Artenvielfalt

Erfolg für Biene, Hummel und Schmetterling

Eine Biene sitzt in einer Blüte.
Während eine neue Studie festgestellt hat, dass das weltweite Artensterben in angsteinflößender Geschwindigkeit grassiert, gibt es Hoffnung aus Bayern: Das Volksbegehren "Rettet die Biene". picture alliance/chromorange
13.02.2019

Das Volksbegehren Artenvielfalt "Rettet die Biene" in Bayern ist ein großer grüner Erfolg. Das ist inmitten der vielen Hiobsbotschaften zum gravierenden Insekten- und Artensterben seit langem endlich mal eine gute Botschaft für Biene, Hummel und Schmetterling, und eine gute Botschaft für den Erhalt der Biodiversität insgesamt.

Rund 1,75 Million Bürgerinnen und Bürger in Bayern haben binnen nur zwei Wochen den Weg ins Rathaus auf sich genommen, um ein deutliches Zeichen für mehr Natur- und Artenschutz zu setzen und die Regierenden aufzurufen, hier endlich tätig zu werden. Einen solchen Zulauf für ein Volksbegehren hat es in der bayrischen Geschichte noch nie gegeben. Einen deutlicheren Denkzettel an die Politik für ihr Versagen das Artensterben zu stoppen kann es nicht geben.

Das Volksbegehren fordert in seinem Gesetzentwurf konkrete Änderungen im Naturschutzgesetz zum Beispiel für besser vernetze Biotope, mehr Blühwiesen, Uferrandstreifen und den Ausbau des ökologischen Anbaus. Das sind alles dringend benötigte Schritte, um das Artensterben zu stoppen.

Weltweites Artensterben

Gerade erst diese Woche wurde eine neue Studie veröffentlicht, die den weltweiten Rückgang der Insekten in dramatischer Weise dokumentiert. Ein "Weiter so" mit der dort beschriebenen Verlustrate würde das Ende der Insektenwelt in 100 Jahren bedeuten. Aktuell sind über 40% der Insektenarten vom Aussterben bedroht. Die Autoren sehen die Ursachen eindeutig in der immer intensiveren Landwirtschaft, mit großen Monokulturen und Ackergiften.

Das überwältigende Signal aus Bayern kann auch die Bundesregierung in Berlin nicht mehr ignorieren. Nachdem das Umweltministerium (BMU) erfolglos war, muss der Stopp des Artensterbens nun zur Chefinnensache werden.

Dabei reicht es nicht, das BMU an einem Insektenschutzprogramm arbeiten zu lassen, das große Leerstellen bei den größten Verursachern für das Artensterben hat.

Agrarwende gegen das Artensterben

Wir brauchen dringend eine Agrarwende, dazu müssen jetzt die Weichen in der EU gestellt werden: Wir brauchen endlich eine ökologische Ausrichtung der Agrarförderpolitik. Die Subventionierung einer immer intensiveren industriellen Landwirtschaft und Massentierhaltung muss gestoppt werden und stattdessen müssen Gelder für öffentliche Leistungen wie Klima-, Tier- Natur- und Umweltschutz bereitgestellt werden. Weg vom Gift auf dem Acker und hin zu mehr Ökolandbau.