11 Nov 2020

Digitale Veranstaltung Kick oder Knick? Corona und die digitale und ökologische Transformation im industriellen Mittelstand

Mit dem Anklicken bauen Sie eine Verbindung zu den Servern des Dienstes YouTube auf, und das Video wird abgespielt. Datenschutzhinweise dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Uhrzeit Programm
10.00

Begrüßung und politische Einführung:
Oliver Krischer MdB
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

 

Moderation:
Dieter Janecek MdB
Sprecher für Industriepolitik und Digitale Wirtschaft
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Diskussion mit
Bertram Kawlath
VDMA – Vizepräsident und geschäftsführender Gesellschafter der Schubert & Salzer Firmengruppe

Prof. Svenja Falk
Honorarprofessorin an der Uni Gießen und Leiterin der Arbeitsgruppe zu Digitalen Geschäftsmodellen unter dem Dach der "Plattform Industrie 4.0", Accenture Research

Ralph Obermauer
Referat für Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik der IG Metall     

 

11.30 Ende der Veranstaltung
  • Durch die Corona-Krise ist auch der industrielle Mittelstand enorm gefordert. Gleichzeitig verlangen die Transformationsprozesse rund um Klima, Globalisierung und Digitalisierung den Unternehmen einiges ab. Besonders betroffen sind die Automobilzulieferer.
  • In einem Fachgespräch haben wir mit Expert*innen darüber gesprochen, wie wir den industriellen Mittelstand bei der Bewältigung des Strukturwandels begleiten können.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen Innovationen über einen Investitionsfonds ermöglichen und Rahmenbedingungen für Weiterbildung und Qualifizierung setzen.

Enorme Herausforderungen für den Industriellen Mittelstand

Strukturelle Transformationsprozesse rund um Klima, Digitalisierung und Globalisierung erfordern einen tiefgreifenden Wandel, der mit enormen Investitions- und Umbauerfordernissen einhergeht. Der industrielle Mittelstand steht vor diesem Hintergrund vor gewaltigen Herausforderungen.

Aus diesem Grund hat sich die grüne Bundestagsfraktion am 11. November im Rahmen eines öffentlichen, digitalen Fachgesprächs mit sachkundigen Expert*innen ausgetauscht – über angemeldete 170 Teilnehmer*innen zeigten, wie groß das Interesse an der Thematik ist.

Mit Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, und Dieter Janecek, Sprecher für Digitale Wirtschaft und Industriepolitik, diskutierten Bertram Kawlath, VDMA-Vizepräsident und geschäftsführender Gesellschafter, Prof. Svenja Falk, Honorarprofessorin an der Uni Gießen und Leiterin der Accenture Research Arbeitsgruppe zu Digitalen Geschäftsmodellen unter dem Dach der "Plattform Industrie 4.0", und Ralph Obermauer vom Referat für Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik der IG Metall.

Situation im Maschinenbau mit Licht und Schatten

VDMA-Vizepräsident Kawlath machte zu Anfang der Veranstaltung klar, wie divers die Situation des industriellen Mittelstands sei. So gehe es den Sparten Medizintechnik, Abfall und Recycling, Lebensmittel und Baumaschinen recht gut, wohingegen die Fahrzeugbranche starke Einbrüche zu verzeichnen hätte. Insgesamt aber zeichnete er ein optimistisches Bild. Vollkommen klar ist aus Sicht des VDMA, dass Klimaschutz auch als wirtschaftliche Chance wahrgenommen wird.

Schnelle und unbürokratische Liquiditätshilfe nötig

Dieter Janecek erläuterte, dass die grüne Bundestagsfraktion sich für die Ausweitung des Verlustrücktrags um vier Jahre, unter Beschränkung auf maximal zwei Millionen Euro einsetze. Darüber hinaus wolle die grüne Bundestagsfraktion Investitionenen in die sozial-ökologische Transformation über einen Investitionsfonds ermöglichen.

Die Pandemie als Treiber für digitale Geschäftsmodelle

Im Folgenden ging Prof. Svenja Falk auf die digitale Wettbewerbsfähigkeit ein. Ihrer Ansicht nach ist die Coronapandemie ein Katalysator für digitale Geschäftsmodelle, die Innovationsgeschwindigkeit sei enorm hoch, industriekonvergent und unternehmensübergreifend. Dabei seien Digitalisierung und Nachhaltigkeit eine untrennbare Doppelhelix

Weiterbildung und Qualifizierung helfen bei der Bewältigung des Strukturwandels

Abschließend erläuterte Ralph Obermauer, dass auch die IG Metall die Transformationsagenda angenommen habe. Jedoch sei der Zeitdruck durch die Klimapolitik durch Corona noch verstärkt worden, was bei den Autozulieferern zu einem Knick geführt habe. Herr Obermauer rechnet mit einem Stellenabbau in der Branche von etwa 200.000 Beschäftigten. Wichtig sei nun, auch an hiesigen Standorten die Batteriezellfertigung zu ermöglichen. Daneben müssen Weiterbildung und Qualifizierung besser ermöglicht werden.

Die grüne Bundestagsfraktion hat mit dem Vorschlag eines Qualifizierungs-Kurzarbeitergeldes ein Konzept für die Bewältigung des Strukturwandels vorgelegt. Ergänzend soll die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung umgebaut werden: die Qualifizierung stünde dabei im Mittelpunkt.