Agrarwende

Tierhaltung mit Zukunft

Die gegenwärtige Tierhaltung in Deutschland geht zulasten von Tieren und Umwelt und ist für viele Bäuerinnen und Bauern unwirtschaftlich. Wir brauchen dringend einen Umbau. gemeinfrei
07.08.2019
  • Tieren in deutscher Massentierhaltung fehlt es an Platz, Auslauf, Licht und Beschäftigung. Wir wollen eine umweltverträgliche, faire Tierhaltung.
  • Von dieser fairen Tierhaltung sollen Bäuerinnen und Bauern gut leben können. Tieren muss ein Leben frei von Leiden und Angst ermöglicht werden.
  • Mit einem nationalen Tierschutzaktionsplan wollen wir Tierleid beenden. Für Fleisch und Milch fordern wir eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung.

Die Tierhaltung, wie sie in Deutschland aktuell betrieben wird, ist nicht zukunftsfähig. Das hat nicht zuletzt der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik konstatiert. Den Tieren fehlt es an Platz, Auslauf, Licht und Beschäftigung. Und es sind zu viele. Für die gegenwärtig praktizierte Tierhaltung haben wir weder die Ackerflächen, um Futtermittel umweltverträglich anzubauen. Noch wird es uns gelingen, die anfallenden Güllemassen so auszubringen, dass sie von Pflanzen und Boden tatsächlich in einem verträglichen Maß aufgenommen werden können.

Klasse statt Masse

Wir wollen die Tierhaltung in Deutschland umbauen: Von der Masse hin zur Klasse. Wir wollen eine umweltverträgliche Tierhaltung, von der Bäuerinnen und Bauern leben können. Und die Tieren – wenn sie schon genutzt werden – ein Leben frei von Leiden und Angst ermöglicht.

Klarer Fahrplan statt unverbindliches Wünschdirwas

Seit Jahren setzt das konservative Landwirtschaftsministerium auf Freiwilligkeit. Ergebnis: Beim Tierschutz tut sich nichts, die Umweltbelastung geht weiter und Bäuerinnen und Bauern, die es besser machen wollen, haben keinerlei Planungssicherheit und Unterstützung. Das muss sich ändern. Für den Umbau der Tierhaltung fordern wir einen klaren Fahrplan, der unter anderem folgendes enthält:

  • Wir müssen dafür sorgen, dass die Regeln stimmen. Die Tiere brauchen mehr Platz, Auslauf, Licht und Beschäftigung. Mit einem nationalen Tierschutzaktionsplan beenden wir das Tierleid, das Kükentöten, Amputationen und Qualzucht verursachen.
  • Wir müssen dafür sorgen, dass die Förderung stimmt. Dafür unterfüttern wir unseren nationalen Tierschutzaktionsplan finanziell mit einem detaillierten Förderkonzept. Die BäuerInnen müssen den Umbau in eine bessere Tierhaltung mitgehen können.
  • Wir müssen dafür sorgen, dass die BürgerInnen wissen, was sie kaufen. Wir wollen bei Fleisch und Milch eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung einführen, die einleuchtet – so wie es das für Eier schon gibt.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass nach 2020 über die Gemeinsame Agrarpolitik gesellschaftliche Gelder nur noch an landwirtschaftliche Betriebe gehen, die in den Bereichen des Tier-, Umwelt-, Natur-, und Klimaschutzes gesellschaftliche Leistungen erbringen.
  • Wir binden die Tierhaltung wieder an die Fläche (Begrenzung der Tierzahl, die auf einer Fläche gehalten wird) und sorgen dafür, dass es keinen weiteren Zubau an Massentierhaltung gibt.

Weitere Informationen

Gemeinsam aus der Massentierhaltung aussteigen, 26. Juni 2017 - Autorenpapier von Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Christian Meyer MdL, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen.