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Die Schuhe haben Lehm in den Profilen. Die Menschen sind schweigsam und zäh. Und abends tanzt der Wind allein auf den Straßen. Wenn Städter über die ländlichen Räume sprechen, kommen schnell mal Klischees zum Vorschein.

Zu unserer Online-Konferenz „Stadt-Land-Zukunft“ trafen sich am 26. März 440 Menschen, die wissen, dass ländliche Räume auch für Lebensqualität und Vielfalt, für Experimentierräume und Innovationen, für Lösungskompetenz und hilfreiche Strukturen stehen. Die grüne Bundestagsfraktion hatte Fragen an sie und lud zum Austausch ein: Was macht die ländlichen Räume aus? Was sind die Themen vor Ort? Was funktioniert gut, wo hakt es? Und welche Wünsche und Ideen haben die Menschen aus den ländlichen Räumen für ihre Region? Uns ist klar: Keine Statistik kann das reale Leben abbilden. Was wir hier durch Zuhören lernen können, ist unersetzliche Basis für die parlamentarische Arbeit zur Stärkung gleichwertiger Lebensverhältnisse.

In Fakten:
Zur Konferenz Stadt Land Zukunft kamen 39 Impulsgeber*innen und brachten facettenreiche Erfahrungen und umfassendes Fachwissen mit. Es gab 18 unterschiedliche Expert*innen-Runden, Workshops und offenen Gesprächsformaten. Elf grüne Bundestagsabgeordnete standen als Gastgeber*innen zur Verfügung. Aus den Erfahrungen im Regionalprojekt „Stadt-Land-Zukunft“ wussten wir um die relevanten Themen. So gab es Veranstaltungen zu Gesundheitsversorgung & Mobilität, Zukunft der Arbeit, Zuzug & Bleibeperspektiven, Kommunalfinanzen & Fördermöglichkeiten, Einsamkeit & Vielfalt, Nahversorgung & regionales Wirtschaften, lebendige Ortskerne & Begegnungsorte und das gute Wohnen.

Orte des Zusammenhalts schaffen

Zum Auftakt der Konferenz sprachen Katrin Göring-Eckardt, Prof. Dr. Claudia Neu und Prof. Dr. Heinz Bude über Orte des Zusammenhalts in den ländlichen Räumen. Gemeint sind Orte für zwanglose Begegnungen, ohne dass man etwas kaufen müsste. Hier kommt man über die Milieugrenzen hinweg zusammen und verhandelt das Leben im Ort. Diese sozialen Orte sind deswegen so entscheidend für eine Region, weil sie wie ein sozialer Kitt Einsamkeit vorbeugen und die Weiterentwicklung der Umgebung in der Gemeinsaft befördern. Wer sich hier mir seinen Belangen einbringt, möchte etwas verbessern, erlebt Partizipation hautnah, genießt das Gesehenwerden und seine Mitgestaltungsmöglichkeit. Auch Scheitern darf sein. Diese Orte der Teilhabe sind ein zentraler Grundstein für gutes Leben auf dem Land.

Doch demokratische Partizipation als Alltagspraxis zu verstehen, ist nicht nur eine Frage der Gestaltung. Im Workshop von Filiz Polat wurde besprochen, dass rechtsextreme Angebote sich nur an Orten ansiedeln können, an denen die zivilgesellschaftlichen Strukturen verödet sind. So sind die Orte der Begegnung auch Garant für eine gelebte und wehrhafte Demokratie.

Der Workshop zu lebendigen Ortskernen von Daniela Wagner knüpfte hier mit einer Diskussion darüber an, welche Instrumente und Innovationen die Stärkung attraktiver Ortskerne ermöglichen. Hier wurde die Erfahrung bestätigt, dass eine selbsttragende Initiative, bestenfalls bestehend aus der Verwaltung, engagierten Bürger*innen und der lokalen Wirtschaft, das A und O bei der Entwicklung neuer sozialer Orte ist.

