Energieeinsparung Ohne Konzept bei Bundesgebäuden

Handwerker bei der Wärmedämmung

Die 4.500 Liegenschaften des Bundes beinhalten 51.000 Gebäude mit einer Nettogesamtfläche von 62,5 Mio Quadratmetern. Die Gebäude haben einen geschätzten Energieverbrauch von 60.000 GWh. Dieser Verbrauch produziert Energiekosten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Angesichts dieser Summen und der angestrebten Vorbildfunktion des Gebäudebestandes des Bundes für die Energiewende im Gebäudesektor sind die Maßnahmen zur CO2-, Energie- und Kostenreduktion nicht ausreichend.

Den Liegenschaften und Gebäuden stehen 435 Energiebedarfsausweise und 154 Energieverbrauchsausweise für Gebäude in Bundesverwaltung und institutioneller Zuwendungsempfänger gegenüber, für Gebäude der Bundeswehr liegen keine Angaben vor. Weiterhin liegen in den 16 Bundesländern durchschnittlich nur für 8,21 Prozent der Gebäude der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BlmA) der Kategorie Betriebe/Geschäft/Soziales Gebäudeausweise vor. Für die Kategorie Unterkunftsgebäude liegen, ebenfalls bezogen auf 16 Bundesländer, nur für 6,69 Prozent der Gebäude ein Energieausweise vor. Vorbildlich ist dies nicht, der Bund muss hier dringend tätig werden.

Hinzu kommt, dass die Bestandsdaten der Gebäude des Bundes seit mindestens zwei Jahren zusammengeführt werden und der BImA noch immer nicht zentral vorliegen.

Erschwerend hinzu kommt, dass auch keine zentrale Erfassung der zur solar- oder windkrafttechnischen Nutzung bereits verpachteten Flächen vorliegt und die Erfassung der betreffenden Verträge, aufgrund der eingesetzten Software, seit Anfang 2012 per Hand erfolgt. Dies ist angesichts der Aufgabe der BImA als zentrales einheitliches Liegenschaftsmanagment des Bundes nicht hinnehmenbar. Die Erstellung eines Solarkatasters wird mit dem Verweis auf den organisatorischen Umfang abgelehnt und das obwohl die Bundesregierung die Errichtung von Anlagen zur solartechnischen Nutzung von der Bundesregierung angeblich unterstützt wird.

Sowohl für die Energieausweise als auch hinsichtlich der solartechnischen Eignung von Liegenschaften verfügt die Bundesregierung derzeit noch nicht über ein belastbares flächendeckendes Zahlenmaterial. Dies gilt es dringend abzustellen, will die Bundesregierung ihrer Vorbildfunktion endlich gerecht werden.

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