23 Jun 2020

Digitale Veranstaltung Grüner Plan für heiße Städte – Wie unsere Städte klimaresilient werden

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Aufzeichnung vom 23. Juni 2020
Uhrzeit Programm
10.00

Begrüßung und Vorstellung des Ablaufs

Daniela Wagner MdB
Sprecherin für Stadtentwicklung
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

10.05

Input: Was ist im Handlungsfeld Stadtentwicklung notwendig?

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Lamia Messari-Becker
Universität Siegen, Department Architektur
Leitung Lehrgebiet Gebäudetechnologie und Bauphysik
10.15

Input: Was ist im Handlungsfeld Gesundheit notwendig?

Dr. med. Martin Herrmann
Vorsitzender von KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
10.25

Fragen aus dem Publikum

Moderation: Daniela Wagner MdB

10.35

Kurze politische Einschätzung

Dr. Anton Hofreiter MdB
Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
10.40

Bericht aus der Praxis

Birgit Hebein
Vizebürgermeisterin der Stadt Wien
Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz,
Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung
Die Grünen
10.50

Diskussion

Moderation: Dr. Bettina Hoffmann MdB
Sprecherin für Umweltpolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
11.45

Zusammenfassung - Was nehmen wir mit?

Dr. Anton Hofreiter MdB
Daniela Wagner MdB
Dr. Bettina Hoffmann MdB

12.00 Ende

Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass in Folge der Klimakrise sommerliche Hitzeperioden weiter zunehmen werden. Viele Regionen müssen daher kühlend umgebaut werden, nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland. Dafür gibt es nicht nur einen, sondern verschiedene Wege und historische Vorbilder.

Das betonte auch Toni Hofreiter in seinem Fazit zu unserem digitalen Fachgespräch "Grüner Plan für heiße Städte - Wie unsere Städte klimaresilient werden".

Deutlich höhere Temperaturen in Städten

Besonders heiß werden Städte: In Berlin könnten in 30 Jahren Temperaturen wie heute in der australischen Hauptstadt Canberra herrschen. In Städten kann es bis zu 8 Grad heißer werden als im Umland, was die gesundheitlichen Gefahren verschärft. In Hitzeperioden sind Kleinkinder, ältere Menschen und Kranke besonders gefährdet. Die Bundesregierung hat bisher lediglich unverbindliche Handlungsempfehlungen zu ihrem Schutz veröffentlicht.

Immer mehr Menschen wohnen in Städten

Gleichzeitig findet ein Trend zum Wohnen in Städten statt. Prof. Dr. Lamia Messari-Becker von der Universität Siegen betonte, dass aktuell etwa 50 Prozent der weltweiten Bevölkerung in Städten wohnt und es 2050 wahrscheinlich 70 Prozent sein werden. Dies wird zu immer mehr Versiegelung in den Städten führen und Flächen kosten, die dann nicht mehr für Parks und Freiräume zur Verfügung stehen werden.

Durch die steigenden Temperaturen müssen energetisch schlechte Häuser wieder gekühlt werden und die nötigen Klimaanlagen produzieren wiederum eine große Abwärme, die die gefühlten Temperaturen weiter steigen lässt. Dieser zerstörerische Kreislauf lässt sich auch durch mehr Grün in der Stadt mildern.

Lebensqualität in den Städten erhöhen

Dr. Martin Herrmann (Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V.) hob hervor, dass eine Zerstörung der Umwelt auch eine Zerstörung der eigenen Gesundheit bedeutet. Dieser Zusammenhang findet aber erst langsam Einzug ins Bewusstsein. Dabei gibt es auf allen Ebenen Handlungsbedarf. Die Maßnahmen müssten nicht immer Geld kosten, häufig reichten schon eine bessere Vernetzung und Information aus, um Dinge in die richtige Richtung zu lenken.

Mehr Grün in der Stadt, saubere Luft und naturnahe Erfahrungsräume bedeuten nicht nur mehr Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, sondern auch eine bessere Aufenthaltsqualität und Attraktivität. Das gilt es jetzt umzusetzen: in der Kommune, den Bundesländern und im Bund. Durch eine bessere Städtebauförderung, mehr Information und Hitzeaktions- und Notfallpläne. Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung der grünen Bundestagsfraktion, erklärte: "Wir müssen die Resilienz und Lebensqualität in unseren Städten massiv steigern. Wenn sich eine Kommune auf den Weg gemacht hat, zeigt sich nicht nur mehr Grün, sondern man sieht auch spielende Kinder und flanierende Bürger. Eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität ist auch eine soziale Frage."