„Die partizipative Verwaltung“ (Prof. Dr. Claudia Neu)

Die Rolle der Verwaltung war in vielen Konferenzbeiträgen ein Thema. Im Expert*innen-Gespräch zur Finanzierung von Orten der Begegnung mit Stefan Schmidt wurde über Finanzen als Basis der kommunalen Selbstverwaltung gesprochen. Hier wurde klar, dass nur ausreichende eigene finanzielle Mittel die Kommune in ihren Gestaltungsaufgaben nachhaltig stärken können. Es liegt in der Natur von Förderprogrammen, dass sie keine langfristige Unterstützung sind. Nur wenn Kommunen über die entsprechenden Mittel verfügen, kann das Subsidiaritätsprinzip wieder greifen, nach dem möglichst viel direkt vor Ort geregelt werden soll. Wie wichtig es ist, die Aufgaben vor Ort wieder selbst schultern zu können, kam im Expert*innen-Gesprächen zur Gesundheitsversorgung mit Britta Haßelmann, zur Regionalwirtschaft mit Claudia Müller und im Workshop zur Einsamkeit von Dr. Kirsten Kappert-Gonther zur Sprache. Das Zitat „Armut macht einsam“ bezieht sich hier nicht auf Individualhaushalte, sondern auf die Gemeinden. Wenn sie über Mittel für maßgeschneiderte Angebote verfügen, erwächst daraus die Möglichkeit, dass ihre Bürger*innen im Dialog kluge Lösungen entwickeln. Die Bedeutung der gesprächsbereiten und potenten Verwaltung wurde auch bei der Umnutzung alter Gebäude thematisiert: Ob als Begegnungsort, für Wohnzwecke oder als touristisches Angebot – hier braucht es eine relevante, tragfähige Unterstützung für ein gelingendes Angebot.

„Innovation ist die Rekombination von Vorhandenem“ (Babette Scurrell, Neuland gewinnen e.V.)

Die wirklich guten Lösungen für einen Orte entstehen aus den Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen der Bürger*innen und ihrem Know How – so lautet eine weitere zentrale Beobachtung. Top-Down-Initiativen, zum Beispiel in Form von neuen Förderprogrammen, können den spezifischen Herausforderungen in den ländlichen Räumen nur selten gerecht werden, es sei denn sie sind direkt mit den lokalen Initiativen rückgekoppelt. Dies diskutierten unter anderem die Teilnehmer*innen im Workshop zum Guten Wohnen von Christian Kühn und stellten fest, dass Externe, wie zum Beispiel mobile Lotsen, bei der Entwicklung von Leerständen selten zu passgenauen, langfristig funktionierenden Lösungen verhelfen können. Die Bewohner vor Ort sind die Expert*innen ihres eigenen Lebens. Sie kennen ihre Bedürfnisse, oft haben sie auch hervorragende Lösungsideen, die weit über das Denken einer konventionell arbeitenden Verwaltung hinausgeht.

Zwei sehr schöne Beispiele sind der Gesundheitscampus Sauerland und der Gesundheitskiosk in der Region Seltenrain (Thüringen), die beide aus einer Initiative engagierter Bürger*innen hervorgingen.
Gefordert ist eine emphatische Verwaltung, die die zivilgesellschaftlichen Akteure vor Ort – engagierte Dorfbewohner*innen also – als kompetente Partner*innen anerkennt und unterstützt.

Genau an diesem Punkt suchte auch der Fördermittelworkshop von Britta Haßelmann nach einer sinnvollen Lösung. Es gilt, den Fördermitteldschungel so zu lichten und die Angebote so zu bündeln, dass lokale Akteur*innen hier eine realistische Unterstützung erkennen und mit überschaubarem Aufwand beantragen können.

Die ländlichen Räume und Städte als Partner auf Augenhöhe

In vielen Gesprächen wurde die schwierige Stadt-Land-Beziehung thematisiert. Solang die ländlichen Räume als abgehängt gelten, haben es zum Beispiel Fachkräfte-Initiativen schwer, junge Menschen für eine Berufsausbildung auf dem Land zu begeistern, wie im Workshop von Claudia Müller besprochen wurde. Erste Vorstöße entstehen, wo eine gute Versorgung mit Internet neue Formen des Arbeitens ermöglicht. Im Workshop von Dieter Janecek wurden Coworking-Spaces als Orte angedacht, wo Unternehmen und Verwaltung Tür an Tür arbeiten könnten. Hier könnten auch Arbeitsorte für Unternehmen angesiedelt werden, die ihren Mitarbeiter*innen lange Pendelfahrten ersparen möchten.

Graphic Recording aus dem Workshop „Wir entwickeln einen leerstehenden Bahnhof zu einem Coworking-Space". Sandra Bach

Es wurde überlegt, ob die Pandemie Initiator für eine Hinwendung zum Land sein könnte. Die Landsehnsucht in den Städten ist aktuell zumindest deutlich zu vernehmen. Umso wichtiger, dass in den ländlichen Räumen eine bedarfsgerecht Gesundheitsversorgung und zeitgemäße Mobilitätsangebote bereit stehen.

Im Mobilitätsworkshop von Stefan Gelbhaar und im Tourismusworkshop von Markus Tressel wurde konkret über die Möglichkeiten sicherer Fahrradwege diskutiert. Bevor die Einheimischen, Gäste und Zugezogenen sicher mit dem Pedelec zum Coworking-Space mit angegliedertem Café mit regionalen Spezialitäten fahren können, muss noch viel passieren. Denn aktuell werden die überörtlichen Straßen noch zu oft vom LKW-Verkehr dominiert, Radwege fehlen häufig.

Fazit

Ob über zum Beispiel das Baugesetzbuch oder die Straßenverkehrsordnung – in den Workshops wurden Teilaspekte auf fachlich hohem Niveau diskutiert. Unterm Strich lassen sich am Ende der Konferenz drei zentrale Aufgaben formulieren:

  • die finanzielle Stärkung der ländlichen Kommunen, um die kommunale Selbstverwaltung und Partizipation als wirkungsvolle Gestaltung in den ländlichen Räumen zu ermöglichen
  • die Stärkung der engagierten und ideenreichen Bürger*innen in ihrem Bemühen, Dorfläden, Kulturbahnhöfe, Coworking-Spaces oder andere Orte der Teilhabe am Wohnort zu gründen
  • den Diskurs um die Gleichwertigkeit von urbanen und ländlichen Lebensweisen in die Gesellschaft zu tragen und so die Orte für einen regen Austausch und einen Rahmen für eine wertschätzende Lebenspraxis für alle, die kommen und alle, die die bereits da sind, zu schaffen

Unsere Aufgabe als grüne Bundestagsfraktion ist es nun, diese Beiträge und Forderungen unserer Konferenzgäste in eine wirkungsvolle parlamentarische Arbeit zu übersetzen und herauszufiltern, wie die Bundespolitik insgesamt und eine künftige Bundesregierung im Besonderen hier besser agieren kann, als bisher. Der Ball liegt jetzt bei uns.

Wir danken allen, die mit ihrer Zeit, ihrem Wissen, ihrem Mut und ihrer Geduld zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Lassen Sie uns in Kontakt bleiben.

Uhrzeit Programmpunkt
13.00

Öffnung der Konferenz-Plattform: Möglichkeit für Fragen und den Besuch des Ausstellungsbereichs

14.00

Begrüßung

  • Katrin Göring-Eckardt MdB
    Fraktionsvorsitzende
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
 
 

Orte des Zusammenhalts – Auftakt

  • Prof. Dr. Claudia Neu
    Lehrstuhl Soziologie ländlicher Räume
    Universitäten Göttingen
  • Prof. Dr. Heinz Bude
    Lehrstuhl für Makrosoziologie
    Universität Kassel
 
 

Stadt-Land-Zukunft - Projektvorstellung

  • Britta Haßelmann MdB
    Sprecherin für Kommunalpolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Markus Tressel MdB
    Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
 
15.00

6 parallele Workshops: Expert*innen-Gespräche

Themen: siehe unten

16.00

Pause

währenddessen:

Auf ein‘ Tee mit …
Möglichkeit zum Austausch

  • Britta Haßelmann MdB
  • Markus Tressel MdB
  • Claudia Müller MdB
  • Stefan Schmidt MdB

Ausstellung
Projekte und Initiativen aus den ländlichen Regionen stellen
sich vor. Kommen Sie mit den Aussteller*innen per Chat ins Gespräch.

Yoga für Neugierige und Erfahrene
Pausenyoga mit Atemtechniken bringt Klarheit, Freude und Kreativität. Es sind keine Vorkenntnisse oder besondere körperliche Begabungen nötig.

  • Arielle Kohlschmidt
    Yogalehrerin & Raumpionierstation Oberlausitz
 
16.45

8 parallele Stadt-Land-Zukunft-Workshops
mit Impulsgeber*innen aus den Regionen

Themen: siehe unten

18.15

Schlusswort & Verabschiedung

  • Britta Haßelmann MdB
  • Babette Scurrell
    Neuland gewinnen e.V.
 
18.30

Ende des Programms


Workshops

Nummer Parallele Workshops: Expert*innen-Gespräche
1

Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen verlässlich stärken
In den Regionen gibt es das beste Wissen über die Gesundheitsprobleme vor Ort. Und häufig auch passgenaue Ideen zur Lösung. Ein wichtiger Schlüssel für gleichwertige Lebensbedingungen überall ist es, dieses Wissen in den Kommunen zu stärken und sektorenübergreifende Lösungen zu unterstützen. Zudem müssen wir ein Zukunftsprogramm für Krankenhäuser aufstellen. Wie das gelingen kann, diskutieren wir in diesem Workshop.

  • Britta Haßelmann MdB
  • Maria Klein-Schmeink MdB
    Sprecherin für Gesundheitspolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Ingo Jakschies
    Gesundheitscampus-Sauerland GmbH & Co KG
  • Michael Zaske
    Gesundheitsministerium Brandenburg

 

2

Mobilitätsstationen – wir bauen die Mobilitätswende
Wie gestalten wir den Nahverkehr auf dem Land attraktiv? Wie machen wir die Menschen im Dorf unabhängig vom Auto? Wie können wir Haltestellen und Bahnhöfe so aufwerten, dass Menschen sie gerne nutzen? Wie können wir Mobilität und Versorgung neu kombinieren und in unseren Orten neue soziale Räume schaffen? Das diskutieren wir mit Expert*innen für Architektur, Verkehrswesen und Dorfentwicklung.

  • Markus Tressel MdB
    Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Lola Meyer
    Stadtplanerin und Landschaftsarchitektin
    wissenschaftliche Mitarbeiterin Uni Kassel,
    Co-Geschäftsführerin EUROPAN, Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau e.V
  • Prof. Philipp Oswalt
    Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen, Experte für den ländlichen Raum und Projektleiter im Forschungsprojekt BauMobil: Bauen für die neue Mobilität im ländlichen Raum
  • Kerstin Faber
    Projektleiterin Gesundheitskioske, Internationale Bauausstellung Thüringen GmbH
 
3

Analog und regional trifft digital  - Nahversorgung neu denken
Wie kann es gelingen, dass alles was nötig ist, vor Ort erworben oder aber gebracht werden kann? Dorfladen oder Digitalpaket? Was brauchen wir, damit Familien, aber auch ältere Menschen an ihrem Ort bleiben können? Wie können wir digital und analog verknüpfen, um auch regionale Produktkreisläufe zu stärken?

  • Claudia Müller MdB
    Mittelstandsbeauftragte
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Tamara Arnold
    KeepFresh, SinkaCom AG
  • Heinz Frey
    Geschäftsführer DORV
  • Brigitte Hilcher
    stellvertretende Geschäftsführerin
    Bundesverband Regionalbewegung e.V.
 
4

Orte der Begegnung lebendig halten – Wie können Kommunen Sparzwängen trotzen?
Wenn die Krise eines zeigt, dann wie wichtig ein lebendiges Gemeinwesen ist. Leider sehen sich besonders finanzschwächere Kommunen immer wieder gezwungen, genau hier den Rotstift anzusetzen. Wie ist es um Orte des Austauschs bestellt und wie schaffen wir es, öffentliche Räume und Einrichtungen für ein soziales Miteinander trotz klammer Kassen lebendig zu halten bzw. wiederzubeleben?
Diesen Fragen wollen wir gemeinsam mit unseren Expert*innen auf den Grund gehen.

Stefan Schmidt MdB
Sprecher für Kommunalfinanzen
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Moderation: Gaby Klug, Kämmerin der Stadt Köln a.D.

  • Dr. Michael Thöne
    Geschäftsführender Direktor
    Finanzwissenschaftliches Forschungsinstitut an der Universität zu Köln
  • Uwe Zimmermann
    Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
    Deutscher Städte- und Gemeindebund
  • Anna Kebschull
    Landrätin Landkreis Osnabrück
 
5

Gutes Wohnen auf dem Land
Ländliche Räume haben vielerorts Probleme mit dem Wegzug, vor allem von jungen Menschen. Es gibt aber auch Gegenbewegungen. Ältere Menschen oder junge Familien kehren zurück. Wo ziehen sie hin, wenn sie aufs Land ziehen? Wie nutzen wir leerstehende Gebäude oder Wohnblöcke? Wo wohnen junge Menschen, die gerne im ländlichen Raum bleiben möchten? Wie gestalten wir gutes Wohnen auf dem Land?

  • Christian Kühn MdB
    Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Reiner Nagel
    Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur
  • Dr. Marta Doehler-Behzadi
    Geschäftsführerin
    Internationale Bauausstellung Thüringen
 
6

Digitalisierung und neue wirtschaftliche Perspektiven in ländlichen Räumen
Mit der Digitalisierung verändert sich die Art wie wir arbeiten und leben. Es verändern sich Pendlerströme und Produktionsprozesse. Wir erleben einen grundlegenden Strukturwandel, der ländliche Regionen vor neue Herausforderungen stellt, vor allem aber neue Chancen bringt. Was brauchen Unternehmen in den ländlichen Regionen, damit aus den Chancen lokale Wertschöpfung entsteht?

  • Dieter Janecek MdB
    Sprecher für Industriepolitik und Digitalwirtschaft
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Dr. Richard Ralfs
    Sprecher BAG Digitales & Medien, Bündnis 90/ Die Grünen, Sounding Board Digitale Transformation NRW, Kreistag Rhein-Sieg-Kreis
 

Nummer Parallele Stadt-Land-Zukunft-Workshops
7

Mittel, Macht und Möglichkeiten für regionale Akteur*innen
Welche Fördermöglichkeiten gibt es bereits für Projekte in ländlichen Räumen, um gemeinsam aktiv zu werden – und was fehlt? Wo kann noch nachgebessert werden, wenn es um die Stärkung der ländlichen Räume geht? Expert*innen erzählen aus der Praxis, wie sie ländliche Perspektiven mitgestalten und welche Unterstützung es braucht, um aktiv zu werden.

  • Britta Haßelmann MdB
  • Sabine Weizenegger
    „Akteure und Regionen“
  • Jana Ahnert
    Neuland gewinnen e.V.
  • Alexandra Tautz
    Ländliche Heimvolkshochschule am Seddiner See e.V
 
8

Arbeit haben wir hier genug. Aber es fehlen die jungen Kolleg*innen!
Die Heizung ist ausgefallen und kein Handwerker in Sicht…. Was braucht es, damit Fachkräfte, aber vor allem auch junge Leute in ländliche Regionen kommen und dann auch da bleiben? Was müssen wir besser machen?
Wir wollen zusammen mit Ihnen herausfinden, wie die Fachkräftesicherung verbessert werden kann.

  • Claudia Müller MdB
  • Prof. Andreas Diettrich
    Uni Rostock, Institut für Betriebswirtschaftslehre
  • Carla Kniestedt
    MdL Brandenburg
  • Dagmar Schulze
    Gleis 7 e.V. - Wir bringen Leben in die Arbeitswelt
 
9

Was macht unsere Region aus? – Tourismus als belebender Faktor!
Der Tourismus belebt in ländlichen Regionen oft die Mobilitätsangebote, Nahversorgung, Ortskerne, kulturelle Initiativen und die Wirtschaft. Er bietet den Bewohner*innen Chancen, ihre Region neu zu entdecken und gemeinsam mit Reisenden nachhaltig zu erschließen. Gemeinsam wollen wir über gelungene Projekte aus der Praxis, die Rolle des Tourismus in ländlichen Regionen und die Rolle der Politik diskutieren. 

  • Markus Tressel MdB
  • Ute Mushardt
    Vorsitzende
    Bundesverband Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland e.V.
  • Daniel Sebastian Menzel
    Geschäftsführer
    Tourismusverband Fläming e.V.
 
10

Einsam, gemeinsam, Gemeinde
Einsamkeit ist nicht nur in der Pandemie ein zunehmendes Phänomen. Wo Begegnungsräume fehlen, wo Teilhabe schwer möglich ist und Armut hingenommen wird, breitet sich Einsamkeit aus. Als Folge steht nicht nur die seelische Gesundheit der Betroffenen auf dem Spiel, sondern auch die Seele einer lebendigen demokratischen Gemeinde. Deswegen müssen interdisziplinär Orte entwickelt werden, die Begegnungen vor der Haustür fördern und zur gemeinsamen Gestaltung anregen.

  • Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB
    Sprecherin für Drogenpolitik und Gesundheitsförderung
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Jana Prochow
    Ärztliche Psychotherapeutin, Gera
  • Miriam Boger
    Bezirksamt Berlin-Lichtenberg
    Koordination Gesundheitsförderung und Prävention OE QPK  
  • Dr. Martyna Voß
    Verein „Soziale Gesundheit“
  • Corinna Köbele
    Künstlerstadt Kalbe
 
11

Mit lebendigen Orten Impulse für regionale Entwicklung setzen
Belebte Ortskerne, die man gerne besucht, wo man verweilt, genießt und Menschen trifft, tragen zur Lebensqualität bei. Sinkt die Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität, verlieren alle – Bewohner*innen, Gewerbetreibende und die Kommune. Wie beleben wir Ortskerne gerade kleinerer Gemeinden? Wie gestalten wir attraktive Ortskerne als Kristallisationspunkt für Innovationen und als Chance für die regionale Wirtschaft, die Impulse für regionale Entwicklung geben?

  • Daniela Wagner MdB
    Sprecherin für Stadtentwicklung
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Silke Franz
    Dipl. Geografin
    Referentin im Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Thüringen
  • Tanja Blankenburg
    Dipl. Raumplanerin & Referentin in der Abteilung Energie und Landesentwicklung
    Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, Mecklenburg-Vorpommern
  • Julia Paaß
    Vorständin Netzwerk Zukunftsorte
 
12

Mobilität im Ländlichen Raum: Wie kann Radfahren hier attraktiver werden?
Menschen im ländlichen Raum wollen Radfahren. Um von Dorf zu Dorf oder in die Stadt zu kommen, muss man aber oft wagemutig zwischen schnellen Autos auf Überlandstraßen radeln, große Umwege über Feldwege nehmen oder doch ins Auto steigen – auch, wenn es nur fünf Kilometer sind. Wir fragen deshalb: Wie kann Radfahren auf dem Land attraktiver und vor allem sicherer werden – und zwar nicht nur für Mutige, sondern für alle?

  • Stefan Gelbhaar MdB
    Sprecher für Verkehrspolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Dr.-Ing. Melanie Herget
    Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
    Universität Kassel
  • Dr. Markus Brohm
    Referent Ländliche Räume, Verkehr, Wirtschaftsförderung und Vergaberecht des Deutschen Landkreistags
  • Dr. rer. pol. Angela Francke
    Professorin für Radverkehr
    Hochschule Karlsruhe
 
13

Demokratie.Land.Leben – Die bunte Dorfgemeinschaft zeigt Flagge
Vom Jugendzentrum über den Sportverein bis zur Nachbarschaftsinitiative: Wie stärken wir demokratische Strukturen in den ländlichen Räumen? Welche Aufgaben müssen Kommunen und Parlamente dabei übernehmen? Was können die Bürgerinnen und Bürger für ein vielfältiges Miteinander in alten Dorfstrukturen tun? Welche Strategien gegen Rechts und für aktiven Diskriminierungsschutz gibt es, welche braucht es?

  • Filiz Polat MdB
    Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik
    Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
  • Anna Meier
    Amadeu Antonio Stiftung
 
14

Wir entwickeln einen leerstehenden Bahnhof zu einem Coworking-Space
In diesem Szenario-Workshop gehen wir die Planungsschritte vom leeren Bahnhof zum lebendigen Coworking-Space gemeinsam. Was braucht es, damit hier ein funktionierender Arbeits- und Begegnungsort entsteht? Welche Wechselwirkungen auf den Ort und seine Infrastruktur wird der Coworking-Space mit sich bringen? Ziel ist es, die komplexe Aufgabe einer Coworking-Space-Gründung mit Kreativität und Bodenhaftung zu skizzieren.

  • Ulrich Bähr
    Heinrich-Böll-Stiftung SH
    Vorstand CoWorkLand
  • Bernd Kleist
    Dorfladen Gessin
  • Jutta Wegner
    Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Stadtrat Neubrandenburg
  • Sandra Bach
    Graphic Recording