Biodiversität im Erdboden

Regenwurm bedroht – Artenvielfalt im Boden schwindet

Regenwurm  auf dem Erdboden
Das Artensterben hat auch den Erdboden erreicht. Knapp 40 Prozent der Regenwurmarten stehen auf der Roten Liste und ein Viertel der deutschen Großpilze ist bestandsgefährdet. Das macht die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage deutlich. picture alliance
12.04.2019

Knapp 40 Prozent der Regenwurmarten stehen auf der 'Roten Liste der bedrohten Arten'. Doch nicht nur die Regenwürmer sind für die Gesundheit der Böden elementar wichtig, sondern auch die für das Ökosystem wichtigen Organismen wie Pilze sind bedroht. So ist beispielsweise ein Viertel der deutschen Großpilze bestandsgefährdet, das macht die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion deutlich. Das Artensterben hat also auch unseren Boden erreicht. Auch bei vielen weiteren Arten muss mit starken Rückgängen gerechnet werden, aber genaue Daten dazu fehlen.

Artensterben hat unseren Erdboden erreicht

Der Boden unter unseren Füßen ist reich an Leben. Auf einem Quadratmeter Boden können bis zu hundert Millionen Organismen leben. Ihre Funktion ist von enormer Wichtigkeit für eine Vielzahl biologischer Prozesse und Kreisläufe: sie sind Teil eines Recyclingprozesses, bei dem abgestorbene Pflanzen und Tiere sowie deren Ausscheidungsprodukte zerkleinert und die dadurch freigewordene Nährstoffe den Pflanzen wieder zur Verfügung gestellt werden. Diese Arbeit eines funktionierenden Ökosystems in den Böden und seine Organismen sind für die Landwirtschaft, unsere Ernährung und unser Trinkwasser von existenzieller Bedeutung.

Zu viel Gülle und Pestizide auf dem Acker lässt die Vielfalt sterben

Intakter Erdboden geht zunehmend verloren. Weltweit können nur rund 22 Prozent der Böden für den Ackerbau genutzt werden. Gleichzeitig degradieren Böden über das natürliche Maß hinaus. Zu viel Gülle und Pestizide auf dem Acker sind verantwortlich für das Artensterben im Boden, das zeigt die Antwort auf unsere Kleine Anfrage deutlich.

Wir fordern ein Ende der subventionierten Naturzerstörung

Die Bundesregierung muss das Artensterben endlich bremsen. Dafür braucht es ein Nothilfeprogramm für den Erhalt der biologischen Vielfalt - auch im Boden. Die EU-Agrarpolitik muss so reformiert werden, dass die öffentlichen Gelder der Steuerzahler an Natur-, Klima-, Tier-und Umweltschutz gekoppelt werden und die subventionierte Naturzerstörung ein Ende hat. Es braucht endlich eine verschärfte Düngeverordnung im Einklang mit europäischen Vorschriften.

Viele Zusammenhänge der Boden-Biodiversität sind noch immer nicht erforscht. Uns droht, dass wir die Vielfalt der Pflanzen und Tiere verlieren, bevor wir sie richtig kennen. Die grüne Bundestagsfraktion fordert deshalb die zügige Einrichtung des nationalen Zentrums zum Biodiversitäts-Monitoring.