20 Jahre Bio-Siegel

Ökolandbau endlich wieder stärken

Eine Biene auf einer Blüte, im Vordergrund ein Glas Honig mit dem Biosiegel im Anschnitt. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nimmt seit Jahren zu, doch unter der Großen Koalition wurde der Ökolandbau sträflich vernachlässigt. Das müssen wir ändern.
Happy Birthday, Biosiegel! Das mittlerweile wohl bekannteste Label für Lebensmittel wurde vor zwanzig Jahren eingeführt. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nimmt seit Jahren zu, doch unter der Großen Koalition wurde der Ökolandbau sträflich vernachlässigt. Das müssen wir ändern. Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion | Maak
05.09.2021
  • Vor 20 Jahren wurde das Bio-Siegel eingeführt. Seitdem können Verbraucher*innen sich mit einem Blick für Bio-Lebensmittel entscheiden.
  • Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nimmt seit Jahren zu, die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt.
  • Statt diese Entwicklung zu stärken, hat die Bundesregierung den Ökolandbau vernachlässigt. Ihre Vorschläge zur Reform der Agrarförderung bergen die Gefahr, dass Bio-Betriebe von der Förderung bestimmter „EcoSchemes“ ausgeschlossen werden.

Seit jetzt 20 Jahren können Verbraucher*innen Bio-Lebensmittel auf einen Blick erkennen: am Bio-Siegel, das 2001 von der damaligen grünen Agrarministerin Renate Künast eingeführt wurde.

Nachfrage steigt, Förderung stagniert

Schon ein Jahr später waren über 12.000 Produkte mit Bio-Siegel registriert, heute sind es über 90.000. Gerade im Corona-Jahr 2020 stieg die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln noch einmal kräftig an. Auch in Umfragen bestätigt sich immer wieder: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Lebensmittel, die ökologisch produziert werden, ohne Gentechnik und Chemieeinsatz.

Doch in den letzten Jahren ist viel zu wenig für den Ökolandbau passiert. Bio wurde eher schlecht geredet als gut gefördert. Das Zieljahr für 20 Prozent ökologische Landwirtschaft wurde unter Schwarz-Rot um zehn Jahre nach hinten korrigiert, auf 2030. Aktuell liegt der Anteil von Ökolandbau bei zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Auch die „Zukunftsstrategie Ökolandbau“ von Ministerin Klöckner änderte nichts daran, dass die Ökolandbauförderung der Bundesregierung jahrelang stagnierte. Und gerade dort, wo die Bundesregierung es selbst in die Hand nehmen und den regionalen Bio-Anbau pushen könnte, bleibt sie völlig ambitionslos: Laut dem neuen Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit der Bundesregierung sollen die Kantinen des Bundes bis 2025 gerade einmal 20 Prozent Bioanteil erreichen. In den Berliner Schulen sind es heute schon 50 Prozent.

Umstellung braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Um mehr Bäuerinnen und Bauern für die Umstellung auf Bio zu gewinnen, brauchen wir endlich verlässliche Rahmen- und Förderbedingungen. Dazu gehören mehr Beratung, die gezielte Förderung regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen, Vorgaben für die öffentliche Beschaffung für mehr Bio-Nachfrage bis hin zu deutlich mehr Mitteln für Agrarforschung und Öko-Züchtung und bessere Umstellungshilfen.

Der Ökolandbau ist auch auf eine umfassende Regulierung der Neuen Gentechnik angewiesen, um vor Verunreinigungen der Produktion geschützt zu sein. Doch auch an dieser Stelle arbeitet Agrarministerin Klöckner mit ihrem Vorantreiben der Gentechnikförderung gegen den Ökolandbau und die Verbraucherwünsche.

Die aktuelle Reform der Agrarförderung, wie von Ministerin Klöckner vorgeschlagen, birgt zusätzlich die Gefahr, dass Bio-Betriebe am Ende sogar als die großen Verlierer dastehen, weil sie von bestimmten Ökoprämien ausgeschlossen werden. Wir wollen dafür sorgen, dass die Bio-Betriebe auch von allen Öko-Regelungen profitieren können.

Ökolandbau konsequent ausbauen

Für uns Grüne im Bundestag ist klar: Wir wollen der Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln gerecht werden und den Ökolandbau konsequent ausbauen - 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 ist unser Ziel. Dafür haben wir einen konkreten Maßnahmenplan vorgelegt.