Zukunftsfähige Landwirtschaft

Ökolandbau konsequent ausbauen

Gänse auf dem Maisfeld, über Bio-Norm gehalten und mit selbst produziertem hofeigenem Futter gefüttert. Wir Grüne im Bundestag wollen den Ökolandbau konsequent ausbauen, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen.
Gänse auf einem Biohof in Sachsen, die mit selbst produziertem hofeigenen Futter gefüttert werden. Wir Grüne im Bundestag wollen den Ökolandbau konsequent ausbauen, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen. picture alliance | Rupert Oberhäuser
12.05.2021
  • Der Ökolandbau trägt entscheidend zum Schutz von Artenvielfalt und Klima und zu einer gesunden Ernährung bei.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen bis 2030 das Ziel erreichen, dass 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch bewirtschaftet wird.
  • Um dieses Ziel zu erreichen, müssen neben Anreizen und einem guten Auskommen für die Erzeuger*innen auch die Verarbeitung und Vermarktung ausgebaut und unterstützt werden. In einem Fraktionsbeschluss haben das Ziel und den Weg beschrieben.

Damit auch die Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung ihren Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise und des Artensterbens leisten können, muss die ökologische Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung massiv ansteigen. Mit unserem Beschluss zum Ökolandbau zeigen wir auf, wie wir mit konkreten Maßnahmen unser Ziel von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 erreichen können.

Agrarwende einleiten

Wir wollen durch eine Förderung, die auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohlleistungen basiert, die Nachfrage steigern und damit die längst überfällige Agrarwende einleiten. Dabei sollte die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zum Kerninstrument für eine Ökologisierung der Landwirtschaft und den weiteren Ausbau des Ökolandbaues umgebaut werden. Die Mittel für den Ökolandbau werden dafür erheblich aufgestockt und erweitert.

Wir fordern einen Anschub mit einer halben Milliarde Euro aus Bundesmitteln für den Ökolandbau in den nächsten 4 Jahren. Das Bundesprogramm ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) soll auf insgesamt 85 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt werden. Ökolandbau muss zentraler Bestandteil des neuen Bundesprogramms Ernährung und Klimaschutz werden sowie in einem Aktionsplan bäuerlich-ökologische Landwirtschaft in den Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) verankert werden.

Absatzsicherheit erhöhen

Gleichzeitig soll die Nachfrage gesteigert werden. Ein zentraler Hebel für den Ausbau der Ökolandwirtschaft und mehr Betriebsumstellungen ist die Absatzsicherheit durch die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Ein Schlüsselbereich ist der Einsatz von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung. Dabei wollen wir mehr Bio- und regionale Lebensmittel durch einen Förderschwerpunkt in der GAK sowie Leuchtturmprojekte nach dem Vorbild des dänischen „House of Food“ unterstützen sowie mit verschiedenen Maßnahmen den Bio-Anteil in der Gemeinschaftsverpflegung erhöhen.

Weniger Tiere besser halten

Bei der Förderung der Erzeugung wollen wir die zahlreichen Leistungen des Ökolandbaus im Umwelt- Klima- und Naturschutz anerkennen. Ein wichtiger Baustein dabei ist, dass deutlich weniger Tiere insgesamt und dafür immer besser gehalten werden. Die Stärkung der ökologischen Tierhaltung ist wesentliches Werkzeug zur Erreichung dieses Zieles.

Im ökologischen Bereich gibt es eine Vielzahl an kleineren und mittelständischen Betrieben, die in ihrer Region verankert sind und sich auf die schonende und handwerkliche Verarbeitung der Produkte spezialisiert haben. Dafür wollen wir bestehende Förderprogramme im Bereich Direktvermarktung sowie kleiner und mittelständischer Betriebe der handwerklichen Lebensmittelverarbeitung aufstocken und anpassen und sowie neue Programme etablieren. Außerdem wollen wir die Biozertifizierung in Verarbeitung und Gastronomie fördern.

Forschung und Ausbildung besser fördern

Auch digitale Anwendungen können im Ökolandbau zur Ressourceneffizienz beitragen und Arbeitsprozesse erleichtern. Entsprechend wollen wir Forschung und Entwicklung sowie Modellprojekte fördern. Insgesamt muss bei der Forschungsförderung im Bereich Ökolandbau erheblich aufgestockt und dem Anbauziel anteilig erhöht werden.

Besonders im Bereich ökologischer Pflanzenbau und Anbausysteme sollen konkrete Projekte, wie klimaresiliente und regenerative sowie wasserschonende und biodiverse Anbausysteme inklusive der Verwertbarkeit und Vermarktung der Ernte, besonders gefördert werden. Der Bereich der Züchtungsforschung muss ebenfalls wachsen. Dabei wollen wir, dass die explizit am ökologischen Landbau orientierte Pflanzen- und Nutztierzüchtungsforschung gestärkt und ausgeweitet wird.

Für die Betriebe wollen wir die Weiterbildung und Beratung ausbauen. Auch in der landwirtschaftlichen Ausbildung sowie für Berufe im Bereich der Lebensmittelverarbeitung wollen wir, dass Inhalte des ökologischen Landbaus stärker verankert werden. In öffentlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen soll Wissen zur gesunden und nachhaltigen Ernährung stärker vermittelt werden, etwa mit theoretischer und praktischer Ernährungsbildung in Kitas und Schulen.