Organspende

Informieren und Entscheiden zum Thema Organ- und Gewebespende

Eine Organtransportbox wird von einem Mann getragen.
Der grünen Bundestagsfraktion ist es ein wichtiges Anliegen, dass eine Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewerbspende gut informiert getroffen werden kann. Auf diese Seite finden Sie Kurzinformationen und weiterführende Links. picture alliance / dpa
08.07.2020
  • Der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist eine gut informierte Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende ein wichtiges Anliegen.
  • Daher finden Sie auf dieser Seite Kurzinformationen und weiterführende Links.

Organ- und Gewebespende: Wie es in Deutschland geregelt ist

Das Transplantationsgesetz (TPG) regelt seit 1997 die Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben von lebenden und toten Spender*innen. Die Organspende kommt Menschen zugute, deren Organe z.B. erblich bedingt, durch Stoffwechselerkrankungen, Infektionen oder schwere Unfälle geschädigt sind. Die Spende von Geweben bezieht sich auf die Transplantation von zum Beispiel Haut, Augenhornhaut, Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen und Weichteilgeweben. Entweder werden die Gewebe direkt transplantiert oder für die Produktion von Arzneimitteln genutzt.

Damit Organspenden Leben retten, müssen eine Reihe von AkteurInnen eng abgestimmt zusammenarbeiten. Damit Menschen Vertrauen in die Organisation der Organspende haben, ist es wichtig, dass diese Zusammenarbeit anhand klarer Regeln und transparent erfolgt. Das betrifft unter anderem die Feststellung des Hirntods, die Verfahren in und die Koordination zwischen Entnahmekrankenhäusern und Transplantationszentren und die Betreuung der Angehörigen von SpenderInnen.

Bekräftigung: Eine freiwillige, persönliche Entscheidung

In Deutschland dürfen Organ- und Gewebespenden ausschließlich auf Grundlage einer freien Entscheidung der Spenderin oder des Spenders vorgenommen werden. Das bestätigte der Bundestag im Januar 2020 und stärkte die freiwillige, persönliche Entscheidung im Vorfeld. Ein alternativer Gesetzentwurf mit einer sogenannten Widerspruchsregelung sah vor, dass jede Person, die einer Organspende nicht ausdrücklich widersprochen hat, automatisch als  OrganspenderIn gelten sollte. Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten stimmte gegen diesen Vorschlag.

Das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft zur Organspende behält die freiwillige, persönliche Einwilligung zur Organspende bei. Es stärkt die regelmäßige Aufklärung und ergebnisoffene Beratung durch HausärztInnen und macht es BürgerInnen ab 2022 möglich, ihre Entscheidung in einem Onlineregister einzutragen. Bei Bedarf soll dieser Eintrag selbst geändert werden können. Die Meldeämter sollen die BürgerInnen auf das Thema Organspende und das Onlineregister hinweisen. Dieses Gesetz wurde von einer interfraktionellen Gruppe von Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Union sowie FDP initiiert und von einer sehr deutlichen Mehrheit (60 von 67) bündnisgrüner Abgeordneten unterstützt.

Informieren und Entscheiden: Beim Thema Organ- und Gewebespende

Der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist eine informierte Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende ein wichtiges Anliegen. Daher finden Sie auf dieser Seite einige exemplarische Links, die dabei unterstützen können, sich persönliche, gut informiert und aufgeklärt zu entscheiden.

Diese Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende sollte „dokumentiert“ werden, damit Angehörige, Freund*innen und ÄrztInnen wissen, was Ihr Wille ist. Möglich ist, dies schriftlich in einem Organspendeausweis, einer Patientenverfügung oder in Gesprächen mit Angehörigen zu bekunden. Wenn Sie keine schriftlich dokumentierte Entscheidung zur Organspende getroffen haben, werden die nächsten Angehörigen gefragt mit der Bitte in ihrem Sinn zu entscheiden. Wenn der mutmaßliche Wille der/des Sterbenden (Organspende)/der Verstorbenen (Gewebespende) nicht ermittelt werden kann, entscheiden die Angehörigen nach ihren eigenen Vorstellungen.

Eine Patientenverfügung gibt Ihnen über die Frage der Organspende hinaus die Möglichkeit, festzulegen, ob und wie sie ärztlich behandelt werden wollen, wenn sie nicht mehr ansprechbar und entscheidungsfähig sind. Wichtig ist zu beachten, dass die Angaben im Organspendeausweis und der Patientenverfügung nicht im Widerspruch stehen sollten.  

Organspendeausweise

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Ausweis der Evangelischen Frauen in Deutschland mit erweiterten Optionen

Patientenverfügung                                                                  

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz