Tagung The Future of Care - Menschliche Pflege in einer digitalen Welt

Aufzeichnung der Veranstaltung

Darum geht's

Die Digitalisierung verändert viele Lebensbereiche, auch das Leben im Alter und den Alltag in der Pflege. Neue Chancen tun sich auf. So kann der Einsatz neuer Technik ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden unterstützen, etwa wenn man im Alter vergesslicher wird oder sich nicht mehr so bewegen kann wie früher. Pflegekräfte können von zeitaufwendigen Schreibarbeiten befreit oder bei schweren körperlichen Tätigkeiten wie Heben entlastet werden. Im Idealfall wird ihr Beruf dadurch attraktiver und sie haben mehr Zeit für die Menschen, die ihnen anvertraut sind. Es entstehen aber auch neue Risiken. Digitale Technologien verarbeiten jede Menge Daten und längst ist nicht immer gewährleistet, dass diese Daten sicher sind und dass Anwenderinnen und Anwender einen Überblick und die Kontrolle über die Verwendung haben.

Viele weitere Fragen tun sich auf: Was soll künftig der Mensch, was kann die Technik übernehmen? Wie kann der Tatsache Rechnung getragen werden, dass es sich bei älteren und pflegebedürftigen Menschen um besonders schutzbedürftige Personen handeln kann? Wie bleiben deren Bedürfnisse jederzeit Taktgeber für die Entwicklung und Anwendung digitaler Technik? Und welche besonderen Herausforderungen entstehen durch lernende Systeme, Anwendungen künstlicher Intelligenz oder der Robotik?

Wir wollen diskutieren, welche Werte und Ziele uns anleiten müssen, um die Digitalisierung in diesem Lebensbereich zu gestalten. Aber vor allem: was muss politisch getan werden, um die Chancen für ältere und pflegebedürftige Menschen zu nutzen und die Risiken für sie zu minimieren?

­ Programm
9.00 Einlass und Anmeldung
10.00

Begrüßung und politische Einführung

Digitalisierung als Chance für ältere und pflegebedürftige Menschen – eine Frage der Gestaltung

Annalena Baerbock MdB

Stv. Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

10.15

Keynote I

Prof. Dr. Andreas Kruse

Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg

Vorsitzender der Achten Altenberichtskommission

10.30

Keynote II

Dr. Shari Langemak

Digital-Health-Strategist

10.45

Menschliche Pflege in einer digitalen Welt – was müssen wir beachten?

Gespräch mit Dr. Shari Langemak, Prof. Dr. Andreas Kruse und Annalena Baerbock MdB

Moderation: Rebecca Beerheide, Deutsches Ärzteblatt

11.30 Kaffeepause
11.45

Diskussion in parallelen Panels: 1. Phase

Panel 1: Selbstbestimmt oder fremd kontrolliert?
Neue Technik im Alter und für die Pflege zu Hause

Neue Technologien wie „Smart-Home“ können ein selbstbestimmtes Leben im eigenen zu
Hause ermöglichen, sie werfen aber auch Fragen auf. Wie behalten ältere und pflegebedürftige
Menschen die Kontrolle über die Anwendung der Technologien und zum Beispiel über die
Verwendung ihrer Daten?

Es diskutieren:

Dr. Serge Autexier, Leiter des „Bremen Ambient Assisted Living Lab“

Heidrun Mollenkopf, Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der
Seniorenorganisationen e.V. (BAGSO)

Maria Klein-Schmeink MdB, Sprecherin für Gesundheitspolitik,
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Tabea Rößner MdB, Sprecherin für Verbraucherpolitik und für Netzpolitik,
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Spotlight von:

Tim Lange, Vorstand, casenio AG

Michael Steigerwald, vtrust GmbH

 

Panel 2: Mehrarbeit oder mehr Zeit?
Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsalltag in der professionellen Pflege

Der Einsatz digitaler Systeme kann Pflegekräfte entlasten und sie in ihrer Arbeit unterstützen.
Er kann aber auch zusätzlichen Stress bedeuten, wenn die Technik nicht funktioniert, nicht
vermittelt wurde oder viele zusätzliche Aufgaben mit sich bringt. Was muss erfüllt sein, damit
digitale Technologien tatsächlich eine Hilfe für Pflegekräfte sind, wie verändert sich ihr Alltag
und was bedeutet das für die Anforderungen in der Pflege?

Es diskutieren:

NN

Marlen Gamlin
AGAPLESION BETHANIEN SOPHIENHAUS

Kordula Schulz-Asche MdB, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik,
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

 

Panel 3: In meinem Sinne?
Ethische Fragen zum Einsatz von neuen Technologien in der Pflege und im Alter

Je tiefer neue Technologien in das Leben und den Alltag älterer und pflegebedürftiger Menschen
eingreifen, desto dringender stellen sich ethische Fragen. Welche Innovationen und Funktionen
sind aus Sicht der Betroffenen zu begrüßen, was ist abzulehnen? Wie kann das beurteilt werden,
bevor Technik entwickelt wird oder zum Einsatz kommt? Und welche besonderen Herausforderungen ergeben sich durch lernende Systeme, Anwendungen künstlicher Intelligenz bis hin zu Robotik?

Es diskutieren:

Prof. Dr. Jens Lüssem, Institut für angewandte Informatik FH Kiel,
ARiA Projektverbund

Cordula Endter, Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)

Anja Hajduk MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende,
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB, Sprecherin für Drogenpolitik und für Gesundheitsförderung,
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Spotlight: Antonia Schwarz

13.15 Mittagspause
14.15

Diskussion in parallelen Panels: 2. Phase

Panel 4: Forschungs- und Entwicklungspraxis – Wie kommen alle an einen Tisch?

Die Tasten sind zu klein, das Display auch und die Anwendung ist zu kompliziert - von der
Einrichtung des Geräts ganz zu schweigen. Nicht alle Produkte, die entwickelt werden, passen
zu den Bedürfnissen älterer Menschen. Auch für so manches Produkt in der Pflege gilt:
„Ich bestelle einen Staubsauger und bekomme ein Raumschiff“. Wie kann also die Perspektive
der Anwenderinnen und Anwender von Anfang an in die Forschung und Entwicklung neuer
Technologien einbezogen werden, wie kommen hier alle an einen Tisch?

Es diskutieren:

Peter Tackenberg, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – Bundesverband e.V. (DBfK)

Dr. Birgit Graf, Gruppenleiterin Haushalts- und Assistenzrobotik, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Anja Hajduk MdB

Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB

Spotlight:

Dr. Serge Autexier, Leiter des Bremen Ambient Assisted Living Lab

Tobias Kley, Verbundkoordinator Pflegepraxiszentrum Berlin

 

Panel 5: Vom Prototyp zum Massenprodukt – Wie kommen Innovationen auf den Markt?

Während in der Öffentlichkeit Vorstellungen kursieren, nach denen Roboter künftig die Menschen am Bett ersetzen könnten, ist in Wirklichkeit noch nicht einmal eine elektronische Dokumentation flächendeckend in der Pflege im Einsatz. Auch ältere Menschen zu Hause haben noch nicht in dem Maße Zugang zu unterstützenden Technologien, wie manche sich das wünschen würden. Welche Hürden und Hindernisse verhindern bislang, dass digitale Innovationen im Alltag älterer Menschen und in der Pflege stärker Einzug halten? Welche Rahmenbedingungen müssen verbessert werden?

Es diskutieren:

Diana Heinrichs, Geschäftsführerin des Startups Lindera

Christiane Rock, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)

Dr. Danyal Bayaz, Startup-Beauftragter,
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Kordula Schulz-Asche MdB

Spotlights von:

Cornelia Jens, Thomas Hilfen für Körperbehinderte GmbH & Co. Medico KG

Anja Möwisch, Fachanwältin für Steuerrecht

Gerrit Schick, Philips, Leiter Healthcare Informatics und Population Health Management

 

Panel 6: Angeschlossen oder abgehängt? –
Chancen der Digitalisierung für eine vernetzte Pflege

Was bedeutet es für die Pflege, wenn sie künftig „vernetzt“ ist? Welche Chancen bieten sich für neue Verantwortungs- und Aufgabenbereiche, eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen oder auch über räumliche Distanzen hinweg? Wie kann die Pflege bei der Weiterentwicklung der Digitalisierung eingebunden werden, um die Potenziale zu heben?

Es diskutieren:

Irene Maier, Vizepräsidentin Deutscher Pflegerat

Prof. Manfred Hülsken-Giesler, Universität Osnabrück

Melanie Philip, Pflegepioniere / Projekt Telepflege

Maria Klein-Schmeink MdB

Annette Rausch, wissenschaftliche Referentin, Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion (Moderation)

Spotlight:

Florian Meißner, Projekt ATMoSPHÄRE

15.45

Kaffeepause und Résumé aus den Workshops

Mit Kordula Schulz-Asche MdB

16.45 Schluss

Vom Hauptbahnhof Berlin mit dem Regionalverkehr oder der S-Bahn eine Haltestelle bis zur Station “Friedrichstraße” fahren. Von dort aus in Richtung Norden über die Spreebrücke laufen und in die zweite Straße nach rechts, Johannisstraße, einbiegen.