Tiertransporte

Sinnloses Tierleid beenden

Drei von vier Tiertransporten werden laut eines Experten bei Kontrollen beanstandet. Höchste Zeit, die Regeln für solche Transporte zu straffen. picture alliance
02.10.2019
  • Jeden Tag werden Tiere kreuz und quer durch Deutschland, die EU und darüber hinaus gekarrt. Die Tiere auf diesen Transporten leiden oftmals unter Durst, Enge und Angst.
  • In einer Anhörung im Bundestag sprach ein Experte von einer Beanstandungsquote von bis zu 75 Prozent. Dennoch wurde unser Antrag, die Transporte auszusetzen, von der großen Koalition abgelehnt.
  • Wir Grüne im Budestag fordern eine Begrenzung der Dauer von Tiertransporten. Lebendexporte in außereuropäische Länder müssen verboten werden, wenn der Schutz der Tiere auf dem Weg dorthin nicht gewährleistet werden kann.

Jeden Tag werden Tiere auf LKW geladen und kreuz und quer durch Deutschland, die EU und darüber hinaus gekarrt. Allein 2018 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 68.784 lebende Rinder aus Deutschland in EU-Drittstatten exportiert. Hier ist unser Antrag Moratorium für Tiertransporte in außereuropäische Länder aussprechen.

Durst, Enge und Angst

Rinder, oftmals auch hochtragende Tiere, werden über tausende Kilometer gekarrt, zum Teil bis nach Usbekistan, nach Ägypten oder nach Marokko. Die Tiere auf diesen Transporten leiden oftmals unter den klimatischen Bedingungen, unter unerträglicher Hitze bei Fahrten in südliche Länder, unter Durst, Enge und Angst. Kontrollen auf der Straße, die leider viel zu selten stattfinden, weisen eine sehr hohe Beanstandungsquote auf.

In einer Anhörung, die im Bundestag zu diesem Thema stattfand, sprach ein Experte von einer Beanstandungsquote von bis zu 75 Prozent. Dennoch wurde unser Antrag, die Transporte auszusetzen, von der großen Koalition abgelehnt.

Transporte begrenzen, Regeln verbessern

Während die Bundesregierung das Thema aussitzen will, haben Grüne in den Landesregierungen gehandelt. Schleswig-Holstein hat eigenständig einen vierwöchigen Rinderexportstopp in 14 Länder verhängt, darunter Marokko, die Türkei und Usbekistan. Und bei der Konferenz der AgrarministerInnen am 12. April 2019 haben die Bundesländer gemeinsam beschlossen, dass Nutztiertransporte in Drittstaaten außerhalb der EU bei Verstößen verboten werden sollen. Die Bundesregierung muss jetzt endlich handeln.

Wir fordern eine Begrenzung der Dauer von Tiertransporten auf vier Stunden innerhalb Deutschlands und acht Stunden bei internationalen Transporten. Lebendexporte in außereuropäische Länder müssen verboten werden, wenn der Schutz der Tiere auf dem Weg dorthin nicht gewährleistet werden kann. Die viel zu lasche Transport-Verordnung muss überarbeitet werden.

Schon innerhalb der EU ist die Einhaltung eines Mindestmaßes an Tierschutz nicht gewährleistet. Und beim Verlassen der EU sind die Transporte eine grausame Blackbox.

Dieses hunderttausendfache Leid wollen wir beenden. Es gibt keinen vernünftigen Grund, der diese Tortur rechtfertigt.