Biogasanlagen Kleegras – Ausweg aus der Maiswüste

Die Fermenter einer Biogasanlage und ein Lager mit Maissilage bei Salzhausen in der Lüneburger Heide.
Die Fermenter einer Biogasanlage und ein Lager mit Maissilage bei Salzhausen in der Lüneburger Heide.

Die Benachteiligung von Öko-Betrieben bei der Erzeugung von Biogas muss dringend aufgehoben werden. Deshalb haben wir den Antrag „Kleegras-Verwendung in Biogasanlagen stärken“ in den Bundestag eingebracht.

In dem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, Klee- und Luzernegras nicht nur als Zwischenfrucht, sondern generell in die bessere Einsatzstoffvergütungsklasse II aufzunehmen. Für diesen überfälligen Schritt ist lediglich eine Anpassung der Biomasseverordnung vorzunehmen. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die Bundesregierung diese Änderung, die im Referentenentwurf für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bereits vorgesehen war, wieder zurückgezogen hat.

Klee- und Luzernegras werden weiterhin nicht generell in der Einsatzstoffvergütungsklasse II der Biomasseverordnung geführt. Dadurch wird diese klima- und umweltfreundliche Alternative zu Mais schlechter gestellt. Denn eingeschränkt als Zwischenfrucht auf Ackerstandorten können sich die positiven Wirkungen von Klee- und Luzernegras nicht vollständig entfalten. Außerdem können Bio-Bauern Biogasanlagen unter den aktuellen Voraussetzungen nicht wirtschaftlich betreiben und stehen damit außer Konkurrenz zu konventionellen Landwirten und industriellen Anlagen, für die Mais im großen Stil angebaut wird.

Die Leguminosen-Gemenge sind eine sinnvolle Alternative zu Mais. Sie sind vergleichbar energiereich, haben aber den Vorteil, dass sie aktiv Humus aufbauen und dadurch klimaschädliches Kohlendioxid im Boden binden. Zudem benötigen sie als stickstoffbindende Pflanzen keine chemisch-synthetischen Stickstoff-Düngemittel, bei deren Erzeugung große Mengen fossiler Energieträger verbraucht werden. Vor dem Hintergrund der Klimaziele der Bundesregierung ist deshalb umso unverständlicher, dass weiterhin einseitig auf Mais als Energiepflanze gesetzt wird.

Nicht nur Öko-Landwirte, sondern auch die Betreiber konventioneller Biogasanlagen können durch den Einsatz von Klee- und Luzernegras einen Beitrag zum Umweltschutz und gegen die massive Zunahme des Maisanbaus leisten. Dies kann auch dem Protest aus der Bevölkerung gegen die Biogasproduktion entgegenwirken und Akzeptanz für diese Form der Energiegewinnung sichern.

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