Klimakrise

Verheerende Waldbrände weltweit

Ein Waldstück in Brasilien. Am Boden Feuer und überall Rauch.
Weltweit brennen die Wälder und heizen damit das Klima weiter an. Es ist ein Teufelskreis, der nur mit wirksamen Klimaschutzmaßnahmen durchbrochen werden kann. picture alliance / AP Images
23.08.2019
  • Wir brauchen eine Politik, die den verheerenden weltweiten Waldbränden nicht länger zusieht und wirksamen Klimaschutz endlich anpackt. 
  • Die grünen Lungen des Planeten müssen als Bollwerk gegen die Erderhitzung und Ort der weltweit größten Artenvielfalt erhalten werden.
  • Wir müssen auch in der EU und Deutschland unsere Forstpolitik auf den Kopf stellen und naturnahe Wälder zulassen.

Verheerende Waldbrände weltweit - in Amazonien, in Sibirien und auch Gran Canaria. In diesen Tagen folgt eine Horrormeldung über verheerende Waldbrände der nächsten. In der Taiga in Sibirien brennen aktuell über 5,4 Millionen Hektar Wald, das entspricht in etwa der Größe von Baden-Württemberg und Hessen zusammengenommen. Allein in diesem Jahr sind dort insgesamt schon über 14 Millionen Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen. Das ist auch katastrophal für das Klima. Millionen an Tonnen CO2 werden so zusätzlich in die Atmosphäre gepustet und der zerstörte Wald fehlt als Teil unseres Klimasystems.

Amazonaswald in Flammen

Ähnlich katastrophal sind die Brände in Amazonien. Als Regenwald bekannt, den man sich als immer feuchten Dschungel vorstellt, wirkt es besonders bizarr, dass es auch dort großflächig brennt. Zum einen bedingt die akute Trockenheit, dass die Wälder leicht brennen. Zum anderen bereitet falsche Politik den Boden für illegale Brandrodungen.

 Diese Fehlentwicklung sehen wir wie unter einem Brennglas in Brasilien, wo Präsident Bolsonaro, der gestützt von einflussreichen Lobbyinteressen der Soja-, Fleisch- und Holzwirtschaft, die Amazonasregion stärker für die Landwirtschaft und den Bergbau erschließen will. Denn die meisten Feuer werden von Menschen absichtlich entzündet, um auf den abgebrannten Waldflächen künftig Soja anzubauen und Viehzucht zu betreiben. In diesem Jahr wurden in Amazonien bereits mehr als 72.000 Brände registriert - eine Steigerung von 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Fleischhunger in Europa: Regenwald und Weltklima zahlen den Preis

 Brasilien verdient viele Milliarden Euro pro Jahr mit dem Export von Agrarprodukten, das Agrobusiness zählt mit einem Anteil von knapp 24 Prozent am Bruttosozialprodukt zu den wichtigsten Branchen des Landes. Der Soja- und Fleischexport aus Brasilien nach Europa, benötigt täglich die Fläche von rund 300 Fußballfeldern. Der brasilianische Regenwald und das Weltklima bezahlen den Preis für den Fleischhunger bei uns, der Wald in Indonesien muss für den weltweiten Palmölboom herhalten.

Die aktuellen Brände bringen schmerzlich ins Bewusstsein, welche fundamental wichtige Bedeutung die Wälder für unser aller Leben auf der Erde haben. Der Amazonas ist dabei einzigartig in seiner Biodiversität, aber auch als Kohlenstoffsenke und Kippelement für das Weltklima.

 Die derzeit zugespitzte Lage darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bereits in den letzten Jahrzehnten die Waldfläche immer weiter geschrumpft haben. Zwischen 12 und 16 Millionen Hektar Wald werden jährlich – meist gepaart mit massiven Menschenrechtsverletzungen - dem ungebremsten Ressourcenhunger geopfert. Wir müssen weltweit den Verlust von Wäldern stoppen, egal ob sie durch Feuer, Entwaldung, Rodung oder schlechtes Management verloren gehen. 

Grüne Forderungen für mehr internationalen Waldschutz

Der Schutz des Regenwaldes auch in unserer Verantwortung. Die Bundestagsfraktion hat dazu grüne Vorschläge und Forderungen beschlossen. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Bundesregierung muss jetzt jeden Hebel in Bewegung setzen, um der Zerstörung des Regenwalds Einhalt zu gebieten. Die Bundeskanzlerin muss dafür sorgen, dass es das MERCOSUR Freihandelsabkommen, das die EU unter anderem mit Brasilien abschließen will und das die massive Abholzung des Amazonas nur noch weiter vorantreiben wird, so nicht geben wird.
  • Außerdem muss die EU endlich wirkungsvolle Sanktionen auf waldzerstörende Agrarprodukte beschließen und entwaldungsfreie Lieferketten durchsetzen.
  • Wir müssen auch unserer Verantwortung in Europa ernst nehmen und die  Massentierhaltung beenden und unsere Wälder schützen: Die industrielle Massentierhaltung, die am Tropf der Soja-Importe hängt, muss ein Ende haben. Statt Billigfleisch auf Kosten der Umwelt brauchen wir eine nachhaltige Landwirtschaft und eine flächengebundene Tierhaltung. Unsere Forstpolitik muss ich konsequent an Biodiversitäts – und Klimazielen orientieren.