Förderprogramm

Eine Milliarde Euro zur Rettung der Innenstädte

Geschlossenes Geschäft
Schon vor Corona standen viele Innenstädte durch hohe Mieten und den Onlinehandel unter Druck. Mit der Schließung von vielen zentralen Karstadt-Kaufhof-Filialen und immer mehr Homeoffice droht jetzt eine landesweite Verödung. Foto: Leerstand, Berliner Straße, in Oranienburg, Landkreis Oberhavel, Brandenburg, Deutschland picture alliance/Bildagentur-online
17.07.2020
  • Unsere Innenstädte und Ortskerne sind in der Krise. Händler und Gewerbetreibende, die schon zuvor durch den Online-Handel und explodierende Mieten unter Druck kamen, sind nun durch Corona bedingte Umsatzeinbrüche doppelt schwer getroffen. Die Schließung vieler Karstadt-Kaufhof-Filialen verschärft die Situation jetzt weiter.
  • Wir legen ein Programm zur Rettung der Innenstädte auf und wollen dafür zusätzliche Direktmittel in Höhe von rund einer Milliarde Euro vom Bund bereitstellen
  • Ein neuer Städtebau-Notfallfonds in Höhe von 500 Millionen Euro soll Kommunen helfen, ihre Ortskerne und Stadtzentren attraktiver zu gestalten. Smarte Projekte, die online und offline verbinden, sollen mit 290 Millionen Euro gefördert werden. Weitere Millionen Euro sollen in die Begrünung und damit Aufenthaltsqualität vor Ort investiert werden.

Nach jahrelangem Umsatzwachstum droht dem deutschen Einzelhandel der stärkste wirtschaftliche Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine Auswertung des Einzelhandelsverbandes zeigt, dass in den Monaten März, April und Mai 2020 die Ausgaben pro Einkauf im stationären Handel um zehn Prozent sanken, während sie im Online-Handel um 20 Prozent gestiegen sind.

Durch Umsatzrückgang in der Corona-Krise: Droht Verödung der Innenstädte

Gleichzeitig stiegen die Mieten in gefragten Innenstadtlagen massiv an. Gepaart mit dem Umsatzrückgang besteht die reale Gefahr, dass vor allem kleine, alteingesessene Händler, Traditionsbetriebe und das lokale Handwerk aufgeben müssen. Die Existenz mancher Läden, Cafés und Restaurants hängt an einem seidenen Faden. Wenn sie schließen, hinterlassen sie oft leere Räume und verwaiste Schaufenster. Wie eine Hiobsbotschaft muss für viele Kommunen nun die angekündigte Schließung zahlreicher Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen geklungen haben, die häufig zentrale Ankerpunkte vor allem in kleineren und mittelgroßen Städten waren und für Laufkundschaft und Attraktivität für das gesamte Zentrum sorgten. 

Die Schließungen sind nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Es gehen nicht nur Einkaufsmöglichkeiten verloren, sondern Orte des Zusammenkommens.

Eine Milliarde Euro: Förderprogramm zur Rettung der Innenstädte

Wir wollen die lebenswerten Innenstädte erhalten. Deshalb macht sich Katrin Göring Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag in einem Papier für ein Programm zur Rettung der Innenstädte in Höhe von rund einer Milliarde Euro stark.