Förderprogramm

Mobile Luftfilter in Schulen und Kitas

Schülerinnen und Schüler arbeiten während einer Lüftungsphase im Klassenzimmer in warmer Kleidung. Wir Grüne im Bundestag wollen die Kommunen mit einem Förderprogramm für mobile Luftfilter unterstützen.
Der erste Shutdown im März hat gezeigt, wie sehr Bildungschancen eingeschränkt werden, wenn Bildungseinrichtungen geschlossen werden. Deshalb müssen nun alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit Schulen und Kitas weitgehend geöffnet bleiben. Wir wollen die Kommunen mit einem Förderprogramm für mobile Luftfilter unterstützen. picture alliance / Frank May
27.11.2020
  • Wir wollen, dass Schulen und Kitas weitgehend geöffnet bleiben. Doch vielerorts sind Bildungseinrichtungen noch nicht ausreichend auf die verschärfte Infektionslage vorbereitet.
  • Wir wollen mit einem Förderprogramm „Mobile Luftfilter für Schulen“ in Höhe von 500 Millionen Euro insbesondere finanzschwache Kommunen dabei unterstützen, ihre Schulen mit mobilen Luftfiltern auszustatten.
  • Auch Kitas sollen profitieren. Wir wollen gemeinsam mit den Bundesländern dafür Sorge zu tragen, dass die mit dem Sondervermögen ‚Kinderbetreuungsfinanzierung 2020/2021‘ zusätzlich bereitgestellten Investivmittel schnellstmöglich auch für Luftfilter eingesetzt werden können.

Der erste Shutdown hat offenbart, wie sehr Bildungschancen und ein für Kinder wichtiges Sozialgefüge eingeschränkt werden, wenn Bildungs- und Betreuungseinrichtungen geschlossen werden. Obwohl mit einer Verschärfung der Infektionslage im Herbst und Winter gerechnet werden konnte, wurde vielerorts zu wenig getan, um wichtige Bereiche wie Bildungseinrichtungen bei der Vorbereitung auf diese Phase zu unterstützen und vorzubereiten.

Einzelmaßnahmen reichen nicht

Um das Infektionsrisiko für Kinder, Jugendliche, Betreuer*innen und Lehrer*innen zu reduzieren, braucht es ein ganzes Set von Maßnahmen. Mit der Verengung auf Einzelmaßnahmen wird ein angemessenes Schutzniveau nicht zu erreichen sein.

Nun müssen deshalb mit hohem Tempo alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit Schulen und Kitas auch im weiteren Verlauf der Pandemie weitgehend geöffnet bleiben können. Neben den AHA+L-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske plus Lüften – treten weitere Möglichkeiten wie Wechselunterricht, hybride Unterrichtsmodelle, feste Gruppen, mobile Wände, größere Räumlichkeiten oder die Nutzung von Ausweichräumen.

Daneben zeigt sich immer deutlicher, dass auch geeignete Luftfilter dazu beitragen können, die potenzielle Virenlast deutlich zu reduzieren und so zur Eindämmung des Infektionsgeschehens und zur Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts und der Betreuung beitragen zu können.

Lüften alleine reicht nicht

Es ist klar, dass das vom Umweltbundesamt in einer Handreichung an die Kultusministerkonferenz empfohlene regelmäßige Lüften alle 20 Minuten in der kalten Jahreszeit mit erheblichen Problemen verbunden ist. Es stört nicht nur den Unterrichts- und Tagesablauf und verbraucht Heizungswärme, sondern ist aufgrund der Kälte auch potenziell gesundheitsschädigend für Kinder, Schüler*innen, Erzieher*innen und Lehrkräfte. Dazu kommt, dass sich nicht an allen Schulen die Fenster öffnen lassen.

Diese Lücke kann mit geeigneten Luftfiltern geschlossen werden. Inzwischen zeigen Studien, dass mobile Luftfilter mit HEPA-Filtern (H13 oder H14) die Virenlast wirksam reduzieren. Das bestehende Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums greift durch den eingeschränkten Fokus auf die Aufrüstung bestehender stationärer Filteranlagen zu kurz, verkennt die zeitliche Dringlichkeit und geht am eigentlichen Bedarf vorbei.

Aus dem Sondervermögen ‚Kinderbetreuungsausbau 2020/2021‘ sind zwar Mittel bereitgestellt, die auch für die Ausstattung mit Filtern genutzt werden können, aber noch kaum abgerufen. Das wäre jetzt aber für einen besseren Pandemieschutz vor Ort geboten, da auch bei jüngeren Kindern die Infektionszahlen steigen.

Mobile Luftfilter können sofort zum Einsatz kommen und – neben anderen zeitgleich zu verfolgenden Maßnahmen – einen wichtigen Baustein in der Pandemiebekämpfung in Schul- und Kitaräumen leisten. Neben bereits verfügbaren Modellen deuten wissenschaftliche Ergebnisse auch auf noch kostengünstigere Lösungen hin.

Schnelle Hilfe

Mit dem Förderprogramm "Mobile Luftfilter für Schulen" sollen vor allem solche Schulen zeitnah profitieren, in denen sich Klassenräume nicht pandemiegerecht lüften lassen und wo Kommunen als Träger nur über geringe eigene finanziellen Spielräume verfügen. Denn Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern oder Kassenstand der Kommune abhängen.

Zudem soll das Programm von Wirkungsforschung begleitet werden, um in Zukunft zielführender und nachhaltiger die Virenlast an Schulen zu reduzieren sowie grundsätzlich die Luftqualität zu verbessern.