15 Mär 2021

Online Fachgespräch Wie Digitalisierung unser Essen verändert

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  • Auf unseren Tellern und in unseren Küchen ist die Digitalisierung angekommen.

  • Digitale Technologien bieten die Chance, unsere Lebensmittelerzeugung nachhaltiger zu machen, Ressourcen in der Lieferkette einzusparen, Lebensmittelverschwendung einzudämmen und mehr Transparenz für Verbraucher zu schaffen.

  • Doch sie bergen Gefahren, wenn Konzerne ungefragt Daten sammeln, Vielfalt auf unseren Tellern eingeschränkt und Monopolisierung begünstigt wird.

Zentrale Frage unseres Fachgesprächs „Kulinarische Digitalisierung - wie Digitalisierung unser Essen verändert“ am 15. März 2021 war, wie die Anwendung neuer Technologien auf dem Feld und in der Küche in die richtigen Bahnen gelenkt werden können.

Hendrik Haase, Mitautor des Buches „Food Code“, zeigte auf, dass die Digitalisierung im Ernährungsbereich bei großen Unternehmen weit fortgeschritten sei. McDonalds etwa habe 300 Millionen Euro in die Ernährungsindustrie 4.0. investiert. Vom Acker bis zum Teller gebe es immer mehr sensible Daten. Digitale Kühlschränke könnten erkennen, was im Kühlschrank lagert, und Fitnessarmbänder würden Informationen sammeln, was, wann und wie wir essen.

Deshalb müsse geklärt werden, wohin welche Daten gehen. Ziele und Rahmenbedingungen müssten gesetzt werden, damit digitale Technologie zur gewünschten Ernährungswende beiträgt. Er appellierte an die Politik, Forschung und Entwicklung in Richtung Transparenz und Nachhaltigkeit zu lenken. Nachhaltige Kriterien müssten Teil der genutzten Algorithmen werden. Außerdem solle die Ernährungssouveränität der Verbraucher dringend durch technologische Bildung verbessert werden. Sein Fazit: Digitalisierung als Selbstzweck reicht nicht aus, sondern die kulinarische Digitalisierung muss aktiv gestaltet werden, dazu sei eine Art TÜV notwendig.

Kulinarische Digitalilsierung braucht eine Shopsoftware

Nele Kampffmeyer vom Öko-Institut berichtete von ihrer Untersuchung digitaler Plattformen, über die Lebensmittel bestellt und geliefert werden können. Sie wies darauf hin, dass Plattformen, die sich auf regionale Lebensmittelvermarktung spezialisieren, die digitalen Technologien noch wenig nutzen. Um das Vertrauen der Verbraucher nicht zu verspielen, aber teilweise auch wegen fehlenden Knowhows würden sie kaum Daten erheben oder weiterverarbeiten. Die Geschäftsmodelle seien eine Mischung aus analog und digital. Zur Unterstützung solcher Plattformen wäre eine gemeinsame Shopsoftware für alle hilfreich, weil nicht jede kleine Plattform eine eigene erstellen könne. Monopolisierungstendenzen seien in diesem Bereich (noch) nicht festzustellen.

Markus Tressel MdB, Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik, stellte klar, dass Digitalisierung nicht in Abhängigkeit führen dürfe.

Sie könne und solle stattdessen den Produzenten und Betrieben vor Ort helfen, neue Absatzkanäle zu erschließen und dadurch unabhängiger von den klassischen Vermarktungsstrukturen des Lebensmittelhandels zu werden.

Politik muss Verbraucherschutzfragen regeln

Renate Künast MdB stellte in ihrem Fazit fest, dass die kulinarische Digitalisierung definierten Zwecken unterliegen müsse. Dazu gehörten klare Kriterien für Algorithmen sowie eine Definition, was private und was öffentliche Daten seien. Außerdem müsse man festlegen, was gespeichert wird und an welchen Orten. Man dürfe es nicht den Konzernen überlassen, die Regeln zu definieren, sondern die Politik müsse diese Verbraucherschutzfragen beantworten und regeln.

Uhrzeit Programm
15.00

Begrüßung und politische Einführung:

Renate Künast MdB
Sprecherin für Ernährungspolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
15.05

Intro

Hendrik Haase
Foodaktivist und Mitautor des Buches „Food Code“
15.15

Diskussion mit:

Hendrik Haase

Dr. Nele Kampffmeyer
Senior Researcher, Umweltrecht & Governance
Öko-Institut e.V.

Renate Künast MdB

Markus Tressel MdB
Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Moderation: Markus Tressel MdB
16.05

Zusammenfassung und Fazit

Renate Künast MdB
16.15 Ende der Veranstaltung