Standortauswahlverfahren

Endlagersuche erreicht ersten Meilenstein

Atommüll lagert in einem Zwischenlager. Im Standortauswahlverfahren soll ein Endlager gefunden werden.
Irgendwo muss der Müll hin. Darum ist die Suche nach einem Endlager für den Atommüll eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. picture alliance/Sina Schuldt
25.09.2020
  • Die Suche nach einem sicheren Endlager für den radioaktiven Atommüll ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor der sich niemand drücken kann und bei der wir Grüne im Bundestag konstruktiv mitwirken.
  • Mit dem Standortauswahlverfahren haben wir alles für eine erfolgreiche Endlagersuche vorliegen: einen wissenschaftsbasierten und überprüfbaren Prozess, der transparent ist und die Bürger bereits frühzeitig beteiligt.
  • Der Zwischenbericht Teilgebiete der Endlagersuche ist ein erster, wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem Endlager.

Am 28. September legte die Bundesgesellschaft für Endlagerung ihren Zwischenbericht Teilgebiete vor. Der Bericht benennt deutschlandweit Regionen, die potentiell für ein Endlager in Frage kommen. Erstmals werden Gebiete aber auch von der Endlagersuche ausgeschlossen.

Diese Zwischenergebnisse bedeuten noch keine Vorfestlegungen auf ein Gebiet, sondern sind das Ergebnis von Auswertungen bereits vorliegender geologischer Daten für ganz Deutschland. In den kommenden Jahren wird eine verfeinerte Suche weitere Regionen ausschließen, am Ende steht der Standort mit der bestmöglichen Sicherheit – unabhängig von politischem Einfluss.

Anton Hofreiter zur Endlagersuche

Transparenz und Bürgerbeteiligung

Das im Standortauswahlgesetz festgelegte Verfahren ermöglicht zum ersten Mal einen wissenschaftlichen und überprüfbaren Prozess zur Endlagersuche. Die Auseinandersetzungen und berechtigten Bedenken gegen den Standort Gorleben haben uns gezeigt, wie wichtig dies ist. Die Entscheidung kann nicht nach politischen Einzelinteressen getroffen werden, sondern es braucht klare und transparente Regeln, eine wissenschaftliche Basis und überprüfbare Ergebnisse.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger bei dieser Aufgabe einzubeziehen, die unsere ganze Gesellschaft betrifft. Die Endlagersuche kann nur gelingen, wenn die Menschen vor Ort von Anfang beteiligt sind und gehört werden. Die geplanten Fachkonferenzen, bei denen die Ergebnisse des Zwischenberichts erläutert werden und an denen Bürgerinnen und Bürger teilnehmen und Einwände einbringen können, sind dabei ein wichtiges Format.

Verantwortung übernehmen

Wir Grüne im Bundestag sehen die Endlagersuche als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – alle sind gefragt. Auch wir werden Verantwortung übernehmen. Wir haben Atomkraft immer als gefährliche, teure und klimaschädliche Energieform bekämpft. Und vor allem auch wegen des strahlenden Atommülls, der in Deutschland entstanden ist.

Umso wichtiger ist daher jetzt, die Endlagersuche konstruktiv zu begleiten und zu unterstützen. Denn es gibt uns die Möglichkeit, das Zeitalter der Atomkraft abzuwickeln. 

Mit dem im Frühling 2020 beschlossenen Geologiedatengesetz wurde die Grundlage geschaffen, die für die Endlagersuche relevanten Daten zu veröffentlichen. Wir hätten uns dabei eine noch weitergehende Transparenz gewünscht. Dennoch unterstützen wir das Gesamtverfahren zur Endlagersuche auf der vereinbarten Basis.

Mehr zur Endlagersuche lesen Sie in unserer Broschüre Endlagersuche - so geht´s. Gemeinsam neu starten.