AKW-Kaltreserve Stromversorgung auch ohne Atom-Reserve

Die Stromversorgung in Deutschland ist auch ohne die acht abgeschalteten Schrottmeiler jederzeit sichergestellt. Das ist das Ergebnis eines Berichts der Bundesnetzagentur. Die Bundesregierung hatte auf Betreiben von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die Untersuchung im Vorfeld des Ausstiegsbeschluss ins Atomgesetz schreiben lassen. Es war bislang Röslers einziger Beitrag zur Energiewende – und der ist jetzt verpufft.

Dass die Netzagentur detektivisch auf die Suche nach Kraftwerkskapazitäten gehen musste, ist ein Armutszeugnis. Die Bundesregierung hat sich zu lange von den Einschätzungen der privaten Netzbetreiber abhängig gemacht. Die Koalition muss jetzt dafür sorgen, dass die Bundesnetzagentur künftig Zugriff auf alle notwendigen Informationen erhält.

Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur bekommt die klare grüne Haltung Rückendeckung. Der grüne Umweltminister in Baden-Württemberg hat mit seiner kurzfristigen Entscheidung, einem alten Steinkohle-Block vorübergehend wieder eine Genehmigung zu erteilen, die letzten Steine aus dem Weg geräumt.

Versorgungsprobleme sind - wenn überhaupt - nur für wenige Stunden im Winter zu erwarten. Für diese wenigen Stunden wäre es aus Sicherheitsgesichtspunkten und wirtschaftlich absurd, ein Alt-AKW weiter am Netz zu lassen. Denn die technischen Alternativen sind da, die Bundesregierung muss jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, dass sie in Zukunft eingesetzt werden können.

Die Bundesregierung muss die Energiewende ehrgeizig vorantreiben. Hintertüren wie die AKW-Kaltreserve darf es nicht wieder geben. Leere Bekenntnisse reichen nicht, die Regierung Merkel muss voll auf erneuerbare Energien setzen und jetzt endlich auch die Energieeffizienz angehen.

 

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