Neue Wohngemeinnützigkeit

Eine Million Sozialwohnungen zusätzlich schaffen

Im Hintergrund sind mehrstockige Wohnungen und im Vordergrund sind Gärten, in denen  ein Kinderspielzeughaus steht.
Mietwohnungen zu dauerhaft günstigen Preisen sind besonders in Städten und Ballungsräumen Mangelware. picture alliance / dpa
23.08.2019
  • Seit 1990 hat sich die Zahl der Sozialwohnungen mehr als halbiert – und es werden jährlich 42.000 weniger. Viele Menschen finden keine bezahlbare Wohnung.
  • Wohnen ist ein Menschenrecht. Auch Familien und Menschen mit kleinen Einkommen müssen zu bezahlbaren Mieten in ihrem Viertel wohnen können.
  • Wir fordern eine Million zusätzliche, dauerhaft günstige Mietwohnungen in den nächsten Jahren in den Städten und Ballungsräumen durch ein Investitionsprogramm des Bundes Neue Wohngemeinnützigkeit. 

In dem vorgelegte „Akutplan für soziales und bezahlbares Wohnen in Deutschland“ macht das breite Bündnis aus Mietern, Gewerkschaften und Bauwirtschaft deutlich, dass die Bundesregierung bei der Wohnungspolitik versagt. Das Bündnis fordert 2 Millionen neue Sozialwohnungen. Heute sind es nur noch circa 1,1 Millionen. Und -  aktuell gehen pro Tag gleichzeitig 232 Sozialwohnungen verloren - das ist fatal für den sozialen Zusammenhalt.

Obwohl die Zahl der günstigen Sozialmietwohnungen immer weiter schrumpft, und viele Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihre Miete zahlen sollen oder wie sie überhaupt eine bezahlbare Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes finden können, sitzt die Bundesregierung das brennende Thema aus. Stattdessen will sie die Mittel für den sozialen Wohnungsbau im nächsten Jahr um ein Drittel kürzen, von anderthalb Milliarden auf nur noch eine Milliarde Euro. Dabei ist das Gegenteil nötig.

Dringend: Investitionsprogramm „Neue Wohngemeinnützigkeit“

Wir fordern, dass der Bund  ein Investitionsprogramm „Neue Wohngemeinnützigkeit“ für eine Million zusätzliche, dauerhaft günstige Mietwohnungen auflegt Zusammen mit den verblieben Sozialwohnungen wären es dann wieder über zwei Millionen bezahlbare Wohnungen. Wichtiger noch: Wir können damit das Verschwinden von Sozialwohnungen beenden und so den Wohnungsmarkt stabilisieren. Sicheres Wohnen wird wieder möglich.

Es braucht endlich ein Umdenken hin zu einer sozialen und bezahlbaren Wohnungspolitik.

So funktioniert die Neue Wohngemeinnützigkeit

Eine aktuelle Studie der Kiehle-Beratung zu  Wohnen, die im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erstellt wurde,  belegt, dass mit dem Programm, Neubaumieten von sechs bis acht Euro wirtschaftlich und dauerhaft umsetzbarwerden.

Dazu erhalten Gemeinwohl orientierten Investoren mit dem Programm „Neue Wohngemeinnützigkeit“ einen Investitionszuschuss bis 20 Prozent für jede neue dauerhaft günstige Wohnung und werden von Steuerzahlungen befreit. Im Gegenzug werden die geförderten Wohnungen Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen in den Städten dauerhaft günstig angeboten. 

Studie belegt Wirtschaftlichkeit des Programms

Das Ergebnis der Studie: Die Neue Wohngemeinnützigkeit ist attraktiv für neue Wohnbauträger. Denn die Rendite ist mit dreieinhalb Prozent attraktiv und es bleibt noch ausreichend Liquiditätsreserve.

Mieten können in Verbindung mit der sozialen Wohnraumförderung der Fallbeispiele, in Hochpreislagen mit verbilligtem Bauland, deutlich gesenkt werden, auf sechs  bis acht Euro nettokalt. Durch Mengen- und Anspareffekte schafft das Programm auch im Zeitverlauf mehr günstige Wohnungen. Diese können dauerhaft zu sozialen Mieten vermietet werden, bei guter Liquidität der Wohnungsunternehmen. 

Abb.: Schaffung von 1 Mio. sozial gebundener Wohnungen in 10 Jahren mit und ohne NWG

Quelle: Kiehle 2018 „Mietsenkungs- und Mengeneffekte des Investitionsprogramms des Bundes Neue Wohngemeinnützigkeit. Wohnungswirtschaftliche Bewertung.“