Studie

Sanierung alter Gebäude für wirksamen Klimaschutz

Gebäudesanierung in Köln
Ein Sechstel allen schädlichen CO2s fällt in Gebäuden an. Eine von uns beauftragte Studie weist nun nach: wenn wir die noch unsanierten Gebäude klimafit machen, sparen wir die Hälfte allen CO2s, das direkt in Gebäuden entsteht - und das auch noch besonders wirtschaftlich. So können wir schnell und effizient Klimaschutz umsetzen. picture alliance / R. Goldmann
05.05.2021
  • Ein Sechstel allen schädlichen CO2s entsteht direkt im Gebäude. Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Gebäudesektor bis 2040 klimaneutral werden.
  • Eine von uns beauftragte Studie zeigt: Bereits wenn wir die noch unsanierten Gebäude klimafit machen, sparen wir die Hälfte allen CO2s, das direkt in Gebäuden entsteht. Und das besonders wirtschaftlich.
  • Dazu erhöhen wir die Fördermittel massiv und informieren jeden Gebäudeeigentümer per kostenlosem Sanierungsfahrplan über die nötigen Schritte. Für Mieter*innen sorgen wir für tragbare Mieten durch Absenkung der Modernisierungsumlage und das Drittelmodell, auch nach Sanierung.

Gebäude emittieren aktuell viel zu viel CO2, seit Jahren geht der Ausstoß kaum zurück (Quelle: Umweltbundesamt). Je nach Berechnung entfallen ein Sechstel bis 40 Prozent des schädlichen CO2 auf die Gebäude. Auf den Energieverbrauch in den Gebäuden selbst emittieren sie rund ein Sechstel des klimaschädlichen CO2.

Die schwarz-rote Bundesregierung steht bei der Gebäudesanierung jedoch auf der Bremse und verweigert passende Regelungen. Sie hat sogar ihre eigenen, vom Verfassungsgericht als unzureichend beurteilten Klimaziele im Gebäudesektor noch verfehlt.

Unser Fahrplan für schnellen und wirksamen Klimaschutz

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir jetzt handeln. Dafür wollen wir die Förderprogramme für Eigentümer*innen massiv aufstocken und Mieterinnen und Mieter mit bezahlbaren Mieten schützen. Außerdem wollen wir den Rechtsrahmen neu regeln, damit sanierte Gebäude auch auf den Klimapfad kommen.

Mit neuen Energiestandards in Neubau (KfW 40) und Sanierung (KfW 55), das Verbot neuer Ölheizungen und die Konzentration der Förderung auf Heizungen auf Basis 100% erneuerbarer Energien, wie zum Beispiel Wärmepumpen, oder Fernwärme, die schrittweise klimaneutral wird. So können wir das Ziel erreichen, den Gebäudesektor bis 2040 klimaneutral zu machen.

Studie belegt das hohe Potential

Die Studie des Heidelberger ifeu Instituts zeigt: die Sanierung älterer Gebäude kann einen wahren Klimaschatz heben. Im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion haben die Autoren ermittelt, wie im Bereich der Wohngebäude schnell etwas für den Klimaschutz erreicht werden kann. Sie zeigen auch auf, wie gleichzeitig Wohnqualität und soziale Gerechtigkeit verbessert werden können.

Das ifeu kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Das energetisch schlechteste Drittel der Wohngebäude (Energieklassen G und H) verursacht die Hälfte der Treibhausgasemissionen im Bereich Wohngebäude. Durch die Sanierung dieser Gebäude lässt sich besonders viel Wärmeenergie und CO2 einsparen, die Modernisierung ist hier besonders wirtschaftlich und effektiv.
  • Wird das energetisch schlechteste Drittel der Wohngebäude auf einen klimagerechten Standard (KfW55) saniert, spart das pro Jahr bis zu 64 Mio. Tonnen CO2 ein. Das ist etwa so viel wie ganz Ungarn oder Finnland pro Jahr verursacht.
  • Die Sanierung dieser Häuser hat einen hohen sozialen Nutzen, denn sie schützt deren Bewohner*innen vor hohen Energiekosten und verbessert Wohngesundheit und Behaglichkeit. Denn diese Gebäude sind häufig noch schlecht beheizt.

Wir Grüne im Bundestag wollen dafür sorgen, dass auch das Klima zwischen Eigentümer*innen und Mieter*innen endlich wieder stimmt. Dafür stocken wir die Fördermittel für vermietete und selbst genutzte Wohnungen massiv auf. Wir wollen mit einer Informationsoffensive erreichen, dass alle Eigentümer*innen den Modernisierungspfad von KfW 55 für ihre Häuser kennen.

Zudem setzen wir endlich den Rahmen so, dass Eigentümer*innen ihre Gebäude erneuerbar heizen können und im Neubau den Passivhausstandard schaffen. Diese Gebäudestandards setzen wir als rechtlich als Mindeststandards und sorgen dafür, dass Eigentümer*innen und schnell und einfach Fördermittel erhalten, um die Baumaßnahmen wirtschaftlich umsetzen zu können.

Dazu haben wir unsere Anträge zur Bauwende und dem Drittelmodell sowie den Aktionsplan Faire Wärme in den Bundestag eingebracht. In einem weiteren Antrag „Mit dem CO2 Preis Lenkungswirkung erzielen“ haben wir gefordert und begründet, dass der CO2 Preis auf Wärmeenergie bei der oder dem Eigentümer*in eines Gebäudes verbleiben und nicht auf Mieter*innen umgelegt werden sollte.

Mit unseren Anträgen zeigen wir, wie CO2 sparen im Gebäudebereich sozial verträglich geht und sich sogar lohnt.

Investitionen in moderne Wärmeversorgung sind gut fürs Klima, machen uns unabhängiger von Öl und Gas (damit auch von unvorhersehbaren Preisrisiken, auch für Mieterinnen und Mieter) und wirken als Konjunkturprogramm für Wirtschaft und Handwerk, womit hunderttausende Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden.