Atomkatastrophe Zwei Jahre Fukushima

2 Jahre Fukushima

Der zweite Jahrestag der Fukushima-Katastrophe erinnert nicht nur daran, welche dauerhaft verheerenden Spuren ein atomarer Super-GAU hinterlässt. Er zeigt auch, wie schnell bei Regierungen Erkenntnisse, die im Lichte der einschneidenden Katastrophe richtigerweise gezogen wurden, wieder in den Hintergrund geraten können. So ist es schwer verständlich, warum die neue japanische Regierung vom Ausstiegsbeschluss der Vorgängerregierung nichts mehr wissen will – gegen den Willen der Bevölkerung.

Doch auch in Deutschland, wo mit dem Atomausstiegs die einzig richtige Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe in Japan gezogen wurde, gehen die Uhren zwei Jahre später anders. Die Rolle Rückwärts in der eigenen Atompolitik von Union und FDP entpuppt sich als Manöver ohne innere Überzeugung. Noch klingen einem die Versprechen von damals in den Ohren. Die Sicherheit aller Atomanlagen sollte über strenge Stress-Tests ermittelt und anschließend höchste Sicherheitsstandards durchgesetzt werden. Deutschland läute nach dem Atom- nunmehr das Erneuerbaren-Zeitalter ein und werde bis spätestens 2050 auf höchste Effizienz und erneuerbare Energien umsteigen.

Doch heute sieht die Realität anders aus. Die Energiewende wird von der Bundesregierung sabotiert, der Ausbau erneuerbarer Energien ausgebremst. Von den eigenen Zielsetzungen beim Energiesparen, CO2-Minderung oder Gebäudesanierung hat sich Schwarz-Gelb ohnehin längst distanziert. Und der Atomausstieg? Der ist geschrumpft auf bloße Abschaltdaten. Verinnerlicht hat diese Bundesregierung den Beschluss vom Sommer 2011 bis heute nicht.

Die grüne Bundestagsfraktion fordert jetzt in einem Antrag, den Atomausstieg endlich konsequent umzusetzen. Zu einem ehrlichen Atomausstieg gehört es zum Beispiel,

  • strenge Sicherheitsanforderungen und entsprechende Nachrüstungen für AKW durchzusetzen, wo sich das nicht rechnet muss abgeschaltet werden;
  • sich aktiv gegen die Gefahren durch AKW in benachbarten Ländern einzusetzen und den Bürgerinnen und Bürger in die Beteiligungsprozesse mit einzubeziehen, z. B. gegen die Laufzeitverlängerung in Bossele, Tihange oder den Neubau in Temelin, Kaliningrad oder Großbritannien,
  • keine Hermes-Bürgschaften für Atomexporte zu gewähren,
  • die Atomforschung auf Sicherheits- und Endlagerforschung zu beschränken und die restlichen Mittel zum Nutzen der Energiewende umzuwidmen.

Doch von all dem will Schwarz-Gelb nichts wissen. Daher bleibt auch zwei Jahren nach Fukushima eine Gewissheit unverändert. Gegen das Vergessen hilft nur der öffentliche Druck. Atomausstieg und Energiewende sind keine Selbstläufer, es braucht die Einmischung von möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen, Vereinen, Verbänden und Unternehmen, damit das gesamtgesellschaftliche Projekt Energiewende konsequent zum Erfolg geführt werden kann. Mit dieser Bundesregierung ist das nicht zu schaffen.

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35 Kommentare
Wollen Sie das verantworten?
Gast 08.03.2013

Vielleicht ist inzwischen ein Limit bei den Strompreisen erreicht? Gem. n-tv wird jährlich 600.000 Haushalten der Strom abgedreht.
Außerdem ist die Netzstabilität extrem gefährdet. Letztes Jahr wurde der Blackout mehrmals knapp verhindert. Nach einem vollständigen Blackout würde das Anfahren des Stromnetzes 14 Tage dauern. 14 Tage kein Wasser (Pumpen), keine Heizung (Steuerung), kein Kochen, kein warmes Wasser, keine Zapfsäule, kein Zahlungsverkehr, kein Geldabheben, kein Verkauf, keine Kühlung für Lebensmittel, kein Strom für Krankenhäuser, Kühe können nicht gemolken werden und verenden... Wollen Sie das verantworten? Nur um eine Ideologie zu befriedigen?

Wozu eigentlich die "Energiewende"???
Gast 08.03.2013

Nur zur Erinnerung:
Die Verwüstungen in Japan wurden durch eine Tsunamiwelle ausgelöst. Das Kraftwerk hat keine Opfer durch Strahlung gefordert.
In Tschernonyl gab es letztendlich 47 Tote. Der Reaktor war zur Anreicherung von waffenfähigem Uran betrieben worden nicht zur Energieversorgung (andere Konstruktion)

Der Weltklimarat (IPCC) hat zugegeben, dass es seit 17 Jahren keine Erwärmung gibt und seit 100 Jahren nur 0,4 Grad (statistisch nicht signifikant). Wozu soll jetzt noch mal die Engeriewende gut sein mit all ihren Nachteilen?
- steigende Strompreise
- keine Einsparung von Kraftwerken/Brennstoff
- Netzinstabilität, keine Grundlast
- Konkurrenz zur Nahrung

@ "Gast" : wieso nennen Sie sich nicht einfach "Mixer"
Baden Württemberger 08.03.2013

.....dann wirkt wenigstens der (Aber-) "Witz" Ihrer Beiträge ! Verballhornter Mix von "Eigenkreationen" mit Halbwahrheiten dazu noch ein Schuß Ignoranz...
und zum Nachtisch selbsgemachter " Blackout ".....
wie es sich für einen 5***** Gast gehört !...eigentlich "Bambi " verdächtig ?

Ich finde es reichlich schäbig von euch,
geht euch nix an 08.03.2013

daß ihr wieder Wahlkampf macht auf Kosten der Strahlenopfer (sofern es welche gibt) und daß ihr armen Menschen den Strom abdreht, wenn sie nicht die EEG-Umlage bezahlen können.

Eure Windräder töten Vögel und Fledermäuse, Offshore-Anlagen töten durch die Schallwellen unter Wasser zusätzlich noch Wale und andere Meerestiere.
http://www.taz.de/Meerestiere-und-Laerm/!104038/
Beseitigt diese Mißstände, bevor ihr mit den Dingern die Gegend zupflastert!

Bild zum Linkverweis
Karl Ehmann 09.03.2013

Hallo,
wem fällt so ein Mist bzw. Bild zum Tema Kraftwerke ein?
Das Bild zum Artikelverweis zeigt Kühltürme die Wasserdampf in die Umwelt abgeben. Falsch??
Was ist an H²O verwerflich außer das man solche Aufnahmen für eine ganz beschissene Stimmungsmache nutzt. Ich erwarte von Ihnen nichts anderes nur das Sie irgendwann mal mit den Füßen auf dem Boden bleiben.
Nur meine Meinung, eines " Nochbürgers " der " neuen BRD."
Grüße

Polemik?
Willi Stock 10.03.2013

Mir fehlt wirklich ein Verweis auf die 15.800 Toten und 2.700 Vermißten durch den Tsunami, der angemessen gewesen wäre. Das lässt sich aber wahltaktisch nicht ausschlachten, oder?

Gast vorzuwerfen, Halbwahrheiten zu verbreiten? Haben Sie schon mal mit Fakten oder dem Bericht der Bundestagskommision für Technikfolgen zum Thema "mehrtägiger Blackout" auseinandergesetzt?

An Baden Württemberger
Gast 10.03.2013

Das sind keine Eigenkreationen. Die Angaben stammen alle aus der Presse oder aus einer Studie einer Bundestagskommission. Halbwahrheiten sind es nur insofern, dass ich aus Platzgründen gar nicht alle Probleme, die die sog. Energiewende oder die sog. "Erneuerbaren" mit sich bringen, unterbringen konnte.
Interessant finde ich die wutschnaubende aber faktenlose Reaktion ihrerseits. Wie heißt es doch so schön (im übertragenen Sinne) "getroffene Hunde bellen".

Meine Stimme haben sie Verloren
Steve 11.03.2013

Ja unsere Kraftwerke sind ja auch sooooo gefährdet. Immer diese ganzen Erdbeben.... und Hurrikans.... seien wir doch mal ehrlich: Es können 1 1/2 Flugzeuge in ein Kraftwerk fliegen, bevor auch nur ansatzweise was passiert. Und was ist wenn wir wirklich alle AKWs abschalten? Ja genau wir beziehen den Strom aus Frankreich, Polen etc. Und wo haben die ihre AKWs? An unserer Grenze! Also warum den Strompreis künstlich in die Höhe treiben? Soll Strom bald ein Luxusgut werden den sich nur die Oberschicht der Gesellschaft leisten kann? Wie soll das weiter gehen? Politik soll den Menschen helfen und sie nicht in ihrer Lebensqualität für schwachsinnige Ideale einschränken.

Grüner Fetisch
Renton 11.03.2013

Der Kampf gegen die Atomkraft muss ein grüner Fetisch sein. Anders kann man sich diese hirnverbrannten, immer wieder kehrenden Kommentare zu einem Reaktorunglück, bei dem bisher nicht ein einziger Strahlentoter zu beklagen ist, eigentlich nicht erklären.

Das Wesen der Grünen
Dieter 11.03.2013

Die Grünen "bekämpfen" erfundene oder aufgebauschte "Probleme" mit untauglichen Lösungen. Das machen sie ganz "demokratisch" gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit. Die verordneten Zwangsmaßnahmen rechtfertigen sie mit der "Verbesserung" oder "Rettung" der Welt.
Dabei ignorieren sie alle dadurch entstehenden tatsächlichen Probleme. Die Schuld an dem jeweils entstandenen Desaster schieben sie anderen in die Schuhe, in der Hoffnung, dass sich keiner mehr daran erinnert, wer den Unsinn verzapft hat.

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