Innerdeutsche Grenze

Grünes Band für den Naturschutz

 Ein Waldweg führt zu einem ehemaligen Wachturm am Grenzmuseum Sorge
Ein ehemaliger Wachturm steht im Grenzmuseum Sorge am Rande eines Kolonnenweges aus Lochplatten. Das Museum liegt direkt am Grünen Band Sachsen-Anhalt. picture alliance/dpa
24.10.2019
  • Auf den fast 1.400 Kilometern innderdeutscher Grenze haben sich seit der Friedlichen Revolution unzählige Biotope entwickelt.
  • Wir wollen das Grüne Band 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution weiterentwickeln – als Leuchtturm für den Naturschutz und als Erinnerungsort.
  • In unserem Antrag fordern wir dafür eine Ausweisung als Nationales Naturmonument, einen Lückenschluss und ein Voranbringen der Erinnerungs- und Gedenkkultur.

In der Folge von Hitlerfaschismus und Zweitem Weltkrieg wurden quer durch Europa und Deutschland Grenzen gezogen. Ab 1952 entstand entlang der innerdeutschen Grenze ein Grenzregime, das in den folgenden Jahrzehnten zu einem unüberwindlichen Todesstreifen ausgebaut wurde.

Hier zeigte das DDR-Unrechtsregime seine wahrscheinlich schlimmste Seite. Zu den Opfern gehörten hunderte Menschen, die erschossen oder durch Minen und Selbstschussanlagen getötet wurden.

Innderdeutsche Atempause für die Natur

Für die Natur bedeuten diese Orte heute paradoxerweise häufig Schutz – Schutz vor Zerschneidung von Lebensräumen, Flächenversieglung und intensiver Landwirtschaft. Entlang der innerdeutschen Grenze, die mit so viel menschlichem Leid verbunden war, hat sich über 40 Jahre von der Ostsee über Elbe und Harz bis zu den Mittelgebirgen Nordbayerns ein über neun Bundesländer und 1393 Kilometer langes Grünes Band wertvoller Biotope entwickelt. Denn hier bekam die Natur eine Atempause und erhielt Schutz vor menschlichen Eingriffen.

Erhalten und entwicklen

Mit dem Antrag "30 Jahre Grünes Band" fordert die grüne Bundestagsfraktion die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Bundesländern 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution das gesamte Grüne Band in Deutschland als Nationales Naturmonument auszuweisen. So wollen wir die wertvolle Natur am Grünen Band sichern und dessen nationaler Bedeutung als Erinnerungs- und Gedenkort gerecht werden.

Es ist darüber hinaus unser Ziel, den nationalen und europäischen Biotopverbund voranzubringen, ein umfassendes Gedenkkonzept zu entwickeln und den nachhaltigen Tourismus zu unterstützten.