Fachgespräch: Tiergerechtere Haltung Außenklimaställe in der Genehmigungsfalle

Links Schweine mit Ringelschwanz in artgerechter Haltung. Rechts kupierte Schwänze im konventionellen Mastbetrieb.
Mit Stroh, Auslauf, Frischluft, genug Platz bleiben die Tiere gesünder. Viele Landwirte, die ihre Ställe tiergerecht umbauen und ihren Tieren damit Auslauf ermöglichen wollen, erhalten derzeit keine Genehmigung. Zwangsbelüftete Tierhaltungsanlagen werden hingegen meistens genehmigt. In einem Fachgespräch diskutierte die grüne Bundestagsfraktion mit ExpertInnen erste Lösungsansätze.

Seite 4: Rechtssichere Genehmigungen sind schwierig

Ewald Grimm vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) stellte verschiedene Immissionsprognosen von Tierhaltungsanlagen vor und verdeutlichte deren Unterschiede bezüglich frei und zwangsbelüfteter Stallanlagen und erläuterte die unterschiedlichen Ableitungsbedingungen dieser Stallsysteme. Grimm legte dar, dass lange keine Mittel für die Erarbeitung von validierten Messverfahren zur Beurteilung der Emissionen aus Außenklimaställen zur Verfügung gestellt worden seien. Jetzt sei die KTBL dabei, solche Verfahren zu erarbeiten. Mit Ergebnissen sei aber erst in ungefähr zwei Jahren zu rechnen, da die Messungen aufwändig seien und auch erst die zugrunde liegenden Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) überarbeitet werden müssten. Derzeit würden Behörden und Gutachter mit pauschalen Zuschlägen rechnen, um „halbwegs rechtssichere“ Genehmigungen zu ermöglichen.

Laut Grimm seien ein Problem bei Außenklimaställen diffuse Quellen, die zu bodennahen Emissionen führen würden, weil Kamine systembedingt fehlen. Dabei führten Kaltluftabflüsse zu besonderen Emissionsproblemen. In vielen Regionen seien die Vorbelastungen etwa bezüglich der Gerüche schon so hoch, dass eine Zusatzbelastung nicht mehr möglich sei.

Mehr zum Thema Agrar

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4400717