Zukunft der Landwirtschaft

Kommission übergibt Landwirtschafts-Gutachten an Bundesregierung

Ein Schwein schaut in die Kamera
Weniger Tiere besser halten, ein Ende unqualifizierter Agrarzahlungen – dafür spricht sich die Zukunftskommission Landwirtschaft in ihrem Gutachten aus. Pascal Debrunner / unsplash
06.07.2021
  • Die Zukunftskommission Landwirtschaft sollte Konzepte für eine nachhaltige, ökonomisch tragfähige sowie gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft in Deutschland erarbeiten. Sie hat nun ihren Abschlussbericht an Kanzlerin Merkel übergeben.
  • Die Agrar-, Umwelt- und Verbraucherverbänden fordern nichts weniger als eine deutliche Neuausrichtung der Agrar- und Ernährungspolitik.
  • Der Bericht steht im deutlichen Widerspruch zur Politik von Julia Klöckner und des seit langem unionsgeführten Agrarministeriums.

Seit September 2020 tagte die „Zukunftskommission Landwirtschaft“. Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen von Verbänden sollten im Auftrag Bundesregierung in den kommenden Monaten Empfehlungen und Wege für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft erarbeiten. Ihnen wurden damit de facto Aufgaben übertragen, die eigentlich die zuständige Ministerin und das zuständige Ministerium hätten erledigen müssen.

Artenvielfalt, Erhalt ländlicher Strukturen und Tierwohl gehören ganz oben auf die Agenda.

Friedrich Ostendorff MdB Sprecher für Agrarpolitik

Agrarverbände erkennen Probleme an

Die Problemfelder der Landwirtschaft sind hinlänglich bekannt. Neu ist, dass im Bericht der Zukunftskommission auch Agrarverbände anerkennen, dass die Branche mehr für Klimaschutz und Artenvielfalt tun muss. Und selbst der Bauernverband bejaht, dass wir in Deutschland künftig weniger Tiere besser halten müssen und dass Agrarzahlungen ohne die Einbeziehung von Umwelt- und Naturschutzbelangen beendet werden müssen.

Deutliches Abwenden von der bisherigen Sackgassen-Politik

Die Kluft zu der Politik der Industrialisierung, mit der die Unionsparteien die Landwirtschaft in den letzten Jahren in eine Sackgasse gefahren hat, könnte nicht größer sein. Die Ergebnisse der Kommission sind nichts weniger als ein Aufruf, Agrar- und Ernährungspolitik grundlegend neu auszurichten.

Für das Klima, die Gesundheit und die Zukunft der Landwirte ist es notwendig, den gordischen Knoten der Beharrung im Alten zu durchschlagen.

Renate Künast MdB Sprecherin für Ernährungspolitik

Wir müssen jetzt das Feld neu bestellen

Für die grüne Bundestagsfraktion steht fest, dass wir uns jetzt nicht mehr mit kleinen Schritten zufrieden geben dürfen – das Feld der Agrar- und Ernährungspolitik muss neu bestellt werden. Durch das jahrelange Aussitzen von drängenden Problemen hat die Bundesregierung Bäuer*innen und Verbraucher*innen alleine gelassen und Reformen verhindert. Alleine der Kommission ist es zu verdanken, dass von dieser Legislatur mehr bleibt als nur weitere vier verlorene Jahre. Wir sehen in den Ergebnissen der Kommission den klaren Auftrag an grüne Politik, die Themen und Lösungsansätze in politisches Handeln umzusetzen, um unser Agrar- und Ernährungssystem grundlegend zu verbessern. Wir werden auch in der kommenden Wahlperiode eine Agrarpolitik vorantreiben, die zugleich Klima und Artenvielfalt schützt und den Bäuer*innen ein Auskommen sichert.