Fernwärme 3.0 Neue Ideen für den Wärmemarkt

Die anhaltende Verschwendung von Wärmeenergie geht zulasten der Umwelt und auf Kosten von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Auch die aktuell niedrigen Ölpreise und ein vergleichsweise milder Winter ändern nichts an dem akuten Handlungsbedarf in diesem Sektor. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir in der Wärmeversorgung deutlich mehr Effizienz und mehr erneuerbare Energien.

Die Studie „Fernwärme 3.0“ im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag zeigt, wie der Wärmemarkt klimafreundlich, sicher und bezahlbar gemacht werden kann.

Einsparpotenzial ungenutzt

Im Wärmesektor liegen nach wie vor riesige Einsparpotenziale. Doch die Bundesregierung tut nichts, um die energetische Gebäudesanierung und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu beschleunigen. Die Studie des Hamburg-Instituts zeigt: Neben verbrauchsenkenden Maßnahmen durch energetische Gebäudesanierung müssen auch auf der Erzeugerseite mehr Anstrengungen unternommen werden.

Schlüsselfunktion für Wärmenetze

Die Autoren schreiben Wärmenetzen eine Schlüsselrolle zu. Diese ermöglichen eine einfache und kostengünstige Integration von erneuerbaren Energien in die Wärmeversorgung. Auch industrielle Abwärme, dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) oder Wärme aus „Power-to-Heat“ (Umwandlung von Strom in Wärme) mit überschüssigem erneuerbaren Strom könnten in Wärmenetze einspeist werden. Die Empfehlungen der Experten stützen damit unseren grünen Quartiersansatz.

Wärmeversorgung im Quartier denken

Wir fordern schon lange, energetische Gebäudesanierung und klimafreundliche effiziente Energieversorgung im Quartier umzusetzen, und dabei alle Potenziale für Bezahlbarkeit und Klimaschutz zu heben. Die Studie bestätigt: Wir dürfen uns bei der energetischen Sanierung nicht auf einzelne Gebäude beschränken. Viel sinnvoller ist es, das gesamte Stadtviertel in den Blick zu nehmen und die Bürgerinnen und Bürger an den Planungsvorhaben zu beteiligen. Kommunale Wärmenetze können hierbei das Rückgrat für einen klimaschonenden, regionalen Wärmemarkt werden.

Zeit zu handeln

Die Analyse des Hamburg-Instituts zeigt, dass die Debatte um den Klimaschutz im Gebäudebestand breiter geführt werden muss. Es geht nicht nur um dicke Dämmpakete auf den Wänden, sondern auch um die Schaffung eines neuen Wärmemarktes, der Impulse für eine klimaverträgliche und bezahlbare Versorgung setzt.

Studie: Fernwärme 3.0 – Strategien für eine zukunftsorientierte Fernwärmepolitik

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