Meeresschutz

Rückenwind für das Weddellmeer

Die Klimakatastrophe lässt das Eis in der Antarktis und Arktis schmelzen. Ein neuer Negativrekord und menschliche Katastrophen in Kalifornien oder Ostafrika müssten die Bundesregierung zum Handeln veranlassen.
Das Weddellmeer liegt in der Antarktis, sprudelt jedoch vor Leben und Artenreichtum. Die Bundesregierung muss nun geschickt verhandeln, damit das Gebiet geschützt wird. Wir unterstützen dies mit einem interfraktionellen Antrag. Im Bild: Eisberg in der Antarktis (Symbolbild) picture alliance/ZUMA Press
29.06.2018

Schon im Herbst könnte das mit Abstand größte Meeresschutzgebiet der Welt, das Weddellmeer in der Antarktis, beschlossen werden. Das Weddellmeer beherbergt einen Artenreichtum von über 14.000 Tierarten, der es mit einem tropischen Riff locker aufnehmen kann. Dabei sind die Lebensbedingungen im Südpolarmeer extrem. Es ist einer der letzten von dem Menschen kaum berührten Lebensräumen der Erde.

Ein Vorschlag Deutschlands zur Unterschutzstellung liegt den Mitgliedern der Internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) vor. Die Hürde ist hoch, da ein einstimmiger Beschluss der gefällt werden muss.

Die Bundesregierung braucht für die anstehenden Verhandlungen Rückendeckung – und sie muss konkrete Anforderungen für das Schutzgebiet formulieren. Wir haben die Initiative ergriffen und zusammen mit CDU/CSU, SPD und FDP einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht.

Es ist wichtig, dass das gesamte Weddellmeer berücksichtigt wird und im geplanten Schutzgebiet ein wirksames international vereinbartes Management im kompletten Bereich des Schutzgebietes festgelegt wird. Die Einhaltung dieser Maßnahmen muss regelmäßig überprüft werden. Außerdem sollen großflächige Nullnutzungszonen vereinbart werden. Für den Schutz unserer Meere wäre das ein wichtiger Meilenstein. Der Schutz würde sich auf eine Fläche beziehen, die fünfmal größer ist wie Deutschland.