Tierschutzgesetz Schluss mit Kükentötungen

Küken dicht an dicht
Rund 50 Millionen männliche Küken werden jährlich in Deutschland getötet.

Über 420 Millionen männliche Küken wurden in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland getötet. Als Nachkommen von auf Höchstleistungen gezüchteten Legehennen können sie naturgemäß nicht zur Eierproduktion verwendet werden und setzen als Masthähnchen zu wenig Fleischmasse an. Daher werden sie kurz nach dem Schlupf in einer Häckselmaschine mit rotierenden Messern („Homogenisator“) zerkleinert oder mit Kohlendioxid erstickt. Das vermeidet wirtschaftliche Verluste.

Nordrhein-Westfalen hat 2013 als erstes Bundesland die Landkreise angewiesen, die Tötung männlicher Küken zu untersagen. Das Verwaltungsgericht Minden hat dieses Verbot mit der Begründung außer Kraft gesetzt, hierfür fehle eine Ermächtigungsgrundlage im Tierschutzgesetz. Die Staatsanwaltschaft Münster hat den Druck weiter erhöht und eine Brüterei angeklagt. Die Klage wurde vom Landgericht Münster allerdings abgewiesen. Die Formulierung im Tierschutzgesetz würde nicht ausreichen, diese jahrzehntelang gebilligte Praxis zu verbieten.

Mit unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung und die große Koalition dringend dazu auf, diese Lücke im Tierschutzgesetz zu schließen und für rechtliche Klarheit zu sorgen. Dafür setzte sich im Bundestag auch der grüne Landwirtschaftsminister aus NRW Johannes Remmel ein. Zudem soll die Entwicklung sogenannter Zweinutzungsrassen ebenso verstärkt werden wie die Forschung nach Verfahren zur Geschlechter-Früherkennung im Ei. Damit auch kleinere und mittelgroße Brütereien die Technik zur Früherkennung nutzen können, sollen spezielle Förderprogramme aufgelegt werden.

Mehr zum Thema Agrar

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4398565