Holzbau Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen stärken

Das Stroh wird in Holzrahmen gepresst und fast ist die Wand fertig.
Strohballen als Dämmmaterial in Holzrahmen.

Bauen mit Holz und nachwachsenden Baustoffen erfreut sich großer Zustimmung, bleibt aber in der Praxis hierzulande noch die Ausnahme. Früher war das anders. Traditionelle und altbewährte Bauweisen wie Fachwerk zeugen von einer langen Lebensdauer, die viele Designtrends überstanden hat. Wir wollen den Holzbau und das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen stärken. Wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen dem modernen Holzbau eine lange Lebensdauer und hohe Wertbeständigkeit. Auch der vorsorgende Brandschutz ist bei Holz weit einfacher möglich als vielfach angenommen.

Bauwirtschaft und Klimawandel

In Deutschland sind die Zement- sowie die Eisen- und Stahlproduktion für 80 Prozent aller prozessbedingten Emissionen verantwortlich (Stand: 2008) und damit ein erheblicher Treiber der Klimakrise (Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Globale Umweltfragen, WBGU 2016). In einem Bericht der Deutschen Welle wird der Anteil der Zementherstellung am weltweiten CO2-Ausstoß mit sieben Prozent angegeben, dreimal so viel wie der gesamte Flugverkehr. Dabei sind Unternehmen der Zementindustrie als energieintensive Unternehmen bislang in erheblichem Umfang von Energiesteuern und CO2-Kosten befreit und haben somit wenig Anreiz ihre Produktion ökologischer zu machen.

Wenn wir es schaffen Stahl und Beton durch Holz und andere Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen mehr und mehr ersetzen, sparen wir in erheblichem Umfang CO2 ein und stärken die regionale Wertschöpfungskette. Dennoch wird die konventionelle Bauweise noch immer bevorzugt, auch bei der Förderung durch die öffentliche Förderbank KfW. Wir wollen, dass die Energieeinsparverordnung die Emissionen aus der Herstellung der Baustoffe stärker berücksichtigt, und diejenigen belohnt, die schon beim Bau das Klima schonen. Wer sein Haus energiesparend modernisiert, sollte mehr Fördermittel erhalten, wenn Bau- und Dämmstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe verwendet werden – mit einem KfW Programm Natur Plus. Außerdem setzen wir uns für ein Marktanreizprogramm für ökologische Baustoffe ein.

Mehr zum Thema Bauen Wohnen Stadtentwicklung

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4401980