AKW-Abschaltung

Ende für Brokdorf ist der vorletzte Schritt

Silhouette des AKW Brokdorf in der Abenddämmerung
Mit der endgültigen Abschaltung der AKW Brokdorf (Bild), Grohnde und Gundremmingen geht die Hälfte der letzten sechs AKW in Deutschland vom Netz. Damit nimmt der Atomausstieg in Deutschland den vorletzten Schritt. picture alliance/dpa | Christian Charisius
31.12.2021
  • Atomkraft ist und bleibt zu gefährlich, zu teuer und die Endlagerfrage ist weltweit ungeklärt.
  • Das Aus für den Atommeiler Brokdorf und zwei weitere AKW bedeutet den vorletzten Schritt zum endgültigen Atomausstieg.
  • Der Atomausstieg bleibt auch international auf der Tagesordnung.

Ab dem 31. Dezember 2021 ist Brokdorf DAS Symbol für den unumkehrbaren Atomausstieg. Im Februar 1981 begann mit der Massendemonstration am AKW Brokdorf der Aufstieg der Anti-AKW-Bewegung zur atomkritischen Mehrheitsmeinung in Deutschland. Seit Jahrzehnten gibt es stabil breite Mehrheiten für einen Atomausstieg - völlig zu Recht. Atomkraft ist nach wie vor zu gefährlich, zu teuer und die Endlagerfrage ist weltweit ungeklärt. 

Teuer verschleppter Ausstieg

Wir Grüne im Bundestag haben 2000 aus der Regierungsverantwortung heraus den Atomausstieg gestartet. Nach der Fehlentscheidung 2010 der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung zur Laufzeitverlängerung für AKW, die wir entschieden bekämpft haben, wurde nach Merkels Fukushima-Schwenk auf Druck der Zivilgesellschaft ein zweiter Atomausstieg 2011 beschlossen. Das haben wir unterstützt.

Leider hat die damalige Bundesregierung diesen gegen unseren Widerstand so ausgestaltet, dass den Steuerzahler*innen zusätzlich zu den vielen Milliarden Subventionen, die bereits über Jahrzehnte in die Atomenergie geflossen waren, weitere Milliardenkosten in Form von Entschädigungszahlungen aufgebürdet wurden.

Endgültiger Ausstieg - Keine Renaissance

Aber nun ist es endlich so weit: Mit der endgültigen Abschaltung der AKW Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen geht die Hälfte der letzten sechs AKW in Deutschland vom Netz. Die letzten drei folgen Ende 2022. Ein großer Erfolg für die Umweltbewegung, die Grünen, die Energiewende und uns alle.

Entgegen aller Versuche der Atomlobby, international die Atomkraft wiederzubeleben: Weltweit ist der Anteil der Atomkraft an der Energieerzeugung seit vielen Jahren im rapiden Sinkflug. Atomkraft ist ein Auslaufmodell.

Um so unsinniger der Versuch der EU-Kommission im Rahmen der so genannten Taxonomie, Investitionen in AKWs als nachhaltig zu labeln. Atomkraft ist kein Beitrag zum Klimaschutz. Neue AKWs zu bauen ist viel zu aufwendig und zu teuer. Finnland baut an seinem „modernen“ Meiler schon seit 20 Jahren (!), die Milliardenkosten haben sich verdreifacht. Sonnen- und Windenergie sind da um Längen preiswerter. Und das von der EU-Kommission zu Recht geforderte Endlager zu errichten wird noch Jahrzehnte dauern, es sind aber noch nicht einmal realistische Standorte in Sicht. Die Kommission wäre gut beraten, dieses kontraproduktive Projekt schnellstens zu beerdigen.

Atomkraft verhindert Klimaschutz

Video vom 23.09.2020

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In Zeiten der Klimakrise behaupten Atomkraft-Fans gerne, so lasse sich das Klima retten. Warum aber genau das Gegenteil eintritt, weil der Ausbau von echtem Klimaschutz und Erneuerbaren Energien verhindert wird, erklärt in diesem Video aus dem September 2020 unsere ehemalige Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.

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