Religionsgemeinschaften

Religionsausübung in Corona-Zeiten

Coronavirus - Winterbach
In der leeren Kirche leitet ein Pfarrvikar einen Gottesdienst der katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt, der im Internet gestreamt wird. picture alliance/Sebastian Gollnow
07.04.2020
  • Besonders in Krisenzeiten suchen religiöse Menschen Gemeinschaft, Halt und Zuspruch in der Religion. Deshalb stellen die Versammlungsbeschränkungen und -verbote Religionsgemeinschaften vor eine große Herausforderung.
  • Die religiösen Gemeinden in Deutschland haben das von der Bundesregierung und den Regierungschefs der Bundesländer vereinbarte Verbot von Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften konstruktiv aufgenommen.
  • Um für die Fragen, Sorgen und Nöte der Gläubigen da zu sein und ihnen die Ausübung ihrer religiösen Praxis möglichst gewohnt zu ermöglichen, haben sich viele Religionsgemeinschaften kreative Lösungen überlegt.

Die religiösen Gemeinden in Deutschland gehen weitgehend äußerst konstruktiv mit dem Versammlungsverbot, welches die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer am 16. März vereinbart haben, um. Zum Wohle aller wurde seitdem auf physische Zusammenkünfte verzichtet. Um die Gläubigen gerade in Zeiten von existenziellen Sorgen und Nöten nicht allein zu lassen, haben sich religiöse Gemeinden alternative Angebote überlegt, um die Gläubigen zu erreichen.

Alternative Angebote wurden schnell umgesetzt

Mit Online-Gottesdiensten, Online-Gebeten, Apps, Infotelefonen, Telefon- und Internetseelsorge werden zahlreiche Ersatz- und Ergänzungsangebote geschaffen. In Gemeinden werden Unterstützungsnetzwerke für besonders hilfsbedürftige Menschen eingerichtet, der Gebetsaufruf für Muslime wurde umgewandelt und viele Informationen zum Umgang mit religiösen Ritualen in der Krise werden über religiöse Mediendienste und Netzwerke kommuniziert.

Harte Prüfung für religiöse Menschen

Die Flexibilität und Lösungsbereitschaft der religiösen Gemeinden und Gemeinschaften für ein umsichtiges und verantwortungsvolles Handeln ist in diesen Tagen besonders gefragt.

Die Versammlungsverbote sind für Religionsgemeinschaften vor allem im April eine harte Prüfung. Denn neben den höchsten Feiertagen des Christentums fallen etwa auch das siebentägige Pessachfest und der Beginn des Ramadan in den April. Es ist für viele religiöse Menschen eine besondere Herausforderung an diesen wichtigen Feiertagen auf die religiöse Gemeinschaft in den Gotteshäusern zu verzichten. Religionsgemeinschaften sollten bei der Entwicklung weiterer alternativer Angebote unterstützt werden.