Glyphosat Keine Entwarnung - Glyphosat weiterhin „wahrscheinlich krebserregend“

In Deutschland werden jährlich 6.000 Tonnen Glyphosat versprüht.

Während die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat seit einem Jahr unverändert als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ und erbgutverändernd einstuft, hat das gemeinsame Gremium der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der WHO zu Pestizidrückständen (JMPR) gerade seine alte Einschätzung wiederholt, dass die in Lebensmitteln vorhandenen Glyphosatrückstände keine Risiken mit sich brächten. Das verwundert nicht, wenn man einen Blick auf die Verflechtungen der Entscheider dieses Gremiums mit der Industrie wirft.

Zwei WHO-Organisationen – unterschiedliche Bewertungen

Details der Neubewertung sollen allerdings erst in einigen Wochen oder Monaten öffentlich gemacht werden. Beobachter waren bei dem Treffen nicht zugelassen. Die potentiell besonders gefährliche Wirkung von Mehrfachrückständen unter Beteiligung von Glyphosat („Pestizid-Cocktails“) wurde ausgeblendet. Die Risiken der Aufnahme von Glyphosat über die Haut und Schleimhäute während der Anwendung oder durch die Nutzung von behandelten Flächen beziehungweise deren Umgebung wurden vom JMPR ebenfalls nicht betrachtet. Die IARC-Bewertung wird also durch die JMPR-Neubewertung nicht in Frage gestellt, insbesondere im Hinblick auf den Arbeitsschutz. Gleichzeitig ist im April eine weitere epidemiologische Studie erschienen, die einen Zusammenhang zwischen Glyphosat-Anwendung und Krebshäufigkeit nahe legt.

Es muss das Vorsorgeprinzip gelten

Solange eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, muss das Vorsorgeprinzip zur Anwendung kommen und die Belastung der Menschen mit Glyphosat so weit wie möglich reduziert werden. Neben der Frage nach der krebserregenden Wirkung gibt es zudem etliche weitere ungeklärte Fragen zur Gefährlichkeit von Glyphosat für Menschen und Tiere. Unbestritten sind zudem auch die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Artenvielfalt. Zum jetzigen Zeitpunkt darf es deshalb keine Wiederzulassung von Glyphosat geben!

Das verwundert nicht, wenn man einen Blick auf die Verflechtungen der Entscheider dieses Gremiums mit der Industrie wirft. Lesen Sie mehr dazu in unserem Hintergrund auf der nächsten Seite.

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