Ackergifte

Pestizideinsatz und kein Ende

Es darf keine Neuzulassung für den Allround-Pflanzenkiller Glyphosat geben
Die grüne Bundestagfraktion will den Einsatz von Pestiziden deutlich senken. Das ist besser für die Artenvielfalt und für unsere Gesundheit. picture alliance / ZB
05.07.2019

Die Gift-Einsätze auf unseren Äckern sind trotz Artensterben weiterhin immens: Ein Apfelbaum wird im Jahr durchschnittlich mehr als 20-mal mit Pestiziden bespritzt, eine Kartoffel bis zu zehn Mal, bevor sie geernet wird. 100 Prozent der Rapsfelder werden mit Insektenkillern besprüht – unter anderem mit Mitteln, die Bienen, aber auch die menschliche Gesundheit schädigen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage des grünen Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter hervor.

Bundesregierung tut nichts

Die Zahlen zeigen erneut: Trotz aller Beteuerungen und Vereinbarungen im Koalitionsvertrag tut die Bundesregierung nichts, um den Großeinsatz von Pestiziden und das damit einhergehende Artensterben zu steuern. Stattdessen blockieren sich Umwelt- und Landwirtschaftsministerium bei angekündigten Vorhaben wie dem Glyphosatausstieg und dem Aktionsprogramm Insektenschutz.

Chemisch-synthetische Pestizide vernichten alles

Die Verwendung chemisch-synthetischer Pestizide gehört zu den stärksten Treibern des Artenrückgangs in der Agrarlandschaft. Auf deutschen Äckern werden 50 Prozent mehr Pestizide als 1995 eingesetzt – obwohl die Wirkstoffe immer toxischer werden. Ackergifte treffen nicht nur die Lebewesen, gegen die sie eingesetzt werden. Sie vernichten sowohl Wildkräuter als auch Insekten. Fehlen die Insekten, fehlt auch vielen anderen Tierarten die Nahrungsgrundlage.

Grüner Pestizidreduktionsplan

Wir aber halten daran fest: Eine zukunftsfähige Landwirtschaft geht anders. Wir fordern die Bundesregierung auf, binnen vier Jahren den Pestizideinsatz um 40 Prozent zu reduzieren. Glyphosat und Bienenkiller gehören endlich verboten. Stattdessen wollen wir unsere Energien in die Forschung nach Alternativen stecken und die Zulassungsverfahren verbessern. Studien zeigen, dass in der Landwirtschaft bis zu 60 Prozent weniger Pestizide eingesetzt werden könnten – ohne, dass die Ernte dadurch kleiner ausfällt. Und der ökologische Landbau zeigt seit Jahren, dass Anbau auch ganz ohne chemisch-synthetische Pestizide gelingt. Für uns ist das der Weg in die Zukunft

Grüner Antrag zur Reduktion von Pestiziden