Weltbienentag

Bienen schützen

Eine Wildbiene sitzt auf einer Blüte.
Eine Biene bei der Arbeit. Es ist unsere Aufgabe, die Populationen gesund und lebensfähig zu halten. Stefan Maak
19.05.2020
  • Die Lebensbedingungen für Bienen und Hummeln haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert.
  • Dabei sind Wild- und Honigbienen zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen essentiell. Sie sichern nicht nur einen Großteil unserer Nahrungsmittel, sondern erhalten auch unsere Naturvielfalt.
  • Wir brauchen endlich verbindliche Ziele und Maßnahmen, um gemeinsam mit der Landwirtschaft verantwortungsvollen Insektenschutz umzusetzen.

Am 20. Mai ist wieder Weltbienentag und noch immer hat die Bundesregierung es nicht geschafft, die Lebensbedingungen für Bienen und Hummeln in Deutschland entscheidend zu verbessern. Dabei ist es doch in unserem eigenen Interesse, eine gesunde und aktive Population zu fördern.

In Deutschland gibt es 560 registrierte Wildbienenarten, leider steht etwa die Hälfte davon auf der Liste der gefährdeten Arten. Wildbienen finden immer weniger Lebensräume und es fehlt an vielfältiger pollen- und nektarreicher Nahrung. Ausgeräumte Agrarlandschaften mit ihrem hohen Pestizideinsatz sind Gift für die vielfältige Bienenwelt. Honigbienen haben häufiger mit hohen Überwinterungsverlusten zu kämpfen.

Noch immer keine Reduktion von Pestiziden

Das, was die Bundesregierung mit ihrem Aktionsprogramm für den Insektenschutz versucht, ist weit davon entfernt, der eigentlichen Herausforderung gerecht zu werden. Sie hat es bisher nicht geschafft, den Einsatz von Pestiziden in der Fläche zu reduzieren und legt beim angekündigten Glyphosat-Ausstieg sogar komplett die Hände in den Schoss.   

Wir brauchen Alternativen für die Landwirtschaft

Wenn wir die zerstörerische Spirale endlich stoppen wollen, braucht es klare und verbindliche Ziele und Maßnahmen, damit die Landwirtschaft wegkommt von Pestiziden, von höchstproblematischen Stoffen wie Glyphosat oder von den bienengiftigen Neonikotinoiden.

Die LandwirtInnen dürfen mit dieser Aufgabe nicht alleine gelassen werden, sondern müssen beim Umstieg auf eine umweltfreundliche Landwirtschaft, bei der auch die Insekten eine Chance haben, besser unterstützt werden. Das heißt bessere Beratungsangebot, mehr Forschung zu nicht-chemischen Spritzmittelalternativen, eine herstellerseitige Pestizidabgabe und eine Neuausrichtung der EU-Gelder, damit diese beim Umstieg helfen, anstatt das alte System zu betonieren.