Teststrategie

Schnelltests als Werkzeug zur Bekämpfung der Corona-Pandemie

Impfstoff gegen Corona und Teströhrchen
Die breite Anwendung von Schnelltests auf Covid-19 kann ein wichtiger Hebel zur Kontrolle des Infektionsgeschehens werden. Dazu müssen die Kapazitäten deutlich ausgebaut und die Selbstanwendung ermöglicht werden. Wilfried Pohnke / Pixabay
05.01.2021
  • Wir wollen die breite Anwendung von Schnelltests durch bestimmte Berufsgruppen sowie in Regionen mit vielen Infektionen ermöglichen.
  • Schnelltests können ein wichtiger Hebel für eine stärkere Kontrolle des Infektionsgeschehens werden.
  • Die verfügbaren Kapazitäten für Schnelltests müssen deutlich ausgebaut und die Abgabe zur Selbstanwendung ermöglicht werden. Dazu haben wir einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Der Goldstandard für die Testung auf Covid-19 sind die so genannten PCR-Tests. Sie ermöglichen eine sehr genaue Diagnostik, Fehler kommen sehr selten vor. Doch sie haben ein paar Nachteile: Sie sind teuer und ihre Kapazitäten sind begrenzt, zur Auswertung ist Labortechnik nötig und es dauert einige Stunden bis ein Ergebnis vorliegt. In bestimmten Situationen wie beispielsweise bei einem Besuch im Pflegeheim oder bei regelmäßigen Massentestungen in Regionen mit starkem Infektionsgeschehen (hohe Prävalenz) kommt es aber vor allem auf Schnelligkeit an. Diese Lücke können Schnelltests füllen.

Mehr Schnelltests nötig

Wir wollen, dass die Kapazitäten für die Schnelltests etwa durch staatliche Abnahmegarantien deutlich ausgebaut werden. Zudem sollen Schnelltests auch an Laien abgegeben werden können. Damit werden so genannte Public Health Screenings zur Selbstanwendung großer Bevölkerungsgruppen in Regionen mit hoher Prävalenz möglich.

Studien zeigen, dass durch geschulte Laien angewendete Schnelltests nahezu genauso sicher eine Infektion erkennen wie solche, die durch Fachpersonal durchgeführt werden.

Schnelltests sind wichtiger Hebel zur Pandemiekontrolle

Für bestimmte Anwendungsgebiete schlagen Expertinnen und Experten daher den Ausbau von Schnelltests vor. Diese so genannten Antikörper-Tests sind im Vergleich zu PCR-Tests zwar weniger genau und es kommt häufiger zu falsch-positiven Ergebnissen. Sie sind jedoch deutlich schneller – das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb weniger Minuten vor.

Gleichzeitig erkennen sie eine Infektion besonders sicher dann, wenn die Patientin oder der Patient besonders ansteckend ist. Bei regelmäßiger Anwendung können solche Tests Infektionen schon dann erkennen, wenn noch keine oder keine eindeutigen Krankheitssymptome erkennbar sind. Dadurch lassen sich Infektionsketten besser unterbrechen und die Weiterverbreitung des Virus eindämmen.

Gute Kommunikation ist das A und O

Schnelltests können und sollen PCR-Tests nicht ersetzen. Allerdings benötigen solche Schnelltests keine Labortechnik und manche von ihnen können auch durch geschulte Laien angewendet werden.

Allerdings ist eine gute Aufklärung nötig. Einerseits um die korrekte Anwendung des Tests sicherzustellen und andererseits um darüber zu informieren, wie sich die Menschen im Falle eines positiven oder negativen Testergebnisses verhalten sollten. Wichtig ist auch der Hinweis, dass ein negatives Testergebnis nicht zur Sorglosigkeit, einem Verzicht auf Abstand und die Maske führen darf. Negative Testergebnisse sind nur eine Momentaufnahme.