einig, dass der Bildungsföderalismus reformbedürftig sei und mehr für Chancengerechtigkeit getan werden müsse. Hier sei auch und gerade der Bund gefordert, sich mehr zu engagieren. Daneben wurde der Wunsch artikuliert, Bildung neu und ganzheitlicher zu denken: Statt mithilfe von Frontalunterricht hauptsächlich Wissen zu vermitteln, sollte es auch darum gehen, soziale Kompetenzen, mentale Gesundheit, Medienkompetenz, künstlerische Begabungen, Achtsamkeit oder Identitätsfragen zu thematisieren. Dazu gäbe es unterschiedliche Instrumente: Ein guter Ganztag mit mehr Zeit für ganzheitlichere Angebote, mehr Autonomie für die Schulen und die unterschiedlichen Perspektiven von multiprofessionellen Teams.

Bei Anna Christmann, Sprecherin für bürgerschaftliches Engagement, ging es darum, wie eine ökologische Politik auch im ländlichen Raum geht, wenn die Infrastruktur fehlt. Viele Fragen drehten sich um Fragen der Gerechtigkeit, zwischen Stadt und Land oder bei der Bildung. Den Teilnehmenden machte die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft sorgen, zum Beispiel zwischen Armen und Reichen. Auch interessierten sich die Jugendlichen dafür, auf welchen Wegen Abgeordnete in die Politik und in den Bundestag als Abgeordnete kommen.

Uhrzeit Programm
13.30 Uhr Ankommen im digitalen Raum
13.45 Uhr

Begrüßung und Diskussionsrunde mit

Dr. Anton Hofreiter MdB

Fraktionsvorsitzender

14.15 Uhr

Diskussion in Breakout-Sessions

mit

Dr. Anna Christmann MdB
Sprecherin für Innovations- und Technologiepolitik
Sprecherin für Bürgerliches Engagement

Katharina Dröge MdB
Parlamentarische Geschäftsführerin
Sprecherin für Wirtschaftspolitik

Kai Gehring MdB
Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule

Margit Stumpp MdB
Sprecherin für Bildungspolitik
Sprecherin für Medienpolitik

Beate Walter-Rosenheimer MdB
Sprecherin für Jugendpolitik
Sprecherin für Aus- und Weiterbildung

15.00 Uhr Abschlussrunde
15.15 Uhr Veranstaltungsende