26 Mai 2020

Digitale Veranstaltung Kulturmittler als BrückenbauerInnen gegen eine Pandemie namens Nationalismus

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Aufzeichnung unseres Webinars
Uhrzeit Programm
13.00

Begrüßung und Einführung

Claudia Roth MdB
Bundestagsvizepräsidentin
Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Gespräch mit

Johannes Ebert
Generalsekretär, Goethe Institut

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
Präsident, DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst

Wolfgang Ischinger
Vorsitzender Münchner Sicherheitskonferenz

Enno Aufderheide
Generalsekretär Alexander-von-Humboldt-Stiftung

14.15

Schlusswort

Claudia Roth MdB

14.30 Ende der Veranstaltung

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hält seit Jahrzehnten mit ihrem weitreichenden Netzwerk Türen offen, wo politische Verständigung mitunter schwer erscheint. In einer Welt, in der die Handlungsspielräume für Zivilgesellschaften weltweit zunehmend durch repressive Politik schwinden, bieten sie nicht nur wichtige Schutzräume, sondern auch Möglichkeiten zum stetigen Austausch.

In unserem Webinar diskutierte Claudia Roth mit Experten über Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik in Corona-Zeiten. Sie unterstrich die immense Bedeutung von Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) als dritte Säule der Außenpolitik, die im besten Sinne und ganz besonders in Krisenzeiten demokratiestiftend ist. KulturmittlerInnen bauen im Ausland Brücken in einer Zeit, da vielerorts Grenzen dichtgemacht und bestehende Verbindungen gekappt werden.

Internationale Herausforderungen

Mit Johannes Ebert (Generalsekretär des Goethe Instituts), Prof. Dr. Joybrato Mukherjee (Präsident des DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst), Dr. Enno Aufderheide (Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung) und Wolfgang Ischinger (Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz) sprach Claudia Roth über die derzeitigen Herausforderungen für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft und Kultur. Weiter Themen waren, wie man seitens Kultur und Wissenschaft dem Nationalismus etwas entgegen setzen kann und wie man den Angriffen auf die Wissenschafts- und Kunstfreiheit sowie auf die Idee der Verständigung und Zusammenarbeit wirksam begegnet.

Druck nicht erst seit der Pandemie

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee und auch Dr. Enno Aufderheide unterstrichen, dass WissenschaftlerInnen nicht erst seit der Corona-Pandemie vielerorts unter Druck geraten sind. Grenzüberschreitende Kooperationen sind Basis der Wissenschaft, die derzeitigen Mobilitäts-Einschränkungen stellen Hochschulen und WissenschaftlerInnen daher vor große Herausforderungen. Johannes Ebert berichtete ebenfalls, wie die Pandemie vielerorts sich bereits seit langem vollziehende autoritäre Tendenzen verstärke. Die EU-Ratspräsidentschaft müsse dies thematisieren und die Wichtigkeit kritischer, offener und demokratischer Diskurse verdeutlichen. Alle waren sich einig, dass die internationale Vernetzung aufrechterhalten und Netzwerke gestärkt werden müssten.

Wolfgang Ischinger betonte zudem die Friedenskraft der Kultur und die Notwendigkeit die europäische Idee wiederzubeleben. Gerade in diesen Zeiten brauche es mehr Empathie und kulturelle Verständigung über Grenzen hinweg. Dies müsste auch mit entsprechenden finanziellen Mitteln unterlegt werden.