Studentische Wohnungsnot

Offensive für bezahlbare Wohnungen

Mehrfamilienhaus in Bau
Ein Glücksfall, besser als ein Lottogewinn: Jede/r träumt von einer schönen und bezahlbaren Wohung. Im Oktober ist Semesterstart und für viele Studierenden beginnt die Wohnungssuche. In den Unistädten herrscht Wohnungsnot. Das muss sich ändern. Wir wollen unter anderem im BaföG einen für die Miete am Studienort auskömmlichen Wohnkostenzuschuss gewähren. picture alliance / dpa
16.10.2019
  • In Universitätsstädten herrscht Wohnungsnot. Diese wollen wir beenden.
  • Studierende brauchen wie alle anderen auch eine bezahlbare Wohnung
  • Wir fordern daher die Bundesregierung auf, mit den Ländern über mehr Wohnheimplätze für Studierende zu verhandeln. Außerdem wollen wir die Förderung des Bundes für günstige Mietwohnungen in den Unistädten  deutlich ausweiten und im BaföG endlich einen für die Miete am Studienort auskömmlichen Wohnkostenzuschuss gewähren.

Im Oktober ist Semesterstart – für hunderttausende Studierende beginnt das Studium an einer Hochschule oder Universität, oder sie setzen es fort.

Bund und Länder haben in den vergangenen Jahren erhebliche Summen investiert, um der hohen Nachfrage nach Studienplätzen gerecht zu werden. Denn Studieren lohnt sich, für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Leider spüren auch in diesem Jahr zahlreiche Studierende die studentische Wohnungsnot am eigenen Leib.

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist nötiger denn je. Seit 2007 hat die Zahl der Studierenden um 48 Prozent zugenommen, die Zahl der öffentlich geförderten Wohnheimplätze stieg hingegen nur um rund 8 Prozent. Nur noch knapp jeder zehnte Studierende findet einen Platz in einem Wohnheim, der günstigsten Wohnform für Studierende. Die anderen Studierenden sind entweder darauf angewiesen, bei ihren Eltern zu wohnen – was längst nicht immer möglich ist. Oder sie sind auf die immer teurer werdenden Mietwohnungen angewiesen. Dafür reicht jedoch der Mietkostenzuschuss Bafög nicht aus. Die Wahl des Studienorts darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

In unserem Antrag Offensive für bezahlbaren Wohnraum für Studierende fordern wir daher:

  • Mehr öffentlich geförderte Wohnheimplätze für Studierende
  • Mehr sozialen Wohnungsbau - Die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau müssen auf zwei Milliarden Euro verdoppelt werden und wir brauchen ein Förderprogramm des Bundes Neue Wohngemeinnützigkeit, um jährlich 100.000 günstige Mietwohnungen in den Unistädten und Ballungsräumen neu zu schaffen
  • Die Mietkostenpauschale im BaföG muss erhöht und regional gestaffelt werden
  • Eine echte Mietpreisbremse ohne Ausnahmen.

Statt einer unzureichenden Wohnpauschale wäre eine regionale Staffelung des Wohnkostenzuschusses nach dem Wohngeldgesetz viel gerechter, daher haben wir einen entsprechenden Änderungsantrag zur BaföG-Novelle gestellt, den die Große Koalition abgelehnt hat. Denn der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine 30 m²-Wohnung liegt zwar in Frankfurt (Oder) bei im Schnitt bei relativ günstigen 6,03 Euro, in München dagegen bei unbezahlbaren 23,76 Euro.

Wir wollen, dass jeder kluge Kopf ein gutes Dach über dem Kopf hat. Nicht ein verrückter Immobilienmarkt, sondern das fachliche Interesse junger Menschen sollte die Wahl des Studienorts entscheiden. Wo die Mieten für Studierende teurer sind, muss es auch mehr staatliche Unterstützung geben.