Fachgespräch Moore, Wälder, Seegraswiesen - Ökosysteme und ihre Rolle im Kampf gegen die Klimakrise

Darum geht's

Die menschengemachte Klimakrise und das Arten-Aussterben bedrohen unsere Lebensgrundlagen. Jede weitere Tonne CO2 und jede weitere ausgestorbene Art sind eine Hypothek gegenüber folgenden Generationen und bringen uns schon heute an den Rand der planetaren Grenzen. Arten-Aussterben und Klimakrise verstärken sich dabei gegenseitig. Die Berichte des Weltklimarates und des Weltbiodiversitätsrates zeigen auf eindringliche Weise, wie jedes Grad weniger Erderhitzung im Kampf gegen die Zuspitzung dieser Krisen zählt. Es wird deutlich, dass intakte Ökosystem von zentraler Bedeutung für die Lösung der Krisen unserer Zeit sind. Intakte Ökosysteme wirken auf vielfältige Art und Weise den Folgen der Klimakrise und des Arten-Aussterbens entgegen: Sie speichern Kohlenstoff, bieten geschützte Lebensräume, wirken auf das lokale und globale Klima ein und sind eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Allein die Weltmeere haben bereits 30 Prozent der menschgemachten Treibhausgase aufgenommen. Moore machen nur drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoffdioxid wie alle Wälder der Erde zusammen.

Die Debatte um natürliche Kohlenstoffsenken und die Potenziale von gesunden Ökosystemen für den Klimaschutz ist nicht neu. Doch unter dem Buzzword „Natural Solutions to Climate Change“ und der Zuspitzung von Klimakrise und Arten-Aussterben bekommt es aktuell wieder eine neue Aufmerksamkeit in der Fachöffentlichkeit. Teilweise wird die Debatte aber auch für eine neue Ökonomisierung der Natur und für Greenwashing missbraucht. Die klimapolitischen Chancen und Potenziale von intakten Ökosystemen sowie die Gefahren einer Instrumentalisierung des Naturschutzes wollen wir Grüne im Bundestag auf unserem Fachgespräch mit ExpertInnen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren. Um folgende Fragen wird es gehen: Was sind „Natural Solutions for Climate Change“? Braucht es eine Naturschutzoffensive für den Klimaschutz? Wo muss die Regierung handeln? Welche Gefahren lauern bei falscher Umsetzung und welche Richtung schlägt der mediale Diskurs aktuell ein?

Zum Austausch über diese Fragen möchten wir Sie herzlich einladen.

Uhrzeit Programm
15.30 Anmeldung
16.00

Begrüßung/Grußwort

Dr. Anton Hofreiter MdB
Fraktionsvorsitzender
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

16.10

Einführung in das Thema

Steffi Lemke MdB
Parlamentarische Geschäftsführerin
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

16.20

A Global Assessment - State and Potentials of Nature Based Solutions to Climate Change

Prof. Nathalie Seddon
Professor of Biodiversity,  Oxford University

16.45

Feuchtgebiete und ihre Rolle im Kampf gegen Arten-Aussterben und Klimakrise

Prof. Hans Joosten
Paläoökologe Greifswald Moor Centrum

17.00

Diskussion

Moderation: Lisa Badum MdB
Sprecherin für Klimapolitik
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

17.30

Mangroven- und Küstenschutz - Best-Practice-Beispiel aus dem Meeresschutz

Heike Vesper
Leiterin Meeresschutz, WWF Deutschland

17.45

False-Solutions to Climate Change: Inwertsetzung und Technofixes

Linda Schneider
Referentin Internationale Klimapolitik, Heinrich Böll Stiftung

18.00

Diskussion

Moderation: Lisa Badum MdB

18.30

Politischer Ausblick: Naturschutzoffensive für den Klimaschutz

Steffi Lemke MdB und Lisa Badum MdB

18.45 Ausklang mit Imbiss

Anreise

Um zum Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zu gelangen, fahren Sie mit der Tram, U- oder S-Bahn bis zur Haltestelle "Friedrichstraße" oder per S-Bahn oder Bus 100 bis zur Haltestelle "Brandenburger Tor". Vom Hauptbahnhof sind es zirka 10 Minuten Fußweg, alternativ nutzen Sie von dort die Buslinie TXL bis "Marschallbrücke" oder die U 55 bis Station „Bundestag“.