02 Okt 2020

Digitale Veranstaltung Feminists* UNITE. Feministisch für globale Gerechtigkeit

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Aufzeichnung der Veranstaltung
Uhrzeit Programm
16.00

Begrüßung

Claudia Roth MdB
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

16.05

Keynote

Ailbhe Smyth
Aktivistin, Campaignerin und Feministin aus Irland

16.15

Video: "Grüne feministische Forderungen"

danach

Diskussion: “Blick zurück, um nach vorne zu schauen” – 1325 und die feministische Außenpolitik

Pam Campos-Palma
US-amerikanische Aktivistin und Politstrategin

Peter Eriksson
Minister für Entwicklungszusammenarbeit, Außenministerum Schweden

Moderation: Claudia Roth MdB

16.40

Künstlerischer Beitrag von

Amira Zarari
Poetry Slammerin

16.40

Claudia Roth MdB im Gespräch mit:

Djamila Ribeiro
Philosophin, Professorin aus Brasilien

Rosebell Kagumire
Feminismus- und Menschenrechtsaktivistin aus Uganda

17.10 Ende der Veranstaltung
  • In allen Regionen der Erde werden Frauen und Mädchen, werden Minderheitengruppen, werden Indigene strukturell diskriminiert: Sie sind in besonderem Maße von Krieg und Gewalt, von Armut und von der Klimakrise betroffen. Zugleich wird aber ihre Perspektive in der internationalen Politik sträflich vernachlässigt. Das erfordert einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Außen- und Sicherheitspolitik.
  • Die emanzipatorischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte werden weltweit von re-traditionalisierenden Maßnahmen und antifeministischen Gegenbewegungen bedroht. 25 Jahre nach der Pekinger Deklaration und Aktionsplattform der Weltfrauenkonferenz, 20 Jahre nach der Verabschiedung der UN Resolution 1325 zu „Frauen, Frieden und Sicherheit“ braucht es endlich neue Antworten, die Platz machen für feministische, antirassistische und solidarische Lösungen.
  • Mit Feminists UNITE haben Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und Agnieszka Brugger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der grünen Bundestagsfraktion eine Plattform geschaffen, um über Ländergrenzen hinweg über feministische globale Gerechtigkeit ins Gespräch zu kommen.

Weltweit streiten Frauen für mehr Rechte, denn in allen Gesellschaften, als auch in der internationalen Politik fehlt es an Geschlechtergerechtigkeit. Von der Klimakrise zu Gesundheitskrisen wie Corona und Ebola, von erodierenden Demokratien zu erodierenden Wirtschaftssystemen – überall geraten besonders Frauen- und Minderheitenrechte ins Hintertreffen. Darum ist es Zeit für eine Politik, die die Bedürfnisse von Menschen, und nicht von Staaten in den Mittelpunkt rückt. Gewalt und Not nämlich, gehen längst nicht nur von zwischenstaatlichen Konflikten aus; sie sind Konsequenz tief verwurzelter, auch patriarchaler Machtverhältnisse.

Weltweit erheben sich immer mehr selbstbewusste und mutige Stimmen, die eintreten für Gesellschaften, in denen alle Menschen ohne Gewalt und Unterdrückung leben können. Mit der Veranstaltung Feminists UNITE brachten Claudia Roth und Agnieszka Brugger Aktivist*innen und Politiker*innen, Philosoph*innen und Campaigner*innen zusammen, um aus der Vergangenheit zu lernen und darüber zu sprechen, was es jetzt für einen feministischen und global gerechten Neustart braucht.

Was braucht es für den Wandel?

Einer der großen und wichtigen feministischen Kämpfe ist seit jeher der um körperliche und sexuelle Selbstbestimmung von Frauen. In kaum einem Land der Welt können Frauen ohne Hürden oder straffrei über ihren eigenen Körper selbst entscheiden. In ihrer Keynote sprach die Aktivistin Ailbhe Smyth, wie sie gemeinsam mit vielen anderen irischen Aktivistinnen und Aktivisten mit der „Together for Yes!“-Kampagne Geschichte schrieb. Mit einem nationalen Referendum erreichten sie die Aufhebung des nahezu totalen Abtreibungsverbotes in Irland und gaben Millionen von Frauen endlich ihr Recht zurück, über den eigenen Körper zu bestimmen. Im Anschluss zeigten grüne Bundestags-Politikerinnen, dass feministische Gerechtigkeit eine Querschnittsaufgabe ist und was es braucht, damit unsere Zukunft eine feministische ist.

Die Belange aller Menschen in den Blick nehmen

Viele Staaten weltweit igeln sich im Zuge von Krisen und Konflikten national ein und bedienen ihre Egoismen, aktuelles Beispiel ist Donald Trump in den USA. Andere Staaten und Akteure verfolgen hingegen eine konstruktive und kooperative Politik. So gilt Schweden als einer der Vorreiter bei der Umsetzung einer feministischen Außenpolitik, die die Belange aller Menschen in den Blick nimmt. Warum feministische Außen- und Sicherheitspolitik wichtig ist und wie sie umgesetzt wird, erläuterten der schwedische Minister für Entwicklungszusammenarbeit Peter Eriksson und die US-Amerikanische Aktivistin und Polit-Strategin Pam Campos-Palma. In dem Gespräch wurde eines besonders klar: Die Rechte von Frauen und marginalisierten Gruppen müssen endlich ins Zentrum der Betrachtung von internationaler Politik.

Gemeinsam in Vielfalt

In diesen krisenbehafteten Zeiten zeigt sich auch, welche Rolle Kultur bei globalen Transformationsprozessen spielen kann. Kultur lebt von Austausch, und dieser endet nicht an einer deutschen oder an einer europäischen Grenze. Wie wichtig gerade auch die kulturelle Auseinandersetzung für eine weltoffene und pluralistische Gesellschaft ist, demonstrierte die Spoken Word-Künstlerin Amira Zarari eindrücklich mit ihrem Text über den Yemen, ihrer zweiten Heimat. Mit ihren Texten baut Amira Zarari Brücken in die Welt.

Frauen erleben eine andere Welt als Männer. Und für schwarze Frauen und Frauen of Colour ist die Welt nochmal eine ganz andere. In den folgenden Gesprächen verknüpften die brasilianische Philosophin Djamila Ribeíro und die pan-afrikanische Aktivistin Rosebell Kagumire feministische Gerechtigkeit mit antirassistischer Arbeit und der Gerechtigkeit für People of Colour und Schwarze Menschen. Gerade für schwarze Frauen und Frauen of Colour gestalten sich gesellschaftliche Hürden oftmals als noch rigider. Und es zeigt sich deutlich: Wenn wir zu einer feministischen Gerechtigkeit aufrufen, dann kann das nur eine gemeinsame und globale Gerechtigkeit sein. Miteinander erdacht, zusammen erarbeitet. Feminists UNITE.

Die gesamte Veranstaltung gibt es hier zum Nachsehen:

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