Australien brennt

Die Natur wird Opfer der Klimakrise

Australian Rural Fire Fighter assesses damage
Feuer, wohin das Auge reicht. Seit Monaten wuchern die Brände in Australien, mit dramatischen Folgen für Menschen, Tiere und das gesamte Ökosystem. istock/Stuart Shaw
14.01.2020
  • Die Auswirkungen der Klimakrise zeigen ihre verheerende Wirkung in Australien. Durch die andauernden Brände wird einzigartige Natur vernichtet, zum Teil unwiederbringlich.
  • Die Konsequenz aus der Naturkatastrophe muss Klimaschutz lauten, auch Australien muss sich dazu bekennen. Wir brauchen den Kohleausstieg – und zwar weltweit.
  • Die deutsche Wirtschaft muss unabhängig von Kohle und Kohleimporten werden.

Seit Monaten brennt es in Australien, noch immer ist kein Ende in Sicht. Während Brände sonst nicht ungewöhnlich in Australien sind, attestieren Klimaforscher diesmal neue Entwicklungen. Sie beobachten häufigere Brände, die heftiger sind und deren Feuer größere räumliche Ausmaße haben.

Selbst in Wäldern, die in der Vergangenheit äußerst selten gebrannt haben, brennt es jetzt - wie in den einzigartigen Gondwana-Regenwälder, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.

Die ökologischen Folgen sind katastrophal

Eine Fläche so groß wie ein Fünftel Deutschlands ist bereits abgebrannt - Schätzungen zufolge sind mindestens eine Milliarde Säugetiere, Reptilien und Vögel bei den Bränden ums Leben gekommen, von kleineren Lebewesen gar nicht zu sprechen. Die ökologischen Folgen der Brände sind noch immer nicht überschaubar.

Während sich manche Ökosysteme im Laufe der Zeit langsam wieder erholen könnten, sind andere dauerhaft geschädigt oder für immer verloren gegangen. Manche Naturschätze Australiens sind wegen der Insellage einzigartig, manche Arten nur an ganz bestimmten Orten zu finden. Der Koala ist wählerisch, er braucht bestimmte Eukalyptusbäume.

Welche Spezies durch die Brände tatsächlich ausgerottet wurden, wird erst nach und nach erkennbar sein. Schon jetzt geht man aber davon aus, dass bestimmte Känguru-, aber auch Mäuse-  oder Kakaduarten dem Aussterben näher gebracht worden sind.

Australische Regierung hat die Klimakrise ignoriert

Dabei hatte der Weltklimarat schon vor Jahren davor gewarnt, dass die fortschreitende Klimakrise die Gefahr von Waldbränden deutlich erhöhen wird. Die australische Regierung aber versucht seit Jahren, die Klimakrise und die Auswirkungen herunter zu spielen - auch weil Australien einer der weltweit größten Exporteure von klimaschädlicher Kohle ist. Es bleibt zu hoffen, dass angesichts der verheerenden Feuer ein Umdenken stattfindet. Denn es wird offensichtlich, dass die kurzfristigen Profite aus dem Export von Kohle das Land am Ende teuer zu stehen kommen.

Deutschland importiert aus Australien fast ausschließlich Kokskohle, die vor allem zur Stahlerzeugung in Hochöfen eingesetzt wird. Aktuell wird der nationale Bedarf zu 43 Prozent durch Importe aus Australien gedeckt. Die dramatische Situation in Australien zeigt, dass die Klimakrise nicht an Grenzen halt macht ist somit gleichzeitig auch ein dringender Appell an die deutsche Stahlindustrie, den von Ihr angekündigten Weg der Dekarbonisierung schnell und konsequent einzuschlagen.

Steffi Lemke zu Klima- und Naturschutz #climateonfire