Konferenz Sackgasse Pestizide

Anton Hofreiter eröffnete die Konferenz.

Seite 3: Forum 2: Für eine Landwirtschaft ohne Pestizide – Best Practice Ökolandbau

Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, diskutierte mit seinem Forum, vor welchen Herausforderungen der ökologischen Landbau als „Best Practice“ einer pestizidfreien Landwirtschaft steht und wie er mit Erfolg weiter entwickelt werden kann. Die große Bandbreite von erfolgreichen alten und neuen Ansätzen wurde im Forum beispielhaft vorgestellt.

Referent Heiner Lütke-Schwienhorst bewirtschaftet seit 1991 erfolgreich und pestizidfrei einen großen Bio-Betrieb in Südbrandenburg. Seine Produkte verkaufte er auf Märkten, über Abokisten und einen Hofladen. Dass Neugründungen von Bio-Betrieben erfolgreich sein können, aber auch welche Schwierigkeiten damit verbunden sind, stellte Christian Heymann vor. Er betreibt seit 2013 in Berlin solidarische Landwirtschaft mit mittlerweile 200 Mitgliedern , versorgt seit 2014 das Ausflugslokal HavelGut mit eigenen und regionalen Produkten und hat 2015 eine Ölmühle zur Ölerzeugung mit regionalen Saaten aufgebaut.

Veronica Veneziano von der Food Assembly zeigte, dass neue Wege zwischen Erzeugern und Verbrauchern Entwicklungspotentiale für Kleinunternehmen bieten und wie dabei eine nachhaltige Lebensmittelherstellung und eine zukunftsfähige Landwirtschaft gefördert werden kann. Das sozial und ökologisch orientierte Unternehmen organisiert Bauernmärkte und garantiert dabei eine verbindliche Abnahme von Produkten durch Vorbestellung und den direkten Kontakt zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

Joachim Weckmann berichtete von seinen Erfahrungen mit der gemeinschaftlichen Preisgestaltung in direkter Kooperation mit Landwirten in der Bäckerei „Märkisches Landbrot“, das seit 1981 ausschließlich ökologisch und seit 1992 in Demeter-Qualität den Berliner Markt mit Brot versorgt.

Gemeinsam mit dem Publikum wurden im Anschluss offene Fragen diskutiert, wie etwa die Möglichkeiten mit einer Herkunftskennzeichnung für Fleisch gleichzeitig die Tierhaltungsbedingungen zu verbessern und bessere Preise für Landwirte zu erzielen. Von großem Interesse war auch die Frage, inwieweit der ökologische Landbau durch Pestizidabdrift aus konventioneller Bewirtschaftung bedroht ist und welche Möglichkeiten und Grenzen eines Pestizidverzichts existieren.

